Montag, 31. Dezember 2012

Beste ... des Jahres 2012 (naja, alles was mir so einfiel)


Festival des Jahres
Open Flair
Super Anfahrt – Geiles LineUp – Geniales Wetter – Super Stimmung – und jede Menge neue Bands/Musiker kennen gelernt.

Konzert des Jahres
Rodgau Monotones - Weihnachtskonzert in der Batschkapp am 26.12.
Unglaubliche Stimmung und  Ausdauer alles Beteiligten und Teilnehmer. Immer wieder ein Erlebnis! DANKE!

Enttäuschung des Jahres
Storm Corrosion - Storm Corrosion
Gut, aber bei weitem nicht das, was man bei den Mitgliedern erwartet hätte haben können. :-)

Compilation des Jahres
Blind Guardian - Memories of a Time to Come
Eine gelungene und trotz der Bekanntheit originelle Mischung aus alten Aufnahmen und Ohrwürmern.

Liveact des Jahres
Tenacius D
Einfach eine geile Show, die da auf der Bühne abgebrannt wird.

Ärgernis des Jahres
Wintersun und Stone Sour
Mit ihren geteilten Alben haben es beide, meiner Meinung nach übertrieben. Wobei Wintersun (imho) nicht mal genug Material für die erste Scheibe hatte, also der zweite Teil dringend zum ersten gehört hätte.
Bei Stone Sour ist das Album 1 immerhin als vollwertig zu bezeichnen, und trotzdem denke ich, die weiteren Teile hätten mit auf die Platte gehört.
Gutes Gegenbeispiel: Moonspell!

Meine Entdeckungen des Jahres
-        Suspyre mit ihren variablen Platten. EINFACH GENIAL!!!
-        Flaming Row mit ihrer echt gelungenen Live-Performance, die echt geile Studioaufnahmen super auf die Bühne transportiert.


Platten des Jahres
Bei dem Versuch einer Top 10 des Jahres bin ich leider gescheitert. Es gab, meiner Meinung nach, zu viele gute Platten dieses Jahr.

Und die Lokale Szene in Rhein-Main habe ich mal ganz weg gelassen, die traut sich ja selber kaum was zu. Denke zwar, dort gibt es einiges interessantes, aber das ist schwer einzuordnen.

Ich habe lediglich eine Platzierung vorgenommen. Meiner Meinung nach ist die Platte des Jahres "Suspyre" von der gleichnamigen Band. Und das hier ist mein absoluter Hammer Song des Jahren 2012:
Suspyre - The Man made of Stone


Künstler
Album
Suspyre
Suspyre


Die restlichen "besten Platten des Jahres 2012" habe ich alphabetisch aufgeführt, weil es mir echt schwer gefallen wäre, eine Reihenfolge festzulegen.
Ahab
The Giant
Alcest
Les Voyages de l'Aime
Aura Noir
Out to Die
Baroness
Yellow & Green
Be'lakor
Of Breath and Bone
Beyond the Bridge
The Old Man and the Spirit
Cannibal Corpse
Torture
Epica
Requiem for the Indifferent
Fear Factory
The Industrialist
Freedom Call
Land of the Crimson Dawn
Gojira
L'efant Sauvage
Ihsahn
Eremita
Kamelot
Silverthorn
Katatonia
Dead End Kings
Lacuna Coil
Dark Adrenaline
Meshuggah
Koloss
Suicide Angels
Bloodbath
Swallow the Sun
Emerald Forrest and the Blackbird
Threshold
March of Progress
War from a Harlots Mouth
Voyeur


Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung und mir ist klar, das Leute, die sich mit Musik auskennen vollkommen anderer Meinung sein können, aber trotzdem dachte ich, ich poste das mal hier.

Montag, 10. Dezember 2012

Konzert - Katatonia (Suport Alcest) - 7.12.2012 - Batschkapp. Frankfurt


Auf Wunsch meiner einzelnen Leserin hier ein paar Zeilen zum Konzert von Katatonia letzten Freitag:
Es war kaum vorstellbar, das aus dem Abend noch was hätte werden sollen, hatte ich doch bei meiner Ankunft schon die erste band verpasst. Nicht, das ich nicht versucht hätte, pünktlich weg zu kommen in der Firma, aber dank des Schneefalls hatte der Bus einfach mal den Betrieb eingestellt (danke an die VM Weilburg :-( ) und so war ich froh, überhaupt noch zum nächsten Bahnhof zu kommen und Richtung Frankfurt.
An dieser Stelle noch mal eine bitte an die Veranstalter: danke Batsche, das ihr auf die frühe Anfangszeit auf Facebook hingewiesen habt, aber ein paar Tage früher wär noch besser gewesen. J
Als ich also schlussendlich doch noch die Halle zu diesem ausverkauften Konzert betrat war ich etwas enttäuscht über den Zuschauerzuspruch. Aber das war ja nicht das erste mal, das das Frankfurter Publikum zeigte, warum es mittlerweile viele Bands gibt, die einen Bogen um Frankfurt machen.
Die Zuhörer aber, die sich eingefunden hatten, um Alcest zu hören, die auch keine unbekannten hier sind, werden sie doch immer mal wieder gerne als Support gebucht (fast zu schade eigentlich). Und auch an diesem Tag bewiesen sie mal wieder, warum. Ihre Setlist war nicht nur abwechslungsreich und zeigte, warum die Franzosen als Speerspitze eines innovativen Black Metal gelten (und auch Einschläge aus dem Bereich PostRock können sie nicht leugnen), sondern passte auch ideal zu dem Act, der ihnen folgen sollte.
Und wenn es etwas zu bemängeln gab am Auftritt von neige (ironischerweise französisch für Schnee) und seinen Begleitern, dann war es, imho, der etwas matschige, wenig transparente Sound der Vocals. Da die aber in Französisch waren, kam es mehr auf den (gesamt)klang an, und der war sehr gut, genau wie auch die licht-schau. Danke an die Techniker.
Als sich der Zuschauerraum dann in der nächsten Pause wieder massiv leerte, war mir klar, was kommen würde, aber mal wieder war ich zu naiv, dem entgegen zu wirken, aber der Sound war wirklich zu gut gewesen, wo ich gestanden hatte. Also musste ich damit leben, das, wie das in Frankfurt leider Standard zu werden scheint, bis zum dritten oder vierten Song immer wieder Leute vordrängelten mit der Aussage, man wolle nach vorne, nur um den gemachten Platz dann zum Stehen bleiben zu nutzen. Na ja, wahrscheinlich bin ich zu lieb für solche Konzerte, aber ich habe leider noch so was wie anstand, im Gegensatz zu den Frankfurter Studenten. :-(
Aber trotz dieser unsäglichen Umstände stieg natürlich die Erwartung auf das folgende Konzert, hatten die Jungs von Katatonia ein rundes aber unerwartetes Album vorgelegt, das als Basis für die Tour diente.
Und so kamen zur Eröffnung dann auch direkt mehrere neue Stücke, die vom Publikum schon sehr gekonnt aufgenommen und abgefeiert wurden. Langsam füllte sich auch der Raum und es wurde klar, das die Show wirklich ausverkauft war. Und die Stimmung stieg weiter, als auch Klassiker und unbekanntere Stücke von alten scheiben den Raum füllten. Der Sound war jetzt sogar noch besser und runder, während ich persönlich das Licht etwas einfallslos fand, vor allem, wenn man es mit Alcest vorher verglich. Aber natürlich verstand es die Band und vor allem Frontmann Jonas Renske (mit seiner authentischen und natürlichen Art) immer wieder die Stimmung zu steigern, so das nach ca. 110 Minuten Konzert wohl alle Wünsche der Zuschauer erfüllt worden sein dürften. Zumal auch einige Stücke den Weg auf die Setlist gefunden hatten, die das bisher selten bis gar nicht geschafft hatten. und beruhigender Weise hatte Katatonia, anders als ihre Kollegen von Opeth, noch Zeit für eine Zugabe eingeplant, bei der die Stimmung dann ihren Höhepunkt erreichte.
Ein sehr geiles Konzert, das sogar aus einem besch.... Tag noch einen guten machte und das trotz einiger der Zuschauer. Bleibt zu hoffen, das nicht noch mehr Bands Frankfurt den Rücken kehren.

Freitag, 24. August 2012

CD - Katatonia - Dead End Kings

Es ist schon eine Weile her, das ich ein Album im Player hatte, das diesen so gar nicht mehr verlassen wollte. Jeder weitere Durchlauf verstärkt das Gefühl noch, das man immer noch nicht alles gehört und wahrgenommen hat, was die Jungs aus Schweden zu bieten haben. Katatonia zeigen mal wieder, das sie ein starkes Album (Night is the new Day) nicht als Hemmschuh sehen, sondern als Herausforderung.

Diese Herausforderung haben sie angenommen, verarbeitet und ein Album gemacht, das es in sich hat. Doomig, wie ich es noch nie gehört habe, aber ohne das es langweilig wird oder deprimiert klingt. Natürlich ist die Stimmung düster und bedrückend, aber die Komplexität der Musik verhindert, das man die Platte stoppen könnte. Dazu kommt, das es alleine bei den Sounds so viel Abwechslung gibt, das man immer wieder erstaunt ist, was man da gerade wieder gehört hat und wie genial sich der neue Sound in das bestehende Klangbild einfügt.

Wenn das Album zu Ende ist, hat man einerseits das Gefühl, das man ein perfektes Meisterwerk gehört hat, andererseits kann man nicht umhin, einen weiteren Durchlauf zu starten, um zu versuchen, weitere Details der ausgefeilten Komposition und des Sounddesigns zu erfahren. Und wenn es einen Punkt gibt, an der man die neue Scheibe der Mannen um Jonas und Anders kritisieren kann, dann ist es, meiner Meinung nach, die Tatsache, das die einzelnen Songs etwas mehr Zeit bekommen könnten, sich zu entwickeln.

Fazit: Ein Muss für alle Fans von düster-komplexer Musik, die bereit sind, sich mit der Musik auseinander zu setzen. Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie Katatonia dieses Album noch toppen wollen, aber trotzdem lasse ich bei der Wertung noch etwas Platz nach oben.

Stay Heavy
Grim

Dienstag, 14. August 2012

Konzert - The Brew @OpenFlairFestival 2012 – 11.8.2012

Eigentlich war der Besuch der Seebühne beim diesjährigen OpenFlair am Samstag Nachmittag lediglich ein Versuch, den Massen auf dem Hauptplatz zu entkommen und meine müden Beine etwas zu entlasten.

Gelungen ist mir erst mal nur der erste Teil, weil die Mengen, die sich auf dieser schönsten aller Open Air Locations, die ich kenne, versammelt hatten tatsächlich gut überschaubar waren. Eigentlich kein Wunder, bedenkt man, das auf den zentralen Bühnen an diesem Abend Schwergewichte wie die Broilers und der Beatstakes zu Gast sein würden.

Der zweite Teil, also die Erholung für meine geschundenen Beine, gelang mir nur so lange, bis [i]The Brew[/i] die Bühne betraten. Und die Zuschauer, die sich entschieden hatten, auch mal einer Blues Rock Formation aus England eine Chance zu geben, sollten dafür reichlich belohnt werden. Denn das, was die drei Musiker auf der Bühne abzogen war mehr als das, was der Musikstil hergab. Und zwar viel mehr und viel besser, als vieles, was ich in den letzten Jahren auf Livekonzerten erlebt habe (und das waren einige).

Angefangen vom Blues über den Rock spannte sich der Bogen der seltsamen Kombo weiter über Groove-Rock in bester AC/DC Manier, Punk, Singer/Songwriter Qualitäten bis hin zu modernem Post-Rock Einflüssen. Warum "seltsam" wird der eine oder andere Fragen? Zurecht, aber die Tatsache, das sich hier Vater (Bass) und Sohn (Drums) einen Gitarristen dazu holen und eine so musikalisch interessante Gruppe bilden, dürfte erklären, was ich meine. Vielleicht ist diese Mischung aus verschiedenen Generationen auch eines der Geheimnisse der Vielschichtigkeit dieser Gruppe und erklärt die verschiedenen Einflüsse, die hier wunderbar zusammen geführt werden.

Dabei wirken die einzelnen Stücke nie überladen, weil eben nicht versucht wird, mit Gewalt alle Dinge in einem Song unter zu bringen. Genau wie die drei Engländer ihren Songs Zeit geben, sich zu entwickeln, scheinen sie sich auch beim zusammenstellen von CDs oder Setlists keinen Zwängen unterwerfen zu wollen. Jedes Stück ist anders - aber jedes Stück passt zu [i]The Brew[/i].

Die Musiker sind alle drei absolut Brillant mit ihren Instrumenten, geben aber, wenn nötig, den Platz für die variable Stimme des Gitarristen frei, die diese braucht, um sich zu entfalten. Unterstützt wird Sänger und Gitarrist Jason bei seinen vokalen Bemühungen vom Bassisten und "Großvater" der Formation, dessen Hintergrundgesang gekonnt und gezielt eingesetzt wird. Das Publikum, das isch zu Beginn des Auftritts noch ein wenig zurückhaltend verhalten hatte, taut nun quasi mehr und mehr auf und bemerkt schnell, was für einen Diamanten der modernen Rockmusik man hier vor sich hat.

Und das schöne ist, das es sich nicht nur um Zuhörer älteren Semesters handelt, sondern ebenfalls ein recht große Gruppe von tanzwütigen Zuschauern jüngeren Alters den Weg an die Seebühne gefunden haben. So ergibt sich ein interessantes Bild, wenn man die Gruppe direkt vor der Bühne sieht, die jede Gelegenheit nutzt, sich zur Musik zu bewegen, und anderseits die (bestimmt genau so zahlreiche) Gruppe der Damen und Herren im gesetzteren Alter, die die Musik mit leichten Kopfschwingen oder Zuckungen in den Beinen auf sich wirken lassen.

Am Ende jedes Songs und auch des gesamten Konzerts ist aber klar: JEDER ist hier auf seine Kosten gekommen, egal, was er erwartet hat, es scheint keinen zu geben, der den Bereich vor der Bühne verlassen hat, bevor die Band dasselbe auf der Bühne tat. Und für alle, die noch nicht von den einwandfrei vorhandenen Qualitäten des Schlagzeugers überzeugt sind, legt dieser kurz vor Ende des Programms noch ein Drumsolo auf die Bühne, das so manch etablierten Schlagzeiger die Kinnlade herunter fallen dürfte.

Auch hier wieder nicht auf Effekthascherei ausgelegt, sondern immer seinem Weg folgend bringt er gekonnt seine beiden Mitspieler zum Finale wieder ins Spiel und gemeinsam beenden sie ein Konzert, das für mich das musikalische Highlight dieses Festivals war.

Fazit: Wenn die drei demnächst auf Tour durch Deutschland gehen, werde versuchen, sie mindestens einmal zu sehen und zu hören. DAS WIRD EIN FEST!!! Danke auch noch mal an die Organisatoren des OpenFlair, das sie solche Perlen finden und verpflichten können. RESPEKT \m/

Keep Rocking
GrimReaper

Samstag, 28. Juli 2012

Konzert – Los Dos y companeros – Hanau, Schlossplatz - 13.7.2012


Da ich die Combo beim diesjährigen Lamboy-Fest nicht hatte sehen konnte, war ich froh zu hören, das sie im Rahmen des Kultursommers ein weiteres Mal in der Stadt auftreten würden. Allerdings zeichnete sich schon im Vorfeld ab, das es sich wohl nicht um ein echtes SOMMERkonzert handeln würde, aber immerhin blieb es während des Auftritts der Bayern trocken und so konnten ich und die anderen Zuschauer die Performance in Ruhe anschauen.

Es ist ein wenig ungewohnt, als die Musik beginnt, aber die Musiker und ihr Auftreten machen sofort klar, wo es hin gehen soll. Und die Mischung aus deutschen, oder besser bayrischen, Texten und lateinamerikanischer Musik macht schnell Lust auf mehr. Schnelle Rhythmen, originelle Texte, wenn es auch anfangs etwas schwer fällt, diese zu verstehen. Doch es lohnt sich, etwas genauer hinzuhören und die Texte gegebenenfalls aus dem Zusammenhang zu verstehen, denn sie machen nicht nur Spaß, sondern ergeben auch interessante Denkanstöße.

Die Tatsache, das es Leute zu geben scheint, die die bühnenfüllende Gruppe schon des öfteren gesehen haben, beweist die Tatsache, das es einige Textsichere zu geben scheint, die sofort mitsingen können. Aber auch ansonsten sind die Texte für Ersthörer oft so einprägsam geschrieben, das man spätestens beim zweiten Durchlauf mitsingen kann. Und nicht nur das macht Spaß, sondern auch die zum mittanzen zwingende Rhythmus der Musik, der vor der Bühne auch einige Paare dazu bringt, eine optische Begleitung der Musiker auf der Bühne zu unternehmen.

Fazit: Ein echt lohnenswertes Erfahrung für alle, die offen sind für Experimente mit Musik fernab von kommerziellen Versuchen, sich dem Publikum anzupassen. Eine Show, die nicht nur eine Erlebnis für Ohren und Augen ist, sondern auch die Beine unweigerlich in Bewegung bringt, spätestens wenn die Musiker auf der Bühne auffordern, sie zu begleiten.
Absolut genial und eine echte Erfrischung in der immer lauter werdenden musikalischen Unterhaltung unserer Zeit!

Keep Rocking
Grim Reaper

Dienstag, 24. Juli 2012

Konzert – The Bue Onions – Hanau, Schloss Wilhelmsruhe - 20.7.2012

Eine Tribute Band, die sich den Blues Brothers und deren Musik verschrieben hat? Das klingt doch mal richtig gut, aber auch richtig herausfordernd, also für die Musiker. :-) Da ich aber ja nur als Zuschauer dabei sein wollte, freute ich mich auf eine gute Show, tolle Musik und hoffte auf trockenes Wetter. Aber wie immer bis zu diesem Zeitpunkt des sogenannten Sommers musste man schon froh sein, wenn es halbwegs trocken blieb und die Flüssigkeit nicht gefroren vom Himmel fiel.

Und auch, wenn die beiden Bands, die vor den Blue Onions gespielt hatten, sehr unterschiedliches Wetter hatten, war der Zuspruch doch recht beeindruckend und die Erwartungshaltung war gespannt, zumal die Jungs einige Wochen zuvor bereits das Lamboyfest gerockt hatten. Die Bühne hier am Schloss war allerdings noch einmal eine Steigerung, was die Größe anging, aber die 11 „Brüder“ waren von Anfang an in der Lage, sie nicht nur räumlich zu füllen. Die Präsenz, die jeder der Musiker ausstrahlt macht jedem sofort klar, das die Jungs auf der Bühne richtig Spaß an dem haben, was sie da machen.

Nicht nur die beiden Sänger, wie die Vorbilder gekleidet in schwarzen Anzügen, mit weißen Hemden und den obligatorischen Sonnenbrillen, sondern auch die anderen Musiker zeigen eine unglaubliche Energie. Mit ihren blauen, an Gefängniskleidung angelehnten  Hemden runden sie das Bild der Schlussszene des Filmes perfekt ab und bilden so den perfekten Übergang vom Film in das Konzert der Frankfurter Band.

Aber das eigentlich beeindruckende an dem Auftritt der Jungs aus Rhein-Main ist die Tatsache, das eben nicht nur die bekannten Klassiker aus dem Film gespielt werden, sondern die gesamte Breite des Repertoires der Blues Brothers ausgeschöpft wird. Das zwingt den Zuhörer zwar manchmal, sich erst in die Stücke herein zu finden, aber zeigt immer wieder die Genialität aller Brüder und deren Fähigkeiten sich in Szene zu setzen, wenn sie die Möglichkeit bekommen.

Besonders fasziniert mich persönlich die Blechbläserfraktion, die mit Saxophonen, Posaune und Trompete eine unglaubliche Stimmung in die Songs und auf die Bühne bringen. Und nicht nur, das die Bläser eine gute Show bieten, sondern sie brillieren auch musikalisch und stechen damit, meine unmaßgeblichen Meinung nach, aus dem sehr guten Ensemble noch heraus und toppen den Auftritt. Natürlich bringen auch die beiden Sänger reichlich Stimmung auf die Bühne und ins Publikum, aber das ist bei denen ja nun mal das, wofür sie dabei sind. :-)

Alles in allem war der Auftritt an diesem Tag, wenn er auch etwas verkürzt war, weil ja um Punkt 23 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes das Licht ausgehen musste ;-) ein sehr gelungener Abschluss des Abends und man hatte bei den letzten Zugaben das schlechte Wetter und die niedrigen Temperaturen schon wieder vergessen.

Ach ja, und HIER und HIER ein paar Bilder vom Auftritt. Danke an Hannah für die tollen Aufnahmen und die Erlaubnis. *verneig*


Fazit: Wer die Chance hat und die Musik der Blues Brothers  und/oder den Film mag, sollte diese Jungs auf keinen Fall verpassen. Perfekte Inzenierung, RESPEKT!!!

Keep Rocking
Grim Reaper

Montag, 2. Juli 2012

Festival - Mair1 - Montabaur - 15./16.6.2012 (2/2)


Der zweite Tag des Festivals begann, wie man es vom Wetter im Westerwald gewohnt ist, mit Regen. Irgendwann in der Nacht hatte es angefangen und nicht wieder aufgehört, bis kurz nach Beginn der Bühnenveranstaltungen des Tages. Entsprechend sah das Feld auch aus, und schon beim Anmarsch durfte ich bewundern, wie man versuchte, Autos mit Hilfe von Stroh und Traktoren von ihren Parkplätzen zu ziehen. Der Platz vor der Bühne war, um den Matsch etwas zu binden, mit Stroh aufgelegt worden, was auch durchaus seine Wirkung nicht verfehlte und so für eine Weile für ein erträgliches Bodengefühl sorgte.

Aus organisatorischen Gründen waren die Slots der ersten beiden Bands auf den großen Bühnen getauscht worden, so das die Jungs von Middle Finger High die Ehre hatten, den Tag auf der großen Bühne zu eröffnen. Trotz Wetter und Zeit hatte sich schon ein bemerkenswertes Grüppchen davor versammelt, das die Punker gut unterstützte, was diese auch mit einer guten und kraftvollen Performance quittierten, die für einen ordentlichen Einstieg in den zweiten Teil des Festivals sorgte.

Xibalba, wie auch immer man das genau ausspricht :-) , waren schließlich auch bereit, sich dem Publikum zu stellen und bedankten sich artig für die Unterstützung der Vorgänger Band. Was ich mir im Vorfeld angehört hatte, hatte mich nicht sonderlich begeistern können, aber live scheinen die Jungs wesentlich besser drauf zu sein und überraschten mich mit einem frischen Mix aus Hardcore und Deathmetal. Ich dachte immer, dieser Stil würde Deathcore heißen, aber überall fand ich lediglich die beiden Basisgenres erwähnt. Die Einflüsse des Deathmetal waren deutlich zu erkennen und sorgten für eine nette Abwechslung im Lineup. Starker Einstieg ins Festival, soviel ist sicher.

Als Evergreen Terrace als nächstes die Bühne betraten war schon deutlich mehr im Publikum los und auch die Band bewies, warum sie die Leute aus ihren Zelten gezogen hatten. Punkig und rotzig trollten sie über die Bühne und das einzige, was mir unklar war, war die Tatsache, das die Jungs, trotz Zeit und Forderung, keinerlei Zugabe geben wollten, aber scheinbar glaubten sie, das nicht nötig zu haben. Schade, und die entstehende Pause war mehr als ärgerlich und unnötig.

Mit Stick to your Guns betrat anschließend eine Band die Bühne, die nicht nur Hardcore vom feinsten spielten und zum besten gaben, sondern die offensichtlich auch nicht ihre Wurzeln vergessen haben. Hart, schnell, roh und politisch. So wie ich Hardcore mag! Respekt, das es so was noch gibt, und schade, das der Zuspruch des Publikums leider etwas zu wünschen übrig ließ. Das kann aber auch durchaus an dem sich immer deutlicher abzeichnenden Regen gelegen haben, der dann auch tatsächlich während des Auftritts der nächsten Band einsetzte.

Your Demise hatten also die zweifelhafte Ehre, den Regen auf dem Airfield in Montabaur begrüßen zu dürfen, der zwar noch recht schwach war, sich aber im Laufe der nächtsen 30-40 Minuten zu einem ausgewachsenen Westerwälder Landregen ausweitete. Den Musikern gelang es dann aber, trotz der widrigen Umstände, eine frische und originelle Performance auf die feuchter werdenden Bühnen zu legen, denn natürlich setzte auch ein stetiger Wind Richtung Bühne ein. Während der folgenden Auftritte wurde das ganze dann immer schlimmer, zumal dann auch noch die Temperatur weiter abnahm, wobei man die 16 Grad bei Beginn nun auch nicht als Hitzeschock bezeichnen konnte.

Wieder einmal eine willkommene Abwechslung bot die nächste Band. Destrage litt zwar nicht nur unter dem Wetter sondern auch einem etwas geringeren Interesses des Publikums generell, aber das hinderte sie nicht, mit ihrer Mischung aus Metal, Rock und Alternative die Zuhörer für ihr Erscheinen zu belohnen. Einige Besucher beschäftigten sich mittlerweile zwar mit Schlammrutschen, aber vor den Bühnen ging es noch halbwegs gesittet zu. Mit ihren gitarrenlastigen Songs, die auch immer wieder schöne melodiöse Einstreuungen hatten, erinnerten sie manchmal ein wenig an Alter Bridge, ohne aber sich aber als Nachahmer verdächtig zu machen. Dazu agierten sie zu eigenständig, vor allem, was das Songwriting angeht. Für mich eines der Highlight, nicht nur dieses Tages, sondern des gesamten Festivals.

Der Auftritt von Walls of Jericho machte mich neugierig, weil ich sehen wollte, wie sich eine Sängerin im Hardcore Bereich schlagen würde, aber die Enttäuschung war dann doch sehr groß, denn die Vielfalt, die man von Powerfrauen wie Angela Gossow (Arch Enemy) gewohnt ist, geht dieser Frau vollkommen ab. Und als sie dann auch noch einen Fall von Selbstjustiz als erstrebenswert propagierte, war für mich endgültig die Luft raus und die Band für mich gestorben. So etwas geht meiner Meinung nach gar nicht, aber auch das ist natürlich nur meine eigene Meinung.

Nun folgte eine Band Namens ZSK, die sich deutschen Punk vom feinsten auf die Fahnen geschrieben haben und in dieser Hinsicht, meiner Meinung nach, sogar Genregrößen wie Die toten Hosen oder den Ärzten das Wasser reichen können, wenn nicht, diese sogar teilweise in den Schatten stellen. Der Auftritt, den ich als meinen Höhepunkt des zweiten Tages bezeichnen möchte, war sehr eindrucksvoll und auch die Interaktion mit dem, immer nasser und kälter werdenden Publikum war vorbildlich.
Leider ergab sich daraus auch einer der Tiefpunkte dieses Festivals, zumindest empfand ich es so, als schlammverschmierte Strohbüschel nicht nur auf den Sänger flogen, der danach fast gebettelt hatte, sondern eben auch auf die Bühne und das Equipment der Band flogen, so das diese nach dem Auftritt eher einer Schlammwiese glich, als einer Bühne.
Und es dauerte dann fast eine halbe Stunde, bis das technische Equipment soweit gereinigt worden war, das es wieder verwendet werden konnte und die Crew mit der Reinigung der Bühne selber anfangen konnte.

Zwar ließ der Regen jetzt etwas nach und der Himmel riss in der Folge sogar noch einmal etwas auf, aber der unangenehme Wind, der Schlamm und die weiter sinkenden Temperaturen brachten mich dazu, von der folgenden Band, August burns Red, lediglich ein paar wenige Stücke zu hören und dann das Festival zu verlassen. Obwohl ich mir mehr davon erhofft hatte, schafften es die Jungs nicht, die Dynamik und Originalität ihrer CDs auf die Bühne zu übertragen und wirkten so leider nur, wie eine weitere Hardcore Band, wovon ich mittlerweile genug hatte.

Wenn ich auf diese Weise auch Less than Jake und Hatebreed verpasst habe, so war es doch ein gelungener zweiter Tag des Festivals und ich bin froh, das ich das Gelände gesund und ohne all zu große Verschmutzungen verlassen konnte. Und bei den beiden zuletzt genannten Bands bin ich sicher, wieder einmal eine Chance zu bekommen, sie live sehen zu können.

Danke an alle! Veranstalter, Bands und Publikum für ein im großen und ganzen gelungenes Festival. Ich hoffe, das Lineup wird nächstes Jahr ähnlich abwechslungsreich (vielleicht ein bisschen mehr Deathmetal- und core), in der Hoffnung, das es ein Mair1 auch 2013 geben wird!

Stay Heavy
Grim

Sonntag, 1. Juli 2012

Festival - Mair1 - Montabaur - 15./16.6.2012 (1/2)


Wenn man schon eines der größeren Festivals der Szene direkt vor der Haustür hat, bietet es sich an, das man da auch hingeht, wenn es vielleicht auch nicht das Beste ist, das es gibt. Aber ich persönlich mag die Größe des Mair1 (das bis letztes Jahr noch Mach1 hieß und dann umbenannt werden musste) und natürlich die Lage des Geländes.

Die Musik ist mir eigentlich ein wenig zu sehr eingeschränkt, was die Vielfalt angeht, aber wie sagt man so schön, man kann nicht alles haben, und wenn einem die Begleiter fehlen, macht der Aufenthalt auf dem Campingplatz eben doch nur halb so viel Spaß, auch wenn man dort bestimmt schnell Anschluss finden kann, wenn man will.

Trotzdem bin ich froh, das ich nach Beendigung des offiziellen Programms schnell nach hause fahren und mich dort in mein warmes Bett legen kann, um dann gut ausgeruht und durch ein Frühstück in aller Ruhe, trocken und halbwegs sauber wieder auf das Festivalgelände zu kommen. Das hat dann, auch wenn es jetzt bestimmt den einen oder anderen gibt, der das langweilig findet,  den Vorteil, das man sich alle Bands, die man hören will, auch tatsächlich und in Ruhe anhören kann.
Und so ungewöhnlich das auch immer klingen mag, das ist für mich der Hauptgrund auf eine Festival zu gehen. :-)

Da sich auch dieses Jahr wieder abzeichnete, das das Wetter im Westerwald nicht zu 100% festivaltauglich sein würde, war ich über meine Konstellation auch nicht wirklich traurig. Aber erst mal zu grundsätzlichen Dingen rund um das Mair1.
Es gab, im Vergleich zum letzten Jahr einige Veränderungen, die sich echt positiv bemerkbar gemacht haben, zumindest für mich. So wurden die sanitären Anlagen auf dem Festivalgelände überarbeitet, ein Umstand der, so denke ich, allen Besuchern zu gute kam. Außerdem gab es diesmal auch auf dem Festivalgelände die Möglichkeit, sich mal für eine Weile hinzusetzen, ohne sofort Plastiktüten auf dem Boden bemühen zu müssen.

Ich meine, natürlich kann man sich auch mal auf den Boden setzen, aber das normale Westerwälder Wetter im Blick ist das erfahrungsgemäß nicht nur nass sondern auch kalt, ein Umstand, der die Sache zusätzlich unangenehm macht. Diese, als Biergarten bezeichnete und sogar teilweise überdachte Möglichkeit erleichtert es doch deutlich, einen ganzen Tag auf dem Gelände zu überstehen.
Etwas schade fand ich, das die dritte Bühne erst sehr spät und damit parallel zu den großen Acts auf den Hauptbühnen bespielt wurde. Sicherlich haben sich die Veranstalter etwas dabei gedacht, aber ich fand, der Zuspruch war teilweise doch leider sehr gering. Ich persönlich hätte mir gerne mehr Bands auf dieser kleinen Bühne angeschaut, aber leider hat es einfach nicht gepasst, zumal die Beschallung der beiden Hauptbühnen doch immer etwas störte.

Jetzt aber zum musikalischen Programm des ersten Tages, Freitag, 15.6.2012.
Eröffnen durften die Jungs von Leeching Project, ein mir unbekannter Act, der aber einen guten Einstieg in das Festival lieferte. Mit ihrem kraftvollen Sound brachten sie zu der frühen Stunde schon einige Leute vor die Bühne und die Stimmung war nicht schlecht, bedenkt man den Zeitpunkt des Auftritts. Das einzige, was es an der Performance bemängeln konnte, waren die etwas schiefen Backing Vocals, die aber natürlich auch so geplant sein konnten.

Die nächste Band, deren Namen ich nicht verstanden hatte, die aber aus Koblenz kommt, also eine Band mit einem Heimspiel, machten schon richtig Spaß, mischten sie doch Rock'n'Roll sehr gekonnt und versiert mit der Härte des Hardcore, ohne eine der beiden Seiten Überhand gewinnen zu lassen. Vor allem der Gitarrensound war sehr interessant, da er tatsächlich zu beiden Seiten der Musik passte und sich wunderbar auch noch ohne Ohrschutz genießen ließ.

Dann aber wurde es deutlich lauter und härter, denn die Jungs von Neaera enterten die Bühne und man merkte sofort, das nicht nur ich der Meinung war, das erste Highlights des Festivals zu erleben. Der Raum vor der Bühne wurde deutlich voller und die Stimmung erreichte einen ersten Höhepunkt. Die Band hatte das Publikum vom ersten Akkord an voll im Griff und man merkte den Musikern an, das ihnen der Auftritt Spaß machte. Mit voller Wucht wurden die Boxen einem ersten Stresstest unterzogen und die Mitmachfähigkeiten des Publikums wurden getestet und für gut befunden. Ein geiler Auftritt, der keine Wünsche mehr offen ließ (sieht man einmal von der Dauer ab), zumal sogar noch Zeit für eine Zugabe blieb.

Die folgende Band, Eskimo Callboy, hatte ich letztes Jahr an gleicher Stelle kennen gelernt und empfand ihren Elektrocore als nette Abwechslung zu den sonst doch recht ernsten Auftritten der anderen Bands. Mittlerweile habe die Jungs eine erste CD veröffentlicht und man merkt eben dann doch, das der Anspruch hier dann endgültig gegen Null sinkt, wenn die Partymonster (diesmal auf einer der großen Bühnen) ihre gute Laune Musik vom Stapel lassen. Nett, aber selbst in diesem Genre sind die Ruhrpottler nicht mehr alleine und die besten, wie man am zweiten Tag noch sehen sollte.

Da ich immer schon mal wieder entsprechende T-Shirts gesehen hatte, war ich sehr gespannt auf den folgenden Auftritt von Emmure. Aber das was dann kam, erinnerte eher an eines der Downlights des Wochenendes. Weder sagte mir die Musik der Band zu, noch fand ich ihre Performance überzeugend und als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, war der Sound auch vollkommen vermischt und außer den Bässen war nicht viel zu hören. Aber immerhin eine gute Gelegenheit, sich und seinen Ohren mal eine Pause im Biergarten zu gönnen, der zu diesem Zeitpunkt aber auch schon gut gefüllt war. Ob das an der Band oder dem Zeitpunkt lag, vermag ich nicht zu sagen.

Meine Befürchtung, der Sound könne in der Folge bleiben, wie er bei Emmure war, erfüllte ich, dem Himmel sei Dank, nicht, denn der Auftritt von Unearth war nicht nur soundtechnisch sondern auch von Musik und Performance her wieder um Längen besser. Die Jungs zeigten jederzeit, das sie ihre Wurzeln nicht nur im Metal haben, sondern diese auch bereit sind, in ihre Musik deutlich einfließen zu lassen. Die Stimmung stieg und der Platz vor den beiden großen Bühnen füllte sich wieder deutlich, was aber wohl auch an dem folgenden Auftritt von Caliban gelegen haben dürfte. Trotzdem ein gelungener Auftritt der Jungs aus Connecticut die zeigten, wie es auch gehen kann.

Wie schon gesagt, folgte diesem Auftritt nach kurzer Pause die Performance von Caliban, zu dem ich nicht viel sagen kann, da ich mich entschied, nach dem zweiten Song wieder eine Pause einzulegen. Diese Band ist meiner Meinung nach eine der am meisten überbewerteten Bands des Genres, direkt hinter Heaven shall Burn, die ich letztes Jahr als Headliner bei eben diesem Festival erleben durfte (oder eher musste?). Diese Aussage dürfte damit wohl klar belegen, das ich kein klassische Hardcore Fan bin, sondern mich eher auf die originelleren Spielarten dieses Festivals konzentrierte.

We butter the Bread with Butter. Alleine der Name sorgte dafür, das ich mir Gedanken um die geistige Gesundheit der Mitglieder der Band machte ;-) , aber ich hatte die Jungs schon ein paarmal auf dem Zeiger, sie mir anzusehen, daher kam es mir zu pass, das sie das Mair1 beehrten. Und was ich dann erlebte war eine sehr gemischte Vorstellung. Die Texte zur Musik sind in Deutsch, ein Umstand, den ich sehr begrüßte. Aber leider klangen die originellen Ideen, eine Mischung aus Kinderliedern, Volksliedern und Hardcorethemen, teilweise sehr elektronisch und wirken nur durch den massiven Einsatz von Einspielern vom Band. Dadurch ist die Flexibilität doch sehr stark eingeschränkt, aber trotzdem gelingt es den, im Glamrock der 80er gekleideten Musiker, eine super Stimmung aufzubauen und die Band ist einer der schönsten Mitmachacts des Tages.

Jetzt setzte das Festival zum Endspurt für den ersten Tag an und mit Pennywise betrat für mich der Headliner die Bühne. Ich habe selten eine so energetische Punkband gesehen, die, trotz der Musik, die sie machen, ihre Instrumente beherrschen, wie wenige Musiker. Die üblichen politischen Äußerungen des Sängers fallen, meiner Meinung nach, etwas umfangreich aus, aber immerhin ist das ja einer der Ursprünge dieser Musik, so das man das wohl akzeptieren muss und kann, zumal es sehr intelligente Äußerungen sind. Und obwohl die Lautstärke weiter zunimmt, eine Entwicklung, der die Tontechniker dieses Festivals offensichtlich sehr konsequent folgen, ist der Sound bei diesem Auftritt sehr gut und die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als die Mitglieder des Headliners des Abends, Parkway Drive, auf die Bühne kommen, um ein gemeinsames Stück zu zelebrieren. Sehr gelungen und sehr geil, und für mich wie gesagt der Höhepunkt des Tages.

Puddle of Mud, eine Band, die ich erst seit ein paar Monaten kenne, haben jetzt ihren Auftritt und sorgen so spät am Tag noch einmal für etwas Abwechslung. Sehr gelungen, wenn es vom Veranstalter so geplant war. Mit ihrem Alternative Rock und Metal geben sie der Meute vor der Bühne scheinbar noch einmal etwas Zeit, sich auf den Headliner vorzubereiten, allerdings leiden sie etwas unter einem etwas matschigen Sound, der die Brillanz der Stücke nicht gerecht wird. Schade, aber ein gelungener Auftritt mit vielen Mitsing- und Mitmachnummern, die mehr Lust darauf macht, die Jungs mal in voller Länge zu sehen.

Und wieder einmal ein Headliner bei einem Mair/Mach1 Festival, zu dem ich scheinbar nicht den richtigen Zugang habe. Letztes Jahr habe ich mir den Auftritt von Heaven Shall Burn geschenkt, weil ich von deren Massenkompatiblen Veriante des Hardcore nicht viel halte und im Grunde trifft auf Parkway Drive dasselbe zu. Nett, aber warum eine solche Band den Abend beschließt, verschließt sich zumindest mir. Zwei Stücke, das war, was ich mir angehört habe und als ich merkte, das dann scheinbar schon nichts neues mehr kommen sollte, habe ich mich vom Acker gemacht. Zwar war die Bühne wunderschön mit viel Aufwand in einen Dschungel verwandelt worden, aber da es sich bei dieser Optik schon um die größte Kreativität handelte sparte ich mir den Rest des Auftritts und wahrscheinlich auch einen ziemlichen Run auf die Ausgänge danach.

Alles in allem ein gelungener erster Tag, der mir gezeigt hat, das sich die Organisation echt Gedanken um Verbesserungen macht, der mir aber auch klar machte, das ich wohl nicht der klassische Besucher dieses Festivals bin. Auf meine Kosten gekommen bin ich trotzdem, zumal ich auch an diesem Tag noch einige Bruchstücke von der Talentbühne mitnehmen konnte.

Dienstag, 26. Juni 2012

CD - Dawn of Destiny - Praying to the World

Diese Scheibe ist nicht schlecht, mischt sie doch Elemente von Bands, die ich wirklich liebe. Allerdings mischen sie leider nicht das Beste dieser anderen Bands, sondern eben nur Elemente, die ich an diesen Bands lieben gelernt habe in den letzten Jahren.

Namentlich sind die Bands, auf die ich mich beziehe Nightwish, Epica und Xandria. Grundsätzlich unterscheidet sich die Musik von Dawn of Destiny nicht stark von den oben genannten, zumal sie mit der Mischung durchaus etwas neues schaffen, das eben doch von keiner anderen Bands so bedient wird. Da die oben genannten Bands dieses Genres alle gerade selber frische Scheiben auf dem Markt haben, finde ich einen Vergleich durchaus angebracht, wenn ich auch denke, das es vielleicht der Eigenstänmdigkeit der einen oder anderen Kombo nicht gerecht wird.

Aber zum Thema. Dawn of Destiny ist das Massenkompatibelste, was dieser Markt in der letzten Zeit gesehen hat, was ja nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Die Platte ist gut und sauber produziert, leidet aber, meiner Meinung nach etwas an der Grenze der Lautheit, was verhindert, das man sie zu lange am Stück hören kann.

Außerdem liefern die Jungs und Mädels lediglich die Härte von Nightwish, die melodischen Teile von Epica und die Originalität von Xandria. Alles sehr schön über die Platte verteilt, aber eben nicht bei den Meistern des jeweiligen Elements abgeschaut, aber sehr gut hörbar, nicht zu komplex, um es nicht nebenbei hören zu können aber auch nicht zu simpel, um schnell langweilig zu werden.

Fazit: Eine weitere hochklassige Scheibe von einer Female Fronted Symphonic Power Metal Band, die ein guter Kompromiss der Mitbewerber ist, das aber noch Potential zur Fortentwicklung bietet.

Stey Heavy
Grim


Band: Dawn of Destiny
Album: Praying to the World
Bewertung: 75 %
Genre: Symphonic Power-Metal
Herkunft: Bochum/Deutschland
Label: Phonotraxx Publishing (Soulfood)
Veröffentlichungsdatum: 4.5.2012
Homepage: http://www.dawnofdestiny.de/
Anspieltip: Misunderstood

Donnerstag, 21. Juni 2012

CD - Tank - War nation



Alte Band, Neue Scheibe, Bekannter Sound!
Im Grunde ist das alles, was man zu dieser Scheibe sagen muss, aber damit macht man es sich wohl ein bisschen einfach.

New Wave of British Heavy Metal ist ja leider ein sehr inflationärer genutzter Begriff geworden in den letzten Jahren, und durch die vielen verschiedenen Bands ist der Status, den diese Musik bei mir hat, nicht sonderlich hoch. Aber die neue Scheibe von Tank musste ich mir trotzdem anhören. Und was ich dann hörte entsprach dem, was ich erwartet hatte, also klassischer Heavy Metal mit (je nach Song) mehr oder weniger starken Einschlägen von Punk und Rock.

Mit Sicherheit eine typische Scheibe dieses Genres und damit kommen wir auch schon zu den Nachteilen des Albums. Es ist so typisch, das es genau so gut aus den frühen 70er Jahren sein könnte, weil es eben keinerlei Innovationen oder Neuigkeiten gibt. Natürlich ist die Produktion sehr sauber (vielleicht ein bisschen zu sauber) und leidet auch nicht unter der sonst üblichen Überproduktion.

Fazit: Für Fans des Genres wohl ein absoluter Pflichtkauf für den Rest leider nur eine Wiederholung aller seit 30 Jahren geltenden Regeln. Zum einmaligen durch hören auf jeden Fall wert, aber für mich nichts zum öfters hören.

Stay Heavy
GrimReaper


Band: Tank
Album: War Nation
Bewertung: 55 %
Genre: (NwoB) Heavy Metal
Herkunft: London
Label: P.U.P.Metal Mind (Soulfood)
Veröffentlichungsdatum: 8.6.2012
Homepage: http://www.tankfilthhounds.net/
Anspieltip: State of the Union

Dienstag, 19. Juni 2012

CD - Be'Lakor - Of Breath and Bone

Be'Lakor, ein Name, den man sich recht leicht merken kann und der auch gut zu der Band und deren Musik passt. Und auch, wenn die Auswahl an australischen Metal Bands nicht sonderlich groß ist, so zeigen die Jungs aus Melbourne doch seit 8 Jahren, das guter melodischer Death-Metal nicht nur aus Nord-Europa kommt, sondern eben auch von der anderen Seite der Erde.

Und die aktuelle Scheibe von Be'Lakor zeigt mal wieder, wie man diese Art von Musik machen kann. Sehr melodisch, ohne die nötige Härte vermissen zu lassen kommt die Platte daher und knallt dem geneigten Zuhörer eine Power um die Ohren, die ihres gleichen sucht. Die CD hat eine sehr weite Spannbreite an musikalischen Möglichkeiten und zeigt, welche Fähigkeiten die Musiker nicht nur an ihren Instrumenten haben, sondern auch im Bezug auf Songwriting.

Die Stücke, egal ob sie nun 5 oder 10 Minuten lang sind, bieten nicht nur untereinander ein sehr breites Spektrum, sondern variieren auch innerhalb eines Songs verschiedene Stilelemente so geschickt miteinander, das es niemals langweilig wird. Unterstützt wird die ganze noch von einer glatten, aber nicht zu sauberen und lauten Produktion, so das man die Schwachstellen dieser CD schon im Detail suchen muss.

Fazit: Ein absolutes Muss für Fans des Melodic Death-Metal und eine gute Chance für alle, die solche Musik noch nicht kennen, sie kennen zu lernen.

Stay Heavy
GrimReaper


Band: Be'Lakor
Album: Of breath and bone
Bewertung: 95 %
Genre: Melodic Death-Metal
Herkunft: Australien
Label: Kolony Records (Alive)
Veröffentlichungsdatum: 1.6.2012
Homepage: http://belakorband.com/
Anspieltip: Absit Omen

Mittwoch, 13. Juni 2012

CD - Circus Maximus - Nine


Nachdem ich einen Teil der Band schon mal live erleben durfte, als sie die Jungs von Pagans Mind in Aschaffenburg unterstützt haben (übrigens ein sehr geiler Auftritt) wartete ich auf die neue Platte der Norweger in der Hoffnung, das sie so stark werden würde, wie der Auftritt mit PM und ihre bisherigen Platten.
Und nachdem ich Platte jetzt in Händen halte und sie durch gehört habe, bin ich sicher, das es sich wirklich um eine der stärksten Platten des bisherigen Jahres handelt. Wie immer lässt sich die Musik des Fünfers nur schwer in Kategorien einstufen, weswegen ich für meinen teil von einem progressiven Power-Metal sprechen würde.

Und wie immer schaffen es die Jungs aus Oslo eine Scheibe abzuliefern, die nicht nur beim ersten anhören hängen bleibt, sondern die es auch ermöglicht, bei mehrmaligem Hören immer wieder neue, interessante Facetten zu entdecken. Die früher recht ausladenden symphonischen Elemente wurden mehr in den Hintergrund verbannt, was ich persönlich so besser finde, dafür kommen die harten Elemente des Metals jetzt besser zur Geltung.

Direkt mit dem ersten Song der Platte gelingt es der Band, alle Elemente, die ihre Musik ausmachen, so miteinander zu verbinden, das ein wahnsinnig spannender, fast 10 Minuten langer Titel entsteht, der zeigt, wie gut die Musiker nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern auch, wie komplett ihr Songwriting mittlerweile geworden ist.
Allerdings hat es dabei nicht die Komplexität von Bands wie Dream Theater (wie ich finde, ein Umstand, der die Hörbarkeit des Materials deutlich verbessert) und erinnert ein wenig an das 2010er Album „Poetry for the Poisoned“ von Kamelot.

Eine glasklare Produktion, die (dem Himmel sei dank) nicht am Lautheitskrieg anderer Vertreter des Genres teilnimmt, ein flexibler Gesang (der auch vor Verfremdung nicht zurückschreckt), geniale Gitarren Riffs und Solos runden diese Scheibe ab und machen sie zu einem Muss für alle Fans der Genres Progressive und Power-Metal.

Keep Rocking
GrimReaper


Band: Circus Maximus
Album: Nine
Bewertung: 95%
Genre: Progressive Power-Metal
Herkunft: Norwegen
Label: Frontiers Records S.R.l. (Soulfood)
Veröffentlichungsdatum: 1.6.2012
Homepage: http://www.circusmaximussite.com/
Anspieltip: Namaste

Konzert - Bastardo/Way Beyond Reason/Fewsel - 10.6.2012 - Nachtleben, Frankfurt


Mehr durch Zufall bin ich auf dieses Konzert gegangen, aber endlich mal wieder im Nachtleben Musik zu hören war es alleine schon wert. Noch dazu ein Lineup mit drei lokalen Bands aus dem Bereich Stoner/Psychodelic Rock und Metal, das versprach doch interessant zu werden. Zwar war die Location pünktlich ab 20 Uhr geöffnet, allerdings dauerte es noch über eine Stunde, bis die Jungs von Bastardo um kurz nach 9 die Bühne betraten um den Abend zu eröffnen.

Obwohl die Band aus Marburg stammt, war der Raum im Nachtleben gut gefüllt und die Stimmung war gut, was mit Sicherheit beides auch dem Umstand geschuldet war, das es an diesem Sonntag Abend zwar trocken, aber eben nicht übermäßig warm war. So mussten also die Musiker dafür sorgen, das es den Zuhörern warm werden würde, was auch auf Anhieb gelang. Denn mit einigen interessanten Stücken, verbunden mit der nötigen Härte und einem ausgeglichenen Sound legten die vier Musiker aus Nordhessen einen starken Start in den Abend hin. Das einzige, was mich an ihrer Musik etwas störte, war das Tempo, das etwas hektisch wirkte für diese Art der Musik. Aber im großen und ganzen war es ein gelungener Opener für den Abend, der ordentlich Stimmung machte.

Nach dieser Eröffnung war es klar, das es für alle Nachfolger schwer werden würde, die Stimmung zu halten. Aber auch wenn es eine etwas chaotische Eröffnung ist, die die Jungs und Mädels von „Way Beyond Reason“ da hinlegen, so gelingt es ihnen doch, die Zuschauer schnell wieder in den Raum zu locken und die Stimmung aufzunehmen. Die weibliche Stimme gibt der Musik zwar eine interessante Note, allerdings ist der Text, zumindest an diesem Tag, fast überhaupt nicht zu verstehen, was bestimmt Schade ist. Zudem ist die klare Stimme fast ein wenig zu glatt für diese Art von Musik und etwas mehr Rauheit würde dem Gesamtbild wohl besser zu Gesicht stehen.
Außerdem hört man von den drei Saiteninstrumenten leider durchgehend nur zwei, weil die Sounds scheinbar zu nah aneinander liegen. Schade eigentlich, denn sowohl Bass als auch die Gitarren klingen sehr interessant, wenn sie zu hören sind.
Trotz dieser Unzulänglichkeiten ist der Auftritt der Höhepunkt des Abends und die Stimmung steigert sich bis zum Ende so weit, das die Band nicht einmal um eine Zugabe herum kommt.

Als letzte Band des Abends übernehmen die Jungs von „Fewsel“ anschließend die Bühne und müssen sich leider vor einem recht weit geleerten Zuschauerraum vergnügen, was aber der Power der Wiesbadener keinen Abbruch tut. Sie starten mit Vollgas ihr Programm und können das Publikum auch sofort auf ihre Seite ziehen. Mir persönlich gefällt der Auftritt sehr gut, allerdings ist die Musik nicht so unbedingt mein Geschmack, weil die Vocals zu dünn und unverständlich sind.
Außerdem kommt mir die Musik sehr vorhersehbar und eintönig vor. Die Sounds der Instrumente sind sehr interessant, was wohl den progressiven Charakter der Musik ausmacht, aber mir persönlich gefallen die Songstrukturen nicht sonderlich. Trotzdem schaffen es die Hauptstädter einen würdigen Abschluss des Abends hinzulegen und das Publikum, das so lange durchgehalten hat, zufrieden nach Hause zu schicken.

Alles in allem also ein gelungener Abend mit drei motivierten Bands aus Rhein-Main (also im weiteren Sinne), der mir gezeigt hat, das es doch noch Musiker in der Region gibt, die unter „Support your local Scene“ etwas richtiges verstehen. Bleibt zu hoffen, das es solche Veranstaltungen mit größerem Zuschauerzuspruch auch in Zukunft öfter geben wird.

Und hier noch ein paar Links zu einigen Super Fotos des Abends von
Bastardo
Way beyond Reason
Fewsel

außerdem noch ein paar Videos von dem Abend:
Way Beyond Reason - Cataclysm
Way Beyond Reason - Compactor

STAY HEAVY
GrimReaper

Setlist (Bastardo):
Fools Journey
Ape on my Shoulder
Under Glass
The Pack
12 Stitches
Traitors
Ash of Narcissus
Cardinal Sins
Coffin King

Setlist (Way Beyond Reason):
Breed
Goliath
Compactor
Hunters
Rogue
Core
Gears (Zugabe)

Setlist (Fewsel):
Intro
Bermuda
Kimberly clark
Magnetar
Million year daydream
Driven by desire
Fluorescent
Dick laurent is dead
Discomposure
There is no time and space between real lovers
Cyclops breakfast / They came from beyond

Montag, 11. Juni 2012

Konzert - Cliffsight - Lamboy Fest Hanau - 8.8.2012


Leider ist es schon wieder ein Jahr her, das ich die Jungs von Cliffsight zuletzt gesehen habe und auch damals war es auf dem Lamboy Fest in Hanau. Der Freitag ist zwar nicht unbedingt der beste Tag, aber immerhin war es diesmal trocken. Ein Umstand, der auf diesem Fest eher ungewöhnlich ist. :-)

Nicht ganz pünktlich, aber sehr motiviert, erledigt die Band dann ihren Bühnenaufbau und beginnt das Konzert. Sofort ist die Stimmung da, die ich von den Konzerten der Hanauer kenne, und die Zuschauer feiern die Musiker entsprechend. Denn auch wenn die Musik wegen ihrer progressiven Natur mit Sicherheit nicht so ganz einfach zu hören ist, steigt die Stimmung schnell und es macht immer mehr Spaß, den Jungs zuzuhören. Leider spielen sie diesmal nicht ihr, meiner Meinung nach bestes Lied, das 20 minütige „Blue Grandma Sun“, aber auch „Quatorze“ ist kurz vor dem Ende ein sehr geiles Highlight.

Nach einer guten Stunde allerdings, ist es dann schon wieder vorbei und die Musiker beenden mit „Liar“ ihr Set auf dem Lamboy Fest. Wieder einmal haben die Jungs von Cliffsight gezeigt, wie man auch mit Psycholdelic Rock für gute Stimmung im Publikum sorgen kann und einen solchen Eröffnungsabend zu einem echten Erlebnis machen kann.

Fazit: Es war wie immer ein echtes Erlebnis, Cliffsight mal wider live zu erleben und ich hoffe, es gelingt mir, sie diesmal nicht erst wieder in einem Jahr wieder zu sehen und zu hören.

Keep Rocking
GrimReaper

Setlist:
Gaskatalysator
Alter Ego
Illusion
Liquid Demon
Metamorphosis
Sons of Filius
Quatorze
Liar

Montag, 4. Juni 2012

CD - Fear Factory - The Industrialist


Gut zwei Jahre ist es her, seit die letzte Platte der Industrial Pioniere aus Kalifornien auf den Markt kam und am 1. Juni war es dann wieder so weit. In üblichem Schwarz-Weiß gehalten liegt die Verpackung der neuen Scheibe vor und die CD rotiert schon im Player. Und was dort aus den Boxen dröhnt ist, trotz eines fehlenden Drummers, mal wieder ein Feuerwerk der Härte. Die Jungs von Fear Factory lassen sich von Beginn an nicht lumpen, sondern gehen sofort volles Programm nach vorne und zeigen, wo es hingehen soll.

Natürlich gibt es immer wieder Hörer, denen die Amerikaner nicht innovativ genug sind, oder sich nicht genug an ihr Meisterwerk „Demanufacture“ anlehnen (das immerhin schon aus dem Jahre 1995 stammt). Selbstverständlich ist dieser Spagat auch vollkommen unmöglich, aber ich denke, das es Fear Factory mit dem neuesten Longplayer mal wieder gelungen ist, sich an die Spitze eines Genres zu setzen, das sie seit den 90ern deutlich mitgeprägt haben.

Ein besonderes Experiment gelingt den Musikern bei den beiden letzten Stücken der Scheibe. Einem ruhigen Beginn folgen mal wieder interessante Soundinstallationen, die mich an die Vorstellungen eines Fritz Lang über die moderne Welt erinnern, wie der die in Metropolis dargestellt hatte.

Fazit: Abgesehen von den zwei letzten Stücken, haben Fear Factory mal wieder eine Platte geschaffen, die mehr Lust auf Liveauftritte der Kalifornier macht. Ein Wermutstropfen bleibt trotz allem, denn die Programmierung des Schlagzeugs ist zwar durchaus gelungen, aber eben noch nicht vergleichbar mit einem echten Drummer.

Keep Rocking m/
GrimReaper

Band: Fear Factory
Album: The Industrialist
Bewertung: 80%
Genre: Industrial Metal
Herkunft: USA
Label: Oxidizer (Soulfood)
Veröffentlichungsdatum: 1.6.2012
Homepage: http://fearfactory.com/
Anspieltip: Depraved Mind Murder

Dienstag, 15. Mai 2012

Konzert - Apron, Dynyle, Livid Brew, Pyometra - 11.5. - Rind, Rüsselsheim


Endlich mal wieder ein Konzert der Jungs von Dynyle, das in der Nähe stattfindet, und bei dem ich Zeit habe. Und nicht nur das. Auch das restliche Lineup verspricht extrem interessant zu werden, denn vom Rock'n'Roll über NuMetal bis hin zum Deathmetal ist sehr viel geboten. Und auch der Termin an einem Freitag Abend verspricht vielleicht mal wieder etwas mehr Betrieb bei einem Event von lokalem Charakter.

Allerdings scheint es das Wetter nicht gut meinen mit den Veranstaltern, den Metal Psychos, denen an dieser Stelle auch mal ein Lob ausgesprochen sei für diese Veranstaltung. Denn zwar ist die Sonne an diesem Abend verschwunden allerdings ist der einsetzende, sintflutartige Regen kurz vor Veranstaltungsbeginn mit Sicherheit keine förderlicher Umstand für eine Veranstaltung.

Als dann pünktlich um halb neun die erste Band, Pyometra, die Bühne betreten muss, um den Zeitplan einzuhalten, ist der Raum des Rindes nur spärlich gefüllt, aber trotzdem lassen es die Frankfurter Todesmetaller ordentlich krachen und der Erfolg zeigt sich in einer guten Stimmung unter den doch etwas zahlreicher werdenden Zuschauern. Offensichtlich hat die Musik die Leute aus ihren Raucherritualen gerissen und sie in die Halle gebracht. Für den Anfang ist die Musik zwar vielleicht etwas ungünstig gewählt, aber die Bewegung im Publikum zeigt, das auch jetzt schon deren Fans anwesend sind. Als die Musiker dann nach 30 Minuten die Bühne verlassen, werden bereits „Zugabe“ Rufe laut, die allerdings nicht bedient werden könne zu diesem Zeitpunkt.

Geiler Deathmetal zum Start: Pyometra 


Nach einer kurzen Umbaupause, die die meisten Gäste vor der Tür verbringen, wo es mittlerweile wieder trocken geworden ist, betritt eine Band aus Hanau die Bühne, deren Musik in eine deutlich andere, melodiösere Richtung geht. Zwar bleibt es hart, aber im Vergleich zu den fast technisch aufspielenden Jungs von Pyometra, geht es bei Livid Brew eher Stoner-Rock'n'Roll-mäßig zu, und der Saal gerät in wesentlich schwungvollere Bewegung. Die Musik von der Bühne zeigt deutliche ihre Wurzeln in den frühen Jahren des Rock'n'Roll aber auch die Härte des Thrash und der Groove des Stoner fehlen nicht und machen das Konzert zu einem hoch interessanten. Eventuell bedingt durch die energetische Musik fehlen nach den 30 Minuten Programm zwar die Zugabe-Rufe, aber trotzdem haben die Jungs gezeigt, was sie können und das Publikum hatte seinen Spaß.

Nach einer erneuten Umbaupause betreten die Offenbacher von Dynyle die Bühne und man hat, wie bei dieser Gruppe üblich, das Gefühl, als wollten die Jungs die Bühne und den Laden sofort abreißen. Nicht nur ältere, bereits auf ihrer CD veröffentlichte Stücke kamen an diesem Abend zu Aufführung, was einen sehr starker Einbindung des Publikums führte, sondern auch neue Stücke, die aber genau in das Schema der Band passten. 40 Minuten brennen die NuMetaller ein echtes Feuerwerk von bekannten und neuen Stücken ab und haben das Publikum jederzeit voll im Griff. Frontmann Gerrit gibt wieder alles und am Ende muss die Band fast dazu genötigt werden, noch eine Zugabe zu spielen, was dann mein Höhepunkt des Abends ist.

Offenbacher Power mit Dynyle \m/

Die Headliner des Abends, Apron aus München, sind nicht nur akustisch etwas besonders auf diesem Konzert, sondern bieten auch etwas für die Augen. Sowohl die Kleidung der 5 Musiker, als auch ihre Gesichtsbemalung zeigen, das sich die Jungs nicht tierisch ernst nehmen, aber deswegen trotzdem professionell auftreten und spielen können. Da ich bereits Discometal Musik gehört hatte, war ich ein wenig voreingenommen, und was die Münchner dort abliefern ist doch extrem hart und nicht so elektronisch, wie ich befürchtet hätte.
Die Texte sind sehr interessant, und die Show der Band ist wirklich von Anfang bis Ende sehenswert, wobei der Sound leider nicht so transparent ist, wie bei den Vorgängern auf der Bühne. Alles in Allem aber einer guter Abschluss des Abends.
Auch Bayern können harte Musik machen: Apron!
Optisch und akustisch etwas Besonderes!
 
Fazit: Hier jetzt noch mal vielen Dank an die Metal Psychos, alle Bands und Zuschauer. Lob auch für den Sound des Abends, denn abgesehen von den unausgewogenen Gitarren bei der letzten Band war der durchgehend sehr gut, und es bleibt zu hoffen, das wir solche Veranstaltungen auch in Zukunft hier in der Region werden erleben können.

Keep Rocking
GrimReaper


Setlist Pyometra
1. Drowned and Devoured
2. At war with your guts
3. The Shape Stalks Again
4. The Story Of Old Ed
5. Don't go in the Woods
6. Hammer Redeemer
7. Injected With Poison
8. Hatefuck (Zugabe)

Selist Livid Brew
1. Madman's Show
2. Not Until You Know My Name
3. Shake
4. All Hands Over Me
5. The Man Who Gives The Cane
6. Rover
7. Fever Pitch

Setlist Dynyle
1. Trails
2. Supremacy
3. No Energy
4. Soulfly
5. Harlekin
6. Lanterns
7. Story Inside
8. Angel Fingers (Zugabe)

Setlist Apron
1. Masses
2. Hangman
3. Facebook Superstar
4. Ghost in the Machine
5. Crocodile
6. Need
7. Mr Punch
8. Joey the Clown
9. Discostick
10. Broken Child
11. World at War (Zugabe)
12. Game Called Rejection (Zugabe)

Dienstag, 8. Mai 2012

CD - Storm Corrosion - Storm Corrosion


Zwei der größten Musiker des progressiven Metal arbeiten zusammen an einem Projekt. Was kann dabei heraus kommen? Ich denke diese Frage hat sich jeder gestellt, als er hörte, das Mikael Åkerfeldt von Opeth und Steven Wilson von Porcupine Tree sich zusammen tun würden, um eine Platte aufzunehmen.

Vor ein paar Tagen war bereits der erste Song mit dem zugehörigen Video erschienen, den ich auch hier schon besprochen hatte. Nachdem ich das Stück gesehen hatte, das von einem recht ansprechenden Film unterstützt wird, war ich schon skeptisch, was dieses Projekt anging, aber ich dachte mir, man müsse der ganzen Scheibe eine Chance geben, zu wirken.

Es wäre ja nicht das erste mal, das die beiden Protagonisten Platten machen, die hoch umstritten sind unter ihren Fans, oder die sich über eine sehr große Bandbreite des musikalischen Spektrums erstrecken, so das man einfach den ganzen Longplayer hören muss, um sich eine Meinung zu bilden, die fundiert ist.

Und zugegeben, die Musik, die dort abgeliefert wird, ist durchaus hörenswert. Es sind vertrackte Songstrukturen, die man selbst bei mehrmaligem anhören noch nicht vollkommen durchschaut und schon am Überlegen ist, ob es diese denn überhaupt gibt. Die Klangbilder die geschaffen werden sind auch von enormer Breite, die ihresgleichen sucht.

Allerdings sind die Sounds eher die, die man aus dem Ambient Bereich oder Post-Rock und Post-Metal kennt. Interessant, aber eben doch auch unerwartet und den Ausbruch an Härte oder Geschwindigkeit, den man bereits bei dem ersten Song vermisst hat, bleibt auch auf dem Rest der Scheibe aus.

Fazit: Erwartet unerwartet! Das fasst ganz gut zusammen, was diese Scheibe geworden ist. Ob man es jetzt mag, hängt vom persönlichen Geschmack ab, aber mit Åkerfeldt und Wilson verbinde ich andere Musik, und wenn man sich im Post-Rock/Metal Bereich umhört, gibt es dort durchaus bessere Platten und Bands.

Grüße
GrimReaper

Band: Storm Corrosion
Album: Storm Corrosion
Bewertung: 65%
Genre: Progressive Rock
Herkunft: Schweden/England
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungsdatum: 4.5.2012
Homepage: http://www.stormcorrosion.com/
Anspieltip: Drag Ropes

Playlist
1. Drag Ropes
2. Storm Corrosion
3. Hag
4. Happy
5. Lock Howl
6. Ljudet Innan

Montag, 7. Mai 2012

CD - Before the Dawn - Rise of the Phoenix


"melancholic melodic death metal"
so beschreiben die vier Finnen von "Before the Dawn" ihre Musik, und das ist, wenn auch schon ziemlich lang, so doch eine prägnante und umfassende Beschreibung dessen, was die Jungs da abliefern.
Und teilweise hört man auch immer mal wieder Stücke in der Musik, die klingen als hätte man ein Stück von Amorphis, Katatonia oder Dark Tranqulity in den Ohren, aber das bleibt nicht lange so, sondern die Finnen erfinden dann wieder etwas neues oder entwickeln das angefangene weiter, als man es erwartet hätte. Dabei kommen weder ruhige, teilweise mit der akustischen Gitarre untermalte balladenartige Lieder zu kurz, noch die harten, brachialen Passagen, die vor allem durch ein extrem präzises und vielseitiges Schlagzeug leben.
Die transparente Produktion und die Qualität der Musiker sorgt für einen absoluten Hörgenuss, und ich war echt überrascht, wie wenig anstrengend die Musik zu hören ist, was die Lautheit angeht, ohne dabei auch nur eine einzige Minute langweilig zu werden. Man weiß oft nicht, was die Musiker als nächstes machen werden und selbst der dritte und vierte Durchlauf eröffnet noch neue Elemente.
Bedenkt man, das die Band eigentlich nur aus einem festen Mitglied besteht, der sich für jede Produktion die geeigneten Musiker sucht, macht das die ganze Sache noch beeindruckender und ein Liveauftritt von „Before the Dawn“ steht jetzt ganz oben auf meiner Wunschliste.
Fazit: Ich werde die Platte auf jeden Fall in die Liste meiner Favorites aufnehmen und sie nicht mehr von meinem MP3-Player entfernen. Außerdem werde ich mir die Vorgängerplatten besorgen um zu hören, ob die Musik schon immer so vielseitig und genial war.
Band: Before the Dawn
Album: Rise of the Phoenix
Bewertung: 100%
Genre: Melancholic Melodic Death Metal
Herkunft: Finnland
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungsdatum: 27.4.2012
Homepage: http://www.beforethedawn.com/
Anspieltip: Pitch Black Universe
Playlist
01. Exordium
02. Pitch-Black Universe
03. Phoenix Rising
04. Cross To Bear
05. Throne Of Ice
06. Perfect Storm
07. Fallen World
08. Eclipse
09. Closure
10. Unbreakable (2012 Version) (Bonus)
11. Deliverance (Bonus)
12. Reflection (Demo) (Bonus)