Freitag, 27. April 2012

CD - Eskimo Callboy - Bury me in Vegas


Eskimo Callboy!

Was für ein lustiger Name dachte ich mir, als ich ihn das erste mal las. Das war auf dem Plakat mit dem Lineup für das Mach1 Festival (das mittlerweile in Mair1 umbenannt werden musste). Und als ich mich schlau machte, besagte deren Homepage, sie würden etwas machen, das sich Elektrocore nannte. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen, also dachte ich mir „Schau's dir mal an, dann weißt du, was die Jungs damit meinen.“

Gesagt, getan. Und so stand ich dann vor der Bühne, als die Band die Bühne betrat und diese mit Hilfe des Publikums fachgerecht zerlegte. Es war unglaublich, welche Energie die Jungs an den Tag legten sobald sie ihren Platz eingenommen hatten und wie sie diese dann aufrecht erhielten, bis sie die Bühne wieder verlassen mussten. Das Publikum feierte die Jungs von der Emscher vom ersten bis zum letzten Takt und man merkte, das es sich bei der Band um echtes Ereignis handelt, wenn sie Live auftreten.

Und jetzt weiß ich auch, was Elektrocore ist und entsprechend skeptisch war ich,als ich hörte, das die Callboys ein Album auf den Markt bringen würden. Denn die Mischung aus harten Breaks, knackigen Blastbeats und urigen Shouts gepaart mit extremen Effekten und einer intensiven Samplenutzung ist bestimmt ein Rezept, das Live seine volle Stärke entfalten kann, aber ob man so etwas auf einer CD einfangen kann, ist wohl abzuwarten.

Aber bereits der erste Durchlauf der CD zwingt mich, wie ich es vom Liveauftritt her kannte, dazu, ständig mit dem Fuß mit zu wippen, oder aber sogar mehr. Nicht nur, das die Produktion sehr gut gelungen ist, was bei allen Unterschieden in den Sounds nicht immer ganz einfach ist, sondern auch das Zusammenspiel der beiden Sänger mit ihren unterschiedlichen Stimmen ist hervorragend umgesetzt, eingesetzt und eingefangen.

Die restlichen Instrumente, die wie auch die Stimmen, immer wieder extrem von Effekten zerlegt und zerrissen werden passen sich wunderbar in ein Gesamtbild ein, das man runder wohl kaum machen kann. Aber trotz allem Lob bleibt natürlich die Frage, ob und wie lange sich diese Art von Musik wird halten können und ob ihr dauerhaft und auch auf CDs Erfolg vergönnt sein wird.
Diese Frage ist natürlich müßig, wenn man überlegt, wie oft der Hardcore schon tot gesagt worden ist und immer noch lebt. Ich denke auch auf diesem Gebiet des „PartyCore“ wird sich durchsetzen, wer immer wieder alles gibt und zwar Live und auf CDs.

Aber wie im Hardcore, muss ich sagen, das mich auch bei dieser CD stört, das die Songs so kurz gehalten werden, das sie teilweise keine Zeit bekommen, gute Ideen besser zu entwickeln. Und von diesen Ideen gibt es einige, was ein Vorteil ist, und die Musik immer wieder interessant macht. Diese Scheibe ist für mich nichts für eine Dauerrotation, aber zum Abschalten wunderbar geeignet.

Fazit: Diese Band und ihre Musik ist mit Sicherheit nichts für jedermann, aber wer bereit ist, sich auf Experimente einzulassen und Musik als das zu sehen, was sie ist, nämlich ein Mittel um zu unterhalten, der kann hier getrost zugreifen, auch wenn die Gesamtspielzeit von nicht einmal 40 Minuten natürlich schon grenzwertig ist, aber dafür bekommt man immerhin 11 energiegeladene Songs zum Feiern vom Feinsten.

Viel Spaß
GrimReaper

Band: Eskimo Callboy
Album: Bury me in Vegas
Bewertung: 70%
Genre: Electrocore
Herkunft: Deutschland
Label: Redfield Records
Veröffentlichungsdatum: 23.3.2012
Homepage: http://www.eskimocallboy.de/
Anspieltip: Is Anyone Up

Setlist
1. Bury Me In Vegas
2. The Kerosene Dance
3. Internude
4. Is Anyone Up
5. Wonderbra Boulevard
6. Legendary Sleeping Assault
7. Light The Skyline
8. 5$ Bitchcore
9. Transilvanian Cunthunger
10. Muffin Purper-Gurk
11. Snow Covered Polaroids

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