Donnerstag, 25. April 2013

CD – Amorphis – Circle

Nach zwei doch sehr unterschiedlichen Alben zuletzt, stellte sich die Frage, wohin es die Band Amorphis diesmal verschlagen würde auf ihrem Weg durch die vielen Genres des Metals, die sie schon beackert haben. Und die erste Single deutete schon an, wo es diesmal hingehen könnte, aber bei 10 Stücken auf der Scheibe (ich nehme jetzt mal die Special Edition als Basis) konnte das natürlich noch keine umfassende Analyse zulassen.

Der Titel der Scheibe (Circle) könnte natürlich den Hinweis geben, das ein Kreis geschlossen wird. Aber ob und wenn ja was sich die Mannen um die beiden Axtkämpfer und Amorphis-urgesteine, Esa Holopainen und Tomi Koivusaari, dabei nun gedacht haben, kann man im Vofeld natürlich ein wenig schwer sagen. Auf jeden Fall ist es ihnen mal wieder gelungen, ein interessantes und ansprechendes Cover designen zu lassen, auf dem das titelgebende Element zumindest mehrfach zu erkennen ist.

Aber zurück zur Musik. Ich muss sagen, das mir persönlich die erste Veröffentlichung aus der elften Platte der Finnen schon ganz gut zusagte, aber ich hatte mir wieder mal etwas mehr Härte erhofft. Und wenn man dann die ganze Scheibe in Händen hat und hören kann, dann sucht man erst mal eine roten Faden, wie ihn eben die beiden letzten Scheiben hatten, und findet ihn nicht. Nach ein paar Durchläufen allerdings wird einem dann klar, das der Fünfer mal wieder seine ganze Bandbreite an musikalischen Fähigkeiten und Möglichkeiten ausschöpft, ohne dabei die jeweils anderen Aspekte aus den Augen zu verlieren.

Harte, fette Riffs schmiegen sich in sanft fließende Melodien ein und verspielte, folkloristisch angehauchte Melodien werden abgelöst von immer wieder gezielt und gut eingesetzten Growls eines sehr gut aufgelegten Tomi Joutsen. Ich persönlich hätte mir ein paar mehr dieser kraftvollen Elemente gewünscht, aber immerhin sind sie fester Bestandteil und der Sänger hat so die Chance, seine anderen Qualitäten auch noch zu zeigen, was mit Sicherheit auch live wieder gut aufgenommen wird.

Besonders fasziniert mich die Präsenz und das wieder einmal hervorragende Zusammenspiel der beiden Gitarren. Und dieses Zusammenspiel findet halt, je nach Bedarf und Lied, eben auch gegeneinander statt und dann wird es richtig interessant, wenn auch teilweise so verzwickt, das man einige Durchläufe braucht um wirklich zu verstehen, was da eigentlich passiert. Aber natürlich macht das auch diese Scheibe mal wieder zu einem echten Hinhörer, das man eben auch nach mehrmaligem hören noch etwas neues zu entdecken hat.

Und obwohl ich mir selber mehr Härte gewünscht hätte, bin ich doch froh, das Amorphis mal wieder eine Scheibe hingelegt haben, die eben nicht nur einen Teil ihrer Fähigkeiten zeigt, sondern eben auch zeigt, das in dieser Band alle Mitglieder ihre Ideen und Vorlieben einbringen können. Und auch wenn nicht jedes Stück meinen Vorlieben entsprechen, glaube ich, das es den Finnen mal wieder gelungen ist, eines der besten Alben diesen Jahres zu produzieren.

Apropos Produktion. Die ist mal wieder absolut vorbildlich gelungen. Jeder Hörer ist in der Lage, die Musik in der Lautstärke zu hören, in der er das will, ohne das sie dünn oder fahrig klingt. Außerdem hat man eine Transparenz erreicht, die man bei der Instrumentierung nicht unbedingt erwarten würde.

FAZIT: Mal wieder, was man erhofft hat, eine starke Platte, wobei die persönliche Wertung mit Sicherheit davon abhängen dürfte, ob man bereit ist, die Bandbreite der Band mitzumachen oder eben doch lieber auf den einen oder anderen Stil mehr Wert gelegt hätte.
Ach ja, mein persönlicher Anspieltipp: Nightbirds Song, der hat einfach alles!

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