Mittwoch, 11. April 2012

Konzert - "Flies are Spies from Hell" und "O" - 10.4.2012 - Hafen2 / Offenbach


Mein erster Besuch im Hafen2 in Offenbach als Konzertlocation sollte mich zu einem Konzert der besonderen Art führen aus mehreren Gründen. Erstens das erste mal, das ich erlebt habe, das eine Vorband länger spielt, als der Hauptact und zweitens, ebenfalls das erste mal, das ich erlebt habe, das mehr Leute auf der Bühne stehen, als im Zuschauerraum. Als dritte Neuerung konnte ich während des gesamten Konzerts der zwei Band nicht einmal einen Blick auf die Bühne werfen, der mir die Gesichter der Musiker gezeigt hätte, so schlecht war die Ausleuchtung.
Wobei ich hier direkt anmerken muss, das der Sound in der Halle, im Gegensatz zur Beleuchtung, als gut bis sehr gut zu bezeichnen ist.

Aber der Reihe nach. Der Abend beginnt mit einem freundlich servierten Kaffee im Cafe der alten Hafenanlage in Offenbach, der noch von den letzten Tönen des Soundchecks aus der Nebenhalle untermalt wird. Als ich mich schließlich in eben diese Halle begebe, bin ich positiv überrascht über die Aufteilung des kleinen Raums, aber auch über das wenige Licht.
Zwei Post-Rock Bands versprechen für diesen Abend jede Menge Überraschungen, aber von denen wird bei dem Licht nicht viel zu sehen sein.

Als dann die erste Band des Abends auf die Bühne betritt wundere ich mich erst etwas über den Beginn deren Auftritts, der erst noch wie ein letzter Soundcheck wirkt, vor allem weil keinerlei Anstalten unternommen werden, die Beleuchtung der Bühne zu verbessern. Schließlich merkt man aber doch, das das Konzert jetzt begonnen hat und die Musik macht auch sofort Spaß. Die geringe Ausleuchtung macht es etwas schwer zu erkennen, wie die Musiker der tollen Sound auf die Reihe bekommen.

Ein Schlagzeuger ist auch bei dieser Band Pflicht, genau wie ein Bassist, von dem ich nicht viel sagen kann, der hat sich fast ständig vor mir versteckt :-). Dann aber folgen die ungewöhnlichen Instrumente oder die Arten, sie zu spielen. Die Gitarristen nutzen, wie im weiteren Verlauf immer mal wieder, Violinen-bögen zum bearbeiten ihrer Saiten, was einen sehr kratzenden und interessanten Sound ergibt, der auch ideal durch die Drehleiher unterstützt wird, die als ständiger Begleiter alle Stücke unterstützt.

Dieses Instrument gibt der Musik etwas schleppendes, was die groovigen Rhythmen schön unterstützt und in den schnelleren Passagen ein wenig einbremst aber sehr schön den Charakter der Musik auf einem Level hält. Aber die drei Gitarristen beweisen dann im weiteren Verlauf des Konzerts, das sie es auch verstehen, ihre Instrumente auf konventionelle Art und Weise zu spielen. Hin und wieder beweist aber einer der Herren an den 6-Saitern, das er nicht nur dieses Instrument beherrscht, sondern auch am Xylophon eine gute Figur macht, was den entsprechenden Songs eine geisterhafte Wirkung verleiht.

Aber nicht nur das Xylophon bearbeitet der Gitarrist, das eine oder andere mal unterstützt er auch seinen Kollegen am Schlagzeug, um komplexere Muster spielen zu können. Kurz gesagt passiert auf der durchgehend unterbeleuchteten Bühne immer mal wieder etwas und auch die Musik ist sehr variabel und hochinteressant. Von langsamen, schleppenden, fast psychedelischen Klangteppichen bis hin zu schnellen, Headbangpassagen ist alles geboten und so vergehen die 50 Minuten dieses Konzertes viel zu schnell, mag einem im Nachhinein in den Sinn kommen.

Der Applaus der 6(!!!) Zuschauer fällt natürlich ein wenig leise, aber nicht weniger enthusiastisch aus, so wie es bei dieser Art der Musik eben zulässt.

Nach der folgenden Umbaupause betreten die 5 Engländer von „Flies are Spies from Hell“ die Bühne und überraschen mit ihrem Konzertbeginn jetzt niemanden mehr, der genau wie der erste im Halbdunkel auf der Bühne stattfindet. Bei der Instrumentierung gibt es hier weniger Überraschungen, denn die Flies spielen ihren variantenreichen Post-Rock mit einem Drummer, einem Bassisten, zwei Gitarren und einem Keyboarder.

Bemerkenswert, neben der präzisen und variantenreichen Spiel der Musiker ist vor allem der gnadenlose Einsatz der Gitarristen, was ihre Bewegung angeht. Die beiden geben wirklich alles, sowohl auf der Bühne, als auch davor. Und das Publikum, es sind leider immer noch nicht mehr geworden, geht auch gut mit. Aber wie üblich machen natürlich die häufigen und extremen Tempowechsel dem immer wieder ein Ende, aber man merkt, das die Engländer durchaus ein Publikum haben, das sich mit ihrer Musik auskennt und auseinandersetzt.
Einziger, allerdings recht großer,Wermutstropfen an diesem Abend ist die Tatsache, das dieser Zweite Teil des Konzerts nicht nur nicht länger ist als der erste, sondern um Gegenteil nach bereits etwas weniger als 40 Minuten beendet wird, und sich die Musiker auch nicht mehr zu einer Zugabe bewegen lassen, die von ALLEN Zuschauern gefordert wird. Schade eigentlich, aber diesem ansonsten gelungenen Abend kann das auch nur wenig anhaben und so verlassen bereits vor 23 Uhr wenige die Halle, um sich Richtung heimatliche Betten zu begeben.

Setlist „O“
1) jesus belongs to ghost
2) sea of trees
3) first monologue through streams and branches
4) riders on the storm
5) waiting for the sun

Setlist „Flies are Spies from Hell“
1) Deaf in one eye
2) Great Deadener
3) Nerves Still Beating
4) Beg For Sleep
5) Mountain Language
6) Axe to the Root

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