Mittwoch, 27. März 2013

Konzert - Beyond the Bridge, Dante, Effloresce - Das Rind, Rüsselsheim - 22.3.2013

Endlich mal wieder ein Konzert im Rind in Rüsselsheim, eine der geilsten Locations, die ich kenne. Es macht immer wieder Spaß, sich dort aufzuhalten und zwar egal, welche Art von Musik und welche Art von Veranstaltung man dort hat.

Und wenn dann eine Band wie Beyond the Bridge endlich mal wieder in der Region ist, dann ist es schon fast Pflicht, wenn man auf Progressiven Metal steht, anwesend zu sein. Und so fiel die Entscheidung, eine Karte zu kaufen und sich einen Freitag Abend Zeit zu nehmen. Was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen konnte, war die Tatsache, wie toll der Abend tatsächlich werden würde, denn von den beiden anderen Bands der Veranstaltung hatte ich zwar zum Teil schon gehört, konnte mir aber unter deren Liveauftritten noch nichts vorstellen.

Effloresce, die Band die den Abend eröffnen sollte, war mir vollkommen unbekannt, aber das wollte ich ja ändern. Die Band stammt aus Nürnberg und macht einen recht komplexen Prog-Metal mit einem klassischen 2-Gitarren Setup. Leider hatte die Sängerin wohl bis kurz vor dem Auftritt noch ernsthafte Probleme mit einer Stimmbandentzündung, was man auch noch ein wenig hörte, waren die komplizierten Gesangssätze wohl etwas viel für sie und ihre angegriffenen Gesangsorgane.
Trotzdem muss man sagen, das große Teile der Musik recht ansprechend sind, wenn auch etwas arg unstet, wie ich zugeben muss, zumindest für meinen Geschmack. Auch bei progressiver Musik erhoffe ich mir immer ein wenig Konstanz, um mit der Musik mitgehen zu können, bevor der nächste Wechsel in Tempo oder Rhythmus wieder alles über den Haufen wirft.
Und an dieser Stelle wechselt Effloresce, so finde ich, ein wenig zu oft und schnell das Tempo oder den Takt. Das mag interessant sein, wenn man in Ruhe zu Hause sitzt und die Musik in Ruhe auf sich wirken lassen kann, ein Versuch, den ich auf jeden Fall auch noch machen werde. Aber bei einer Live Veranstaltung ist es für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Zumal durch die ständigen Brüche oft keine richtige Stimmung aufkommen kann, oder die gerade aufgebaute, schnell wieder dahinbröckelt.
Trotzdem liefern Efforence einen interessanten Auftakt in einen Abend voll progressiver Möglichkeiten.

Die zweite Band des Abends, Dante aus Augsburg, wie sie stolz erzählen, schlagen in eine vollkommen andere Kerbe der metallisch-progressiven Musik. Sie kommen über Härte und Geschwindigkeit. Und das mit einer Vehemenz, die faszinierend ist. Nach eigener Ansicht, sind die Jungs der erfolgreichste Export, den ihre Heimatstadt zu bieten hat, mal abgesehen von der Puppenkiste, und auf jeden Fall machen sie eine Musik, die man sonst nicht oft erlebt. Härte, Geschwindigkeit und Progressivität sind Dinge die man nicht oft zusammen erlebt und schon gar nicht in dieser Intensität.
Ich persönlich finde die Lautstärke dieses Auftritts schon grenzwertig, aber gerade eben noch ok, wobei ich mit dieser Meinung, wenn ich mich ein wenig umgehört hatte, wohl alleine da stand. Trotz allem ist du Musik authentisch, das wichtigste Merkmal für mich, originell und mitreißend. Und obwohl das Publikum überschaubar bleibt, steigt die Stimmung doch deutlich und man merkt, das mit dieser Musik, das Publikum eher etwas anfangen kann, was den Bewegungsdrang angeht.

Nachdem auch Dante, unter großem Applaus, die Bühne verlassen haben, wird diese nun vorbereitet für Beyond the Bridge, die man wohl als Headliner dieses Abends bezeichnen kann. Jetzt füllte sich der Saal auch ein wenig mehr und die Stimmung wurde besser und besser, zumal die Bandmitglieder ja bis kurz vor ihrem Auftritt auch noch im Zuschauerraum mit dem einen oder anderen Besucher ein Wort wechselten. Eine sehr coole Stimmung also und die wurde noch besser, als es endlich mit Musik auf der Bühne losging.
Und sofort erobern die Frankfurter die Herzen und Köpfe und Beine der Zuhörer, was zu deutlich mehr Bewegung führt, als noch während der ersten beiden Bands. Das größte Interesse allerdings galt, zumindest bei den meisten der Zuschauer, auf der Frage danach, wie sich die "Ersatzsängerin" schlagen würde. Nachdem Effloresce mit einer angeschlagenen Sängerin hatten auftreten müssen, hofften natürlich alle, das die Berichte sich bewahrheiten würden, wonach sie ein guter Ersatz sein würde.

Ich persönlich muss sagen, das ich mir sicher war, das die Jungs sich nicht mit jemandem auf die Bühne stellen würden, die nicht ganz in ihre Musik passen würde. Und so sollte es dann auch sein. Ich persönlich war nach den ersten paar Zeilen schon davon überzeugt, das Nastassja ein mehr als adäquater Ersatz sein würde. Das bestätigte sich weiter, als die Duette mit Sänger Herbie Langhans, meiner unmassgeblichen Meinung nach, noch besser klangen als mit der Originalbesetzung. Das kann aber auch daran liegen, das mein erstes und einziges Konzert mit BtB schon mehrer Monate zurücklag und ich grundsätzlich CDs und Live ungern vergleiche.
Aber wie dem auch sei, alle Anwesenden schienen die Ersatzfrau auf jeden Fall zu mögen und so endete das Konzert schließlich in einem tosenden Applaus (betrachtet man mal Location und Zuschauerzahl) und alle hatten, denke ich mal, ihren Spaß.
Besonders schön fand ich übrigens das Lied zum Andenken an ihren Freund, Bandmitglied und Produzenten, Simon Oberender, mit dem die Band ihrem ehemaligen Gitarristen und Keyboarder alle Ehre machte.

Ein sehr emotionaler Höhepunkt, wobei ich persönlich ihren Disney Mix als musikalischen Höhepunkt bezeichnen möchte. Nicht, das es komplexere und vielleicht auch bessere Songs gibt, aber die Selbstironie finde ich echt super und kann mir vorstellen, wie viel Spaß es gemacht haben muss, diesen Song zu schreiben.
Ich hoffe, es gibt auch mal wieder neues Material, damit die Jungs auch noch Stoff für eine Zugabe bekommen. :-)

Danke an alle Beteiligten für einen Rundum gelungenen Abend: Die Bands, die Techniker, die Veranstalter, die Location und natürlich nicht zuletzt die Fans.

Keep Rocking
Grim

P.S: Bilder gibt es jede Menge auf der Facebook Seite der band zu bewundern.

Kommentare:

  1. Hallo Grim,

    kann Dir nur Recht geben - das Rind ist wirklich eine außergewöhnlich schöne Location. Und als Musiker kennen wir ja ein paar. ;-) Der Ruf dieses Clubs ist längst auch in Süddeutschland bekannt - und ich muss sagen: zu Recht. Hatte wahnsinnig Spaß gemacht dort aufzutreten. :-)

    Ich finds klasse, dass Du Dich als Blogger auch in Sachen Live-Reviews betätigst - sowas tut der Szene wahnsinnig gut.

    Umso schöner natürlich auch, dass Dir unser Konzert auch gefallen hat - ist ja nicht selbstverständlich. Die Lautstärke konnten wir leider nicht beeinflußen. ;-) Und... -Hüstel- wir sind sicher NICHT der wichtigste Export aus Augsburg nach der Puppenkiste. Ähem. Aber wir arbeiten dran und: A Band can dream... ;-)

    Liebe Grüße

    Alex (DANTE/vocals)

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  2. Hi Alex,
    was soll es denn sonst noch aus Augsburg kenne, wenn nicht die Puppen und euch :-)

    Grüße
    Grim

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