Mittwoch, 3. April 2013

CD - Avantasia - The Mystery of Time


Eine Liste, die sich wie ein Who-is-Who des deutschen und europäischen Metal liest, das ist schon seit Jahren Standard bei Tobias Sammet und zwar egal, ob er Sole Scheiben veröffentlicht, oder auf Tour geht, oder aber ob er sein Musical Projekt Avantasia ins Rennen schickt.
Es ist immer ein Erlebnis, sich die neuen Scheiben anzuhören, auch wenn das volle Potential seiner Musik mit Sicherheit erst auf einer möglichst großen  Bühne zum tragen kommt, wie ich bisher allerdings erst von entsprechenden DVDs erleben konnte. Allerdings überlege ich mir immer wieder, ob das nicht sogar besser ist, als Live dabei zu  sein und nur einen Blickwinkel zu sehen. Natürlich fehlt dann die Stimmung, aber die Vielfalt der Kameraperspektiven ist mit Sicherheit nicht zu unterschätzen.

Wie dem auch sein, jetzt ist also die neue Scheibe von Avantasia draußen und wieder ist die Liste der Gastmusiker beeindruckend:
- Ferdy Doernberg von Axel Rudy Pell
- Ronnie Atkins von Bring me the Horizon
- Michael Kiske
- Arjen Anthony Lucassen
... um nur einige zu nennen.
Und wieder ist es eine perfekt inszenierte Veröffentlichung, die Herr Sammet da zelebriert, und so habe ich  mir das Machwerk auch sofort bestellt und bekommen.

Allerdings, das muss ich sofort sagen, erfüllt es nicht die Erwartungen, die ich an so eine CD hatte. Natürlich ballert sofort wieder feinster Power-Metal aus den Kopfhörern, nachdem die Scheibe im Player rotiert. Allerdings springt nicht sofort der Funke über, wie ich es mir erhofft hätte, aber auch das wäre ja nicht das erste mal, das eine neue Platte etwas Zeit braucht sich zu entwickeln. Aber was ich da alles höre, reicht von Anleihen an Schlager, Pop und Rock. Natürlich kommen auch Metalelemente nicht zu kurz, aber alles in allem ist mir  die Mischung nach dem ersten Durchlauf eine wenig zu seicht.

Aber auch das soll noch kein Kriterium sein, also wird die CD auf Autorotation gestellt und dann geht es los, die, jetzt nicht mehr ganz neue, Musik wieder und wieder wirken zu lassen, Dabei fällt mir auf, das die Produktion ganz schön dicht und kompakt ist, aber nicht überproduziert zu sein scheint. Selbst leise kann man die Musik genießen. Was mir aber nun auch auffällt, ist, das mir ein bisschen zu wenig Bass in der Mischung zu finden ist.
Natürlich nicht durchgehend, aber in einigen Passagen scheint es fast, als hätte da wer einen Filter zu hoch eingestellt oder vergessen, die Bassspur hinzu zu mischen. Schade, denn ohne dieses Fundament scheinen einige der Songs etwas zu dünn.

Und auch finde ich, das jeder Durchlauf der CD die Belanglosigkeit der Musik mehr und mehr offenbart. Also  nicht, das die Musik schlecht ist, aber zumindest meine Erwartungen kann das Werk nicht erfüllen. Keine Überraschungen reißen einen aus der Routine, keine überragenden Songpartien fesseln einen an diese Scheibe und nach dem dritten oder vierten Durchgang bin ich soweit zu sagen, das ich nicht bereue, diese Platte gekauft zu haben, das sie aber sicher nicht zu einer sehr häufig gespielten Scheibe werden wird.
Da haben Sammet und seine Mitstreiter schon besseres abgeliefert, vor allem die beiden Metal Opera Scheiben bieten da wesentlich interessantere und vielseitigere Kost, die aber vielleicht nicht ganz so Massenkompatibel gewesen sein mag.

Vielleicht steht  einer klareren Linie auch der Einsatz eines vollständigen Orchesters im Weg, das an der einen oder anderen Stelle eventuell ein wenig übertrieben eingesetzt wird und somit die Konzentration auf das wesentliche verloren geht. Schwer zu sagen, wenn man nur das Endergebnis kennt und nicht bei der Produktion anwesend sein konnte.

Dem Himmel sei dank, gibt es aber auf dem Markt des Power Metal noch innovativere Gruppe, wie man gerade bei Heavatar sehen kann, und Herr Sammet wird mit Sicherheit wieder brillante LiveShows durchziehen, aber mit dieser Scheibe gehört er für mich nicht mehr zur ersten Garde seiner Zunft.

FAZIT: Eine Scheibe, die es wert ist, gehört zu werden, aber die, vor allem ob der hohen, von Sammet selber, geschürten Erwartungen nicht das bietet, was ich mir erhofft habe.
Mein Favorit auf dieser Scheibe ist übrigens "Where Clock Hands Freeze", auch wegen des hörenswerten Solos.

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