Freitag, 29. März 2013

Konzert - Serenity-Vision of Atlantis- Souldrinker - ColosSaal, Aschaffenburg - 27.3.2013


Erst wollte ich unbedingt hin, dann war es mir dann doch fast noch zu stressig gewesen und ich bin dann doch hingefahren und habe es nicht eine Note lang bereut. Und dann ging es noch weiter. Direkt nach dem Konzert wollte ich einen Review schreiben und hatte dann doch plötzlich irgendwie keine Lust mehr jetzt habe ich mich offensichtlich doch durchgerungen, was zu schreiben. Also jede Menge hin und her um dieses Konzert für mich, aber ich hoffe mal, ich bereue diesen Review dann nicht doch noch.

Nach den üblichen Wirren bei der Anreise (an dieser Stelle noch mal Dank an die Bahn und ihre Helfershelfer) war ich schließlich sogar früher als geplant am Ort des Geschehens, aber so konnte man dann wenigstens in Ruhe schon mal das eine oder andere Getränk zu sich nehmen und etwas fachsimpeln über das, was einen erwarten würde. Dem Himmel sei dank haben es die Hessen ja mittlerweile geschafft, ihren Hang zum Apfelwein (oder Eppelwoi, wie er ja richtig heißt) auch in das benachbarte Bayern zu transportieren, so das man sich im Colos-Saal jederzeit rundum wohl fühlt.
Das liegt natürlich nicht nur an der Getränkekarte, sondern auch an der Location und dem eigentlich immer guten Sound und Publikum hier.

Und so begann die Veranstaltung also gut getränkt und informiert pünktlich um 20 Uhr mit der ersten Gruppe des Abends. Zwar hatte man teilweise von den Bands, in denen die Musiker von Souldrinker früher tätig waren, schon mal gehört, aber was uns da nun alle genau erwartete, war bei weitem nicht klar.
Trotzdem herrschte, wie ich das aus dem Colos-Saal nicht anders kenne, eine gute gelaunte, angenehm angespannte Stimmung, die allerdings während des ersten Songs auf eine harte Probegestellt wurde. Entweder war die Sängerin noch nicht warm oder aber die Technik hatte der Band einen Streich gespielt.

Wie dem auch sei, eine Augenweide ist die Frontrau von Souldrinker allemal. Für mich ist sie die zweitheißeste Frau, die ich je auch einer Bühne habe stehen sehen. :-) Und so konnte man das erste Stück nutzen, sich damit zu befassen, diese Frau zu bestaunen, wie sie, trotz ihrer geringen Größe, die gesamte Bühne von rechts nach links und von vorne nach hinten in Beschlag nahm. Trotzdem blieb noch genug Platz für den Rest der Band, der auch nicht gerade still vor sich hin spielte.
Man merkt der Kombo jahrelange Bühnenerfahrung an und als dann der zweite Song aus der Anlage drang, war auch der Sound deutlich besser. Respekt an Band und Techniker, das sie das so schnell und unspektakulär hinbekommen haben.

Bemerkenswert ist im übrigen vor allem die Stimme der Sängerin, die ungewöhnlich tief angesiedelt ist, wo ich aber auch ein kleines Problem der Band sehe, denn neben einem Bass und einer tiefer gestimmten Gitarre fehlt den Vocals leider, zumindest ist das meine Meinung, etwas der Raum, sich zu entfalten. Außerdem scheint die Sängerin hin und wieder ihren stimmlichen Wohlfühlraum zu verlassen, was man, wieder nur meine ungeschulten Meinung nach, dann auch merkt. Der Gesang wird dann etwas weniger durchsetzungsfähig (gibt es das Wort überhaupt), aber insgesamt eine Sicher und gute Performance, der kleinen blonden Frontfrau.

Ab diesem Zeitpunkt hatten die 4 Musiker auf der Bühne das Publikum fest im Griff und zogen ihre Show ab. Wie ich mittlerweile weiß, haben die Jungs und Mädels noch nicht viel Material und so verzeiht man ihnen auch ein individuelles Cover am Ende des Sets, das auch die Stimmung noch mal massiv anheizte.
Das ist auf jeden Fall eine Band, die man sich mal vormerken kann. Gute Show, nicht zu komplexe aber auch nicht zu einfache Songstrukturen paaren sich mit einer Technik, die man gerne sieht und hört.

Nach einer guten halben Stunde erfolgte dann die erste Umbauphase und wieder wurde viel geredet und getrunken. Durch die Bank würde ich sagen, die Zuschauer waren der Performance von Souldrinker durchaus positiv gegenüber eingestellt, aber es folgten natürlich noch zwei echte Schwergewichte des Symphonic Metal und das machte es für die Newcomer nicht unbedingt einfach.

Wie üblich ging der Umbau, wenn auch recht umfangreich, recht zügig über die Bühne und so konnten Vision of Atlantis schon bald eben diese betreten, um ihren zwei Sängern ein vollkommen anderes Niveau zu erklimmen. Und obwohl, nicht unüblich für die Band, mal wieder einige Gastmusiker mit an Bord waren, boten sie doch eine Leistung, wie aus einem Guss ab.
Es macht Spaß dem Wechselspiel der Stimmen und Instrumente zu lauschen, und auch wenn mir ein Großteil der Lieder bekannt waren gelingt es den Musikern immer wieder, so einen Auftritt zu einem Erlebnis zu machen, indem dort auch immer wieder unerwartete Dinge passieren.

Eher ungewöhnlich dürfte es gewesen sein, zumindest für mich und meine Erfahrungen, das die gerade erst veröffentlichte Platte sehr stark im Set vertreten war, aber das hat natürlich auch seinen Reiz und ist letztendlich auch der Grund, warum die Musiker den ganzen Stress einer Tour auf sich nehmen: Um das neue Album bekannt zu machen und die Zuhörer davon zu überzeugen, das sie es haben müssen. Ich denke, das ist Vision of Atlantis sehr gut gelungen und so dürfte die eine oder andere Kopie von Ethera an dem Abend über den Merchtisch gegangen sein.

Wieder einmal faszinierte mich, wie viel Spaß es solchen echten Künstlern auch macht, vor einem kaum halb vollen Haus zu speilen. Das gilt übrigens für alle drei Bands des Abends. Der Grund für den doch recht geringen Zuspruch wie ich fand, dürfte wohl am Wochentag (Mittwoch) gelegen haben, aber auch der Tatsache geschuldet gewesen sein, das Osterferien waren. Die anwesenden Zuschauer allerdings waren, wie man das hier nicht anders kennt, voll mit dabei und sorgten dafür, das sich die Musiker wohl fühlten, was man deutlich sehen konnte.

Aber der Höhepunkt des Abends, sowohl musikalisch, als auch stimmungsmäßig war noch nicht erreicht, selbst als Vision of Atlantis unter tosendem Applaus in den Backstage erreicht entlassen wurde. Die folgende Umbaupause war auch kürzer, als ich erwartet hätte, führte aber dazu, das einige Zuschauerden Anfang der Show verpassten, den der Headliner des Abends nun abbrennen würde.

Serentity ist kein unbekannter Name mehr im europäischen Symphonic Metal Bereich und die Österreicher zeigten auch von der ersten Note an, warum dem so ist, als sie ein überragendes Konzert auf die Bühne brachten, das alle Highlights ihrer bisherigen Karriere in sich vereinte aber auch das neue Album nicht zu kurz kommen ließ. Allerdings lag die Frequenz der neuen Lieder, vor allem im Vergleich mit ihren Landleuten von Vision of Atlantis, im eher üblichen Rahmen, machte aber deutlich, was für ein Brett man dort wieder an den Start gebracht hatte.

Da das neue Werk noch nicht einmal eine ganze Woche auf dem Markt war, waren die Lieder von der Scheibe für die meisten Zuhörer noch neu, aber da sie genau dem Stil entsprechen den man erwartet und erhofft hatte, war die Stimmung auch während dieser Songs einfach umwerfend. Und entweder sind die Musiker allesamt gute Schauspieler, oder aber sie waren ehrlich davon beeindruckt, was dort im Colos-Saal passierte. Ich denke, an das Heimspiel einige Tage vorher konnte man bestimmt nicht anschließen, aber die wiederholten Beteuerung von Sänger Georg Neuhauser, bald wieder ins bayrische Nachbarland zu kommen, sprechen Bände.

Und die Tatsache das der Band am Ende sogar die Zugaben ausgingen, aber man gekonnt auf eine Wiederholung des hörenswerten Fairytales zurückkam, um es mit dem Publikum wieder abzufeiern, zeigt wohl doch, wie überwältigend der Zuspruch war.

Aber die Performance, die die Band an den Tag legte, war auch enorm und beschränkte sich nicht nur auf den perfekt aufeinander abgestimmten Gesang, sondern bezog eben auch den Rest der spielfreudigen Band mit ein, die sich auch von einer gerissenen Seite des Gitarristen stoppen ließ. Kurzerhand wurde die Setlist umgestellt, um die Reparatur des Instruments zu ermöglichen, was dann auch in Rekordzeit passierte, wie ich den Eindruck hatte.

Und schon konnte man zum geplanten Set zurückkehren und zeigen, das eben nicht nur die klassischen Frontsäue es echt drauf haben, sondern eben auch Bassist und Gitarrist in der Lage sind, das Publikum zu animieren. Das bei diesen vier Frontern der Schlagzeuger und Keyboarder etwas untergehen ist vollkommen klar, aber auch sie lieferten eine echt reife Leitung an diesem Abend ab und sorgten dafür das ihre Kollegen vorne glänzen konnten. So macht Musik Spaß, auch wenn man, wie ich, eben nur Konsument ist.

Alles in allem also ein gelungener Abend, der mir mal wieder zeigte, wie interessant Vorbands sein können, findet man hier doch immer wieder echte Perlen, auf die man ansonsten vielleicht gar nicht erst geschaut hätte. Aber natürlich war auch die Show des Doppelpacks an österreichischen Gäste maßgeblich für den Abend verantwortlich, wie auch der perfekte Sound, die gute Organisation in der Location, die Location selber und natürlich auch die Fans.

FAZIT: Mal wieder ein runder Abend in Aschaffenburg, der alle Mühen und die kurze folgende Nacht wert war. Danke, hope2seeUsoon und
KEEP ROCKING \m/
Der Grim

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