Donnerstag, 4. April 2013

CD - Bring me the Horizon - Sempiternal


Ist Veränderung nun eigentlich etwas Gutes oder etwas Schlechtes?
Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich die neue CD von Bring me the Horizon zum ersten mal gehört habe. Denn leider bin auch ich da etwas indifferent und erwarte bei einigen Gruppen einfach dieses Element, während ich es bei anderen partout nicht ausstehen kann.
Aber auch Stagnation, oder Bewahren des Althergebrachten ist nicht einfach nur Gut oder Schlecht. Je nach Band sind die Erwartungen etwas anders. Und natürlich sollte eine Band wie Threshold sich  nicht auf Wiederholungen versteifen, sondern als progressive Gruppe immer wieder neues entwickeln und entdecken.
Und das sich jede Scheibe von Motörhead seit 30 Jahren genau gleich anhört stört mich ziemlich, denn dann kann man ja auch gleich die alten Scheiben auflegen, die haben wenigstens noch Charakter. Aber von Musikern wie den Jungs von Bullet for my Valentine erhoffe ich mir wiederum, das sie nichts ändern, sondern sich treu bleiben.

Also ist die Frage, ob Veränderung Gut oder Böse ist, in der Musik nicht nur eine Frage des Hörers und dessen Geschmack, sondern eben auch eine Frage, wen und was man nun genau hört.

Bleibt die Frage, was man von Bring me the Horizon so erwartet und der Musik, die sie machen. Grundsätzlich hätte  ich erwartet, keine großartigen Neuerungen  zu hören, sondern angenommen, das man seine alten Erfolgsrezepte weiter fährt.
Aber weit gefehlt. Die Jungs um Oli Sykes haben sich schon vom Death- zum Metal-Core entwickelt, als sie ihre zweite und dritte Scheibe auf den Markt schmissen und haben sich auch diesmal nicht lumpen lassen, an ihrem eigenen Stil weiter zu arbeiten.

Natürlich sind die Grundstrukturen weiterhin im Metal-Core zu suchen und zu finden, aber Sempiternal ist damit bei weitem noch nicht am Ende. Konsequenter, als noch im Vorgängeralbum werden elektronische Einflüsse integriert. Sicher nicht so stark und vielfältig, wie zum Beispiel bei Eskimo Callboy, aber doch deutlich hör- und spürbar.
Aber auch im Symphonic Metal haben sich die Engländer bedient, wenn es um die Anreicherung ihrer Musik geht und das finde ich, ist ein bemerkenswerter Schritt.
Der Sänger kann so auch immer mal wieder beweisen, das er eben nicht nur das übliche Schreien, Röhren und Grunzen des Metal-Core beherrscht, sondern auch in der Lage ist, sich im Klargesang zurecht zu finden und das, so finde ich, als Laie, wirklich achtbar.

Aber selbst damit ist die CD und die Musik noch nicht am Ende. Post-Hardcore, Ambient und Rock sind weitere Einflüsse, die sich an der einen oder anderen Stelle in die Stücke schleichen und teilweise, und das finde ich so interessant an diesem Album, erst  nach  mehrmaligem Hören auffallen. Das wiederum ist ein Prädikat, das man Musik dieser Musikrichtung nun wirklich nicht zutrauen würde.

Aufgrund der Vielfalt der Einflüsse, die mit Sicherheit auf Vorlieben der einzelnen Mitglieder zurück zu führen ist, denke ich, man kann der Band nicht vorwerfen, das sie zum in eine kommerzielle Richtung entwickelt hat, denn ihre eigentlich Zielgruppe wird diese Nuancen nicht wahrnehme, oder sie mit Befremden zur Kenntnis nehmen.

Bei all den musikalischen Entwicklungen auf dieser Platte hat es der Band mit Sicherheit auch geholfen, das sie nun einen eigenen Keyboarder  mit an Bord haben.
Das wirft aber natürlich  auch die Frage auf wie es denn nun mit Bring me the Horizon weitergehen wird, zumal der Weggang von Gitarrist Jona Weinhofen wohl den eingeschlagenen Weg zu zementieren scheint. Ein Keyboard gibt hier einfach  viel bessere Möglichkeiten, sich zu entwickeln.

Ich persönlich finde es schön, das es auch in Bereichen, die nicht für große Innovationen bekannt sind, immer wieder Gruppen und Musiker gibt, die bereit sind, die Grenzen zu erweitern. Das man sich damit nicht nur Freunde macht ist klar, immerhin ist Bring me the Horizon keine reine Metal-Core Kapelle mehr, aber ich hoffe, sie haben weiterhin Erfolg und zeigen uns dann, wie es weiter gehen soll.

FAZIT: Für Musikhörer mit einem offenen Geist ist die Scheibe ein absolutes Muss, auch wenn man natürlich bedenken muss, das auch diese Scheibe im Metal-Core zu stehen hat.
Anspieltip: Can you feel my Heart?  und Seen it all before

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