Donnerstag, 23. Mai 2013

CD – DGM – Momentum

DGM – Ein Bandname, der aus der Anfangsbuchstaben der Namen der Gründer gebildet wurde, sind das Beste, was Italien in Sachen Progressive Metal zu bieten hat.

Aber alles der Reihe nach!

Als ich die Italiener das erste mal erleben durfte, bei einem Auftritt im Colos-Saal in Aschaffenburg, war mir klar, das ich nicht das letzte mal mit ihnen in Kontakt gekommen sein würde. Und so war es nur logisch, das ich das aktuellste Werk auch sofort besorgt hatte, sobald es verfügbar war.
Und die einzige Enttäuschung, wenn man es denn so nennen kann, war die Tatsache, das die Scheibe nicht noch besser geworden ist, als man es sich erwünscht hatte. Denn natürlich gibt es immer etwas, das man noch besser gefunden hätte, als es dann tatsächlich umgesetzt worden ist. Aber wenn man sich im Progressive Metal solche Vorbilder wie Dream Theater und Symphony X nimmt, muss man auch damit rechnen, mit ihnen verglichen zu werden.

Aber das gelingt den Musikern doch, sich diesem schweren Erbe zu stellen und die Musik dieser beiden absoluten Schwergewichte des Genres erfolgreich zu verbinden. Und so erstaunt es nicht, das kein geringerer als Russell Allen von den eben genannten Symphony X auch ein Gesangspartner der Jungs ist, wenn sie ihre Neunte Scheibe vorlegen.

Und da das Duett direkt die CD eröffnet, wird man auch sofort von der markanten Stimme des Hünen aus Kalifornien gefangen genommen und es wird gezeigt, wo es hin gehen soll. Mit einer fast schon genialen Mischung aus der Härte und Geschwindigkeit von Symphony X und der Verspieltheit von Dream Theater schaffen es die Jungs aus Italien immer wieder, jedes Stück zu einem Hinhörer zu machen.
Man kann sich zu Beginn sogar fragen, ob man dort nicht die neue Scheibe von Symphony X in den Händen hält, ein Umstand, der für mich keine Problem darstellt, sondern eher davon zeugt, wie reif die Italiener mittlerweile geworden sind. Denn es ist bestimmt nicht einfach, sich einen Platz zwischen so großen Namen zu suchen und auch zu finden, und im weiteren Verlauf der Platte merkt man zwar immer wieder Parallelen zwischen DGM und den Vorbildern, aber es bleibt immer genug Platz für die Musiker und ihre eigenen Ideen, um im weiteren Verlauf nicht als Kopie dazustehen, wie es leider all zu oft passiert, wenn sich Bands große Vorbilder nehmen.

Es handelt sich bei Momentum, so der Titel der Scheibe, um eine Platte, die von vorne bis hinten keine auch noch so kleine Schwäche zeigt. Jedes Stück hat seine Berechtigung, sein eigenes Leben und Klingen. Und auch, wenn die Band keines seiner Gründungsmitglieder mehr in seinen Reihen sieht, so haben die Besetzungswechsel offensichtlich dazu geführt, das das Bandgefüge stabil und die Qualität der Musiker und Musik besser wurde. Auf 20 Jahre und eben 9 Platten können wohl nur wenige Bands zurückschauen, was auf eine konstante Anhängerschaft schließen lässt.

Diese können die Italiener mit dieser Scheibe nun hoffentlich weiter ausbauen, so das wir auch in Zukunft von ihnen hören werden, oder sie, so hoffe ich mal, auch wieder mal Live in der Region zu sehen bekommen.


FAZIT: Eine Scheibe voller Highlights und ohne Schwächen. Keine Füller und keine Stücke, die man eben mal auf die Platte gepackt hat. Jeder Song ein Volltreffer, auch wenn das beste Stück, imho, bereits als erstes aus den Lautsprechern scholl. Mit Reason haben die Jungs ein echtes Kunstwerk geschaffen, das ihnen, zusammen mit dem Rest der Platte, einen festen Platz in der Best-of-2013 sichern dürfte. Selbst die großen Vorbilder werden Probleme haben, das noch zu übertreffen.h

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