Montag, 25. März 2013

CD vs CD - Heavatar-All my Kingdons vs Stratovarius-Nemesis


Hoffe mal, außer Google und seinen Anwendungen hat keiner was gegen meine Blogs, das ihn dazu bringt, die Daten, trotz speichern, einfach mal zu löschen, weil die Synchronisierung nicht klappt.
Ich entschuldige mich schon mal für diesen Review, denn ich habe echt mehrere Stunden beim ersten Versuch reingesteckt, und die Idee fand ich so gut, das ich ihn jetzt sogar noch mal schreibe, aber ich fürchte mal, ich werde das eine oder andere schneller versuchen zu schreiben, als es Sinn macht und verständlich ist.

Nun also mal ein Review  mit zwei Platten auf einmal. Warum das? werden bestimmt einige fragen, aber ich denke, die beiden Scheiben haben es verdient beachtet zu werden, aber ich denke, sie haben die selbe Hörerschaft und werden von dem her auch hier die selben Leser anziehen (wenn überhaupt). Also dachte ich mir, ein Review mit Vergleich ist mal was nettes und wie gesagt, die beiden Scheiben finde ich, bieten sich dafür echt an.

Dann also mal rein in das Thema. PowerMetal, das ist, was die beiden hier verglichenen Bands und Scheiben verbindet. Aber dem Himmel sei dank haben sie auch genug Unterschiede um vielleicht auch einigen Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen die in dieser Musikrichtung immer nur dasselbe sehen und hören wollen.

Denn die Unterschiede der beiden Bands fangen nach dem Namen, den sie ihrer Musik gegeben haben, dann auch schon an. Stratovarius ist eine Band, die seit (ich musste extra nachschauen) fast 30 Jahren Musik macht und dabei hier das mittlerweile 15. Studioalbum vorlegt. Natürlich hat sich die Besetzung und Ausprägung der Musik immer mal wieder geändert, aber die Finnen sind ihren Standards treu geblieben, dazu aber später mehr.
Auf der anderen Seite Heavatar, eine Band, die es erst seit dem Sommer 2012 gibt, und die als Projekt von Stefan Schmidt wohl vor allem in Deutschland den ersten Anklang finden wird. Stefan ist niemand anders als einer der Gründer und die treibende Kraft hinter einem der interessantesten Projekte im Metal unserer Zeit, nämlich Van Canto. Und alleine das hätte mir schon gereicht, mir diese Scheibe anzuhören, aber als ich dann auch noch hörte, das Jörg Michael das Schlagzeug bei der Gruppe bediente, war mir klar, das ich die Scheibe brauchte.
Und das nicht nur wegen der Namen, sondern eben auch, weil genau jener Jörg Michael bis vor Jahresfrist noch beim "Konkurrenten" Stratovarius die Kessel rührte.

Nun aber wieder zu ein paar Gemeinsamkeiten. Beide Scheiben, also Nemesis und All my Kingdoms, sind sauber, druckvoll und mit viel Liebe zum Detail produziert, unterscheiden sich dann aber schon in der, zugegebenermaßen nicht sonderlich viel beachteten, Lautheit meiner Meinung nach deutlich. So ist das Werk der Finnen in dieser Hinsicht wesentlich besser für den massenkompatiblen Geschmack, also Laut, gemischt, während sich die Scheibe aus Deutschland herrlich transparent daher kommt und auch nach mehrmaligen Durchläufen nicht unangenehm klingt.
Das ist, das muss ich leider zugeben, bei Nemesis der Fall, bei der ich nach einigen Umläufen eine Pause brauchte. Also nicht vollkommen überproduziert, aber doch hörbar Lauter.

Zu dieser "Übersättigung" mag auch die klassisch hohe Stimme des Sängers von Stratovarius beitragen, die allerdings, das muss man zugeben, eines ihrer Markenzeichen ist und ein sehr gutes Alleinstellungsmerkmal der Jungs aus Finnland. Dagegen ist die Stimme des Vokalartisten Schmidt sehr viel tiefer und ruhiger, wie ich finde, so das selbst die schnelleren Passagen der Songs nicht hektisch klingen sondern auch dann eine getragene Ruhe ausstrahlen, die in diesem Genre schon eher untypisch ist.

Ebenfalls untypisch dürfte der Verzicht von Heavatar auf ständige Keyboardbegleitung anzusehen sein. Allerdings wird dieses Fehlen mehr als ausgeglichen durch sehr detaillierte Chorarrangements. Diese wurden nicht nur teilweise von den Van Canto Kollegen eingesungen, sondern auch von den Spezialisten geschrieben, die bereits bei Blind Guardian in dieser Hinsicht unbestreitbar großartige Arbeit geleitet haben. Das gilt natürlich nur für die Leser/Hörer, denen diese Art der Musik überhaupt liegt.

Stratovarius hingegen nutzt, und auch das ist wieder typisch für die Band, das Keyboard dazu, klassische Sounds in ihre Songs einzubauen, was natürlich auch immer wieder für Abwechslung sorgt und die Stücke positiv von der Masse der mittlerweile auf dem Markt befindlichen PowerMetal Bands und deren Musik abhebt.

Womit wir bei einer weiteren Gemeinsamkeit der beiden Bands sind, nämlich deren  Anleihen, die sie in der klassischen Musik machen, allerdings auf sehr unterschiedliche Arten.
Wie üblich setzen Stratovarius auf einen Songaufbau, der sehr stark an die sogenannten alten Meister erinnert, und sie umspielen diese Strukturen mit einem PowerMetal der neuen Schule, wie es kaum eine andere Kapelle mit solcher Konstanz kann.
Heavatar setzt auch auf "klassische" Strukturen, greift dabei aber wesentlich direkter zu den bewährten Rock- und Metalmöglichkeiten.
Aber wirklich klassisch wird es bei den Deutschen auch, denn in jedem Ihrer Songs verarbeiten sie, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich dem Schlußstück, ein Thema eines klassischen Musikstücks. Bei dieser ersten Runde haben sie sich auf Stücke konzentriert, die durchaus als "bekannt" bezeichnet werden können.

So werden Stücke von Paganini, Bach und Beethoven in ein neues Kleid gepackt und zu Ehren gebracht. Denn immerhin dürfte das vielleicht der erste Kontakt des einen oder anderen Hörers solcher CDs mit diesen Klassikern sein. Sehr stimmig werden die Themen passend in Szene gesetzt, ohne das einer der beiden Aspekte, Klassik oder Moderne, dabei zu kurz kommt.

Wobei ich ehrlich sagen muss, das ich die Qualität der Musik von Heavatar mit gemischten  Gefühlen betrachte, immerhin stellt sich die Frage, ob großer Erfolg an dieser Stelle vielleicht den Weiterbestand von Van Canto gefährden könnte. Oder aber doch zumindest deren kreativen Prozess verzögern könnte. Trotzdem wünsche ich Stefan und seinen Mannen alles Gute und hoffe auch auf weitere Meisterstücke aus dieser neuen Musikschmiede.
Und auch bei Stratovarius ist anzunehmen, das sie sich mit dieser starken Scheibe in ihr Jubiläumsjahr 2014 touren werden. Dann sind es tatsächlich 30 Jahre und das sit dann schon etwas besonderes, denn so eine lange Lebensdauer haben nur wenige Bands. Und auch die Besetzungswechsel sollten diesen Erfolg nicht schmälern, finde ich.

FAZIT: Alles in alle also zwei echt starke Vertreter ihrer Zunft, wobei ich persönlich etwas mehr zu Heavatar tendiere, was aber auch an meiner unverhohlenen Bewunderung für Van Canto und ihrer Musik liegen dürfte. Denn auch Nemesis ist wieder einmal ein Album, das sich an die Spitze des europäischen PowerMetal setzen dürfte, dessen bin ich mir sicher.
Ach ja, das Thema Lieblingsstücke auf den Scheiben ist nicht ganz einfach, aber ich denke, Replica von Heavatar und Unbreakable von Stratovarius sind die Stücke, die man sich auf jeden Fall anhören sollte.

Also für beiden Platten ein klares STAY HEAVY!!!
Grim

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