Dienstag, 1. Mai 2012

CD - Jeff Loomis - Plains of Oblivion


Jeff Loomis, kein unbekannter Name im Progressive Metal, denn der Amerikaner ist schließlich ein Mitgründer der Band Nevermore Anfang der 90er Jahre. Und die Erfolge der Band sind eng verbunden mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. Als sich dann schließlich 2011 die Wege von Nevermore und Loomis trennten, waren doch einige Leute überrascht und fragten sich, wie es jetzt mit beiden weiter gehen würde. Was Nevermore angeht, ist die Frage bis heute, meine Wissens nach, nicht beantwortet, aber was Loomis angeh, wissen wir sein April 2012, wo es hingehen soll.

Denn am 6.4. erschien die neue Solo-CD des Mannes aus Wisconsin , auf dem er wohl seine musikalische Zukunft starten will. Und sobald die CD anfängt zu rotieren, ist man sich sicher, das man eine CD eines absoluten Gitarrenliebhabers hört. Nicht weiter verwunderlich, wobei auch gewisse Déjà-vu Momente aufkommen, was die musikalische Vergangenheit des Namensgebers angeht.

Allerdings arten die ersten 5 Songs der vorliegenden CD eher in ein Wettrennen der Instrumente aus. Was zu Beginn noch sehr interessante und spannende Effekte ergibt, ermüdet zumindest mich dann doch ziemlich schnell (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Als ich mich dann schon fast entschieden habe, die Platte nicht weiter zu hören, ändert sich der Stil doch erheblich und die weiteren 5 Songs zeigen, das Loomis mehr kann, als nur schnell und extrem exakt spielen.

Die Songstrukturen bleiben zwar progressiv angehaucht und vertrackt, aber zumindest etwas klarer erkennbar. Auch werden interessante, weitere Stile in die Musik integriert, wie zum Beispiel Deathmetal-Elemente (Surrender), balladenartig, schmeichelnde Gesangslinien (Chosen Time) oder sogar akustische Gitarren (Rapture). All das macht richtig Spaß zu hören, aber leider merkt man auch bei all diesen Songs, das der Hauptakteur eben ein Rock- und Metallgitarrist ist. Spätestens zur zweiten Hälfte jedes Liedes übertönen wieder die Gitarren alle anderen Instrumente und auch den Gesang.

Weitere Durchläufe offenbaren zwar, wie man das bei Loomis nicht anders erwarten würde, immer wieder neue Elemente, die man zuvor nicht gehört, oder besser gesagt nicht wahrgenommen hat, was der Platte definitiv einen gewissen Wiederholungswert gibt. Aber trotzdem ist die Zentrierung auf Jeffs Lieblingsinstrument etwas, das mir diese Scheibe dann schnell langweilig werden läßt.

Fazit: Wer auf progressiven Metal steht und Gitarren in all ihrer Vielfalt hören will und kann, macht mit Sicherheit keinen Fehler bei der CD, alle anderen sollten sich die Zeit nehmen, die Scheibe erst einmal anzuhören, um zu entscheiden, ob man sie nun mag oder nicht.

Keep Rocking
GrimReaper

Band: Jeff Loomis
Album: Plains of Oblivion
Bewertung: 60%
Genre: (Progressive) Metal
Herkunft: USA
Label: Century Media
Veröffentlichungsdatum: 6.4.2012
Homepage: https://www.facebook.com/jeffloomisfans
Anspieltip: Surrender

Playlist
1. Mercurial
2. The Ultimatum
3. Escape Velocity
4. Tragedy And Harmony
5. Requiem For The Living
6. Continuum Drift
7. Surrender
8. Chosen Time
9. Rapture
10. Sibylline Origin

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