Samstag, 20. April 2013

Konzert - Stratovarius, Amaranthe, Seven Kingdoms - Colos-Saal Aschaffenburg - 12.4.2013

Da mir die neuen Scheiben von Stratovarius und Amaranthe gut gefallen haben, entschied ich mich, mich mal wieder auf den Weg nach Aschaffenburg zu machen, um mir diese beiden Bands mitsamt ihrer Begleitung anzusehen und zu hören. Wobei ich zugeben muss, das Amaranthe der Hauptgrund war, mir diesen Freitag mal wieder im frisch gekürten "besten Live Club 2012" um die Ohren zu schlagen.

Und der Anfang war schon mal vielversprechend, als gegen 20:30 Uhr eine Band die Bühne betrat, von der ich bis dato noch nichts gehört hatte. Seven Kingdom aus den USA sollten also die Einheizer für die beiden Skandinavier machen. Und sie legten sofort volles Rohr los. Mit ihrer sehr kraftvollen Stimme nimmt die Sängerin auch sofort das Publikum in ihren Bann. Nun ja, ihr Aussehen wird mit Sicherheit auch seinen Teil dazu beigetragen haben, das das Publikum ab dem ersten Song fröhlich mitmacht, wie man es nicht oft von Vorbands erlebt.

Offensichtlich waren die Musiker aus Florida nicht allen vollkommen fremd, wie mir, so das schnell ein gutes Miteinander entstand. Die Mischung aus Power-, Thrash- und Progressive Metal zwingt aber auch jeden Fan solcher Musik zum mitmachen, so das selbst in den hinteren Reihen schon gute Stimmung herrscht, die die Band auch gut aufzunehmen und weiter zu entwickeln weiß. Man merkt, das die Mitglieder schon seit einiger Zeit Livererfahrungen sammeln können, die sie hier an den Mann und die Frau bringen.

Das übliche Los einer Vorband ereilt aber auch die Amerikaner, als sie nach gerade mal einer halben Stunde wieder die Bühne räumen müssen, ohne den vereinzelten Forderungen nach einer Zugabe nachkommen zu können. Schade, aber so ist das nun mal. vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit die Band mal wieder in der Nähe zu sehen, und dann vielleicht auch länger.

Nach einer ungewöhnlich langen Umbaupause, betritt dann schließlich der erste Headliner des Abends die Bühne. Amaranthe haben zwar noch keine allzu lange Diskografie, aber die ist dafür umso beeindruckender und man ist gespannt, was sie an diesem Abend aus ihrem variablem Repertoire zum Besten geben werden.
Direkt zu Beginn wird dann mal gleich ein Stück der frischen CD The Nexus aufgespielt und man  merkt, das das Publikum schon recht Textsicher bei den neuen Stücken ist, keine Wunder, handelt es sich bei der Scheibe, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, um einen der frühen Höhepunkte dieses Musikjahres.

Besonders faszinierend ist bei dieser Band natürlich der variable Gesang, der von nicht weniger als drei regulären Sängern realisiert wird, ein Umstand, den man verstehen kann, wenn man die Musik der Schweden und Dänen kennt. Und nicht nur, das die drei Fronter und ihre restlichen Bandmitglieder einen perfekten Sound auf die Bühne zaubern, sondern auch die Show ist eine gute Balance zwischen einstudierten Bewegungen und spontanen Reaktionen auf das Publikum.

Das wirkt alles schon sehr professionell, womit man auch schon einen ersten Kritikpunkt am Auftritt findet, wenn einem das nicht so gut gefällt, wie zufällig wirkende Interaktionen von echten Urgesteinen. Was mich persönlich aber vielmehr stört ist der enorme Aufwand der betrieben werden muss, um den auf der Bühne fehlenden Keyboarder zu ersetzen. Denn durch die extrem vielen Einspieler ist die Flexibilität der Band natürlich sehr eingeschränkt, was den Eindruck des "Eingeübten" noch verstärkt.

Aber auf jeden Fall machen Amaranthe da weiter, wo Seven Kingdoms aufgehört haben, nämlich beim Abreißen von Bühne und Zuschauerraum in Aschaffenburg. Durch die erst zwei CDs, die den Newcomern zur Verfügung stehen, auf denen allerdings auch kein einziger schwacher Song ist, halten sie die Stimmung so hoch, wie ich es selten erlebt habe.
Aber der größte Schwachpunkt eines jeden genialen Live Auftritts, ereilt auch diesen: Das ENDE. Und das, bevor das ganze Programm der Band vom Stapelgelassen werden konnte. Aber immerhin gibt es noch eine originelle und schöne Zugabe, die noch einmal alles aus band und Publikum heraus holt. RESPEKT!!!

Ich kann es nicht numerisch belegen, aber es schien mir, das in der folgenden Pause, die für Umbau und Soundcheck für Stratovarius genutzt wurde, eine nicht  unerhebliche Menge an Zuschauern den Colos-Saal verlassen hatten. Wie gesagt, ich kann mich täuschen, weil auch ich meinen Standort geändert hatte, aber es schienen sich die Reihen doch ein wenig gelichtet zu haben, als die Finnen von Stratovarius die Bühne betraten.

Das tat allerdings, muss man fairerweise sagen, der Stimmung keinen Abbruch und die Urgesteine des europäischen PowerMetal brannten ein wahres Feuerwerk ihres großen Repertoires ab. Professionell und doch auf das Publikum eingehend, führte Sänger und Frontmann Timo durch das Programm, das durch drei Jahrzehnte Band- und Musikgeschichte führt. Natürlich steht das neue Album im Mittelpunkt, was ich persönlich etwas schade finde, da ich denke, wie ich ja auch schon im entsprechenden Review geschrieben habe, das es sich um eine der schwächeren Scheibe der Finnen handelt.

Trotzdem sind natürlich auch diese neue Stücke Live eine ganz andere Nummer und die Stimmung im Saal steigt von Song zu Song, allerdings merkt man auch hier, das die Lautstärke von Band zu Band zunimmt, was aber auf dem Niveau dieser Bands und dank der doch etwas regelnden Hand des Tontechnikers, noch im Rahmen bleibt.
Im Ganzen also ein durchaus gelungener Auftritt, wenn man aber natürlich wie immer nicht alles die Stücke gespielt bekommt, die man sich vorstellt, was aber ob der dicken Diskografie wohl auch unmöglich sein dürfte.

FAZIT: Mal wieder ein geiler Abend im Colos-Saal, der für regelmäßige Besucher schon immer der beste Club der Welt ist. Eine perfekte Zusammenstellung der Bands und eine wieder mal super Stimmung auf und vor der Bühne haben diesen Tag und die Woche zu einem perfekten Abschluss gebracht.

1 Kommentar:

  1. Hey, toller Bericht!
    Wahnsinn, ich habe tatsächlich einen Blog über Metal gefunden, das ist nun wirklich selten geworden. Wir Musikblogger gehören wohl zu einer aussterbenden Spezies :D
    Auch ich habe Amaranthe für mich entdecken können und ich kann dir in jedem Punkt zustimmen.
    Wenn du magst kannst du gerne bei meinem Blog reinschauen. Ich habe auch die zwei Amaranthe-Alben gereviewt und noch viel mehr!

    http://living--music.blogspot.de/search/label/Amaranthe

    LG Lacrymosa

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