Donnerstag, 6. Juni 2013

CD – Battle Beast – Battle Beast

Die Finnen sind ein guter Beweis dafür, das Bandwettbewerbe durchaus ihre Berechtigung haben. Haben es die Jungs und Mädels es doch immerhin innerhalb von 3 Jahren vom Gewinner des Wacken Nachwuchswettbewerbs „Metal Ballte“ zum durchaus beachtenswerten Act geschafft und bringen mit ihrer zweiten Platte eine bemerkenswerte Scheibe auf den Markt. Das sie mittlerweile bei Nuclear Blast unter Vertrag sind zeigt auch, das die Dönzdorfer ein Gespür für Qualität haben.

Natürlich ist das Label nur die eine Seite, denn immer noch entscheiden sich einige Fans nur nach Qualität dafür, ob sie eine Band unterstützen oder nicht. Aber ich denke, Battle Beast wird sich durchaus eine größere Gruppe an treuen Fans erspielen können, wenn sie ihren Stil beibehalten und vielleicht noch die eine oder andere Schwäche ausbügeln.

Um dann aber mal mit einer der Stärken der Finnen zu beginnen, möchte ich den Gesang erwähnen, der nicht nur extrem markant ist, sondern auch sehr variabel. Genau wie die Musik sich ständig in neuen Tempi einfindet, so variiert auch die Sängerin ihr Instrument. Mal kraftvoll, im Stile einer Doro Pesch, mal sanft und melodisch, das man schon fast glaubt, eine Melodic Rock Band vor sich zu haben, und dann wieder wild und rau, wie ein Robb Halford.

Ich weiß, das ich hier große Namen in den Mund nehme, um den Gesang zu charakterisieren und mit Sicherheit werden mir nicht alle Hörer zustimmen, aber ich glaube, in Verbindung mit dem teilweise echt genialen Songwriting und den verspielten, aber originellen, Soli ergibt sich eine Musik, die man in dieser Zusammenstellung heute nur noch selten hört. Und da die Musiker (und natürlich ihre Produzenten) auch vor gewagten Effekten und dem Einsatz stimmiger Samples nicht zurückschrecken, kann ich nur sagen, das ich diese Platte wohl am Ende des Jahres in meiner persönlichen Bestenliste haben werde.

Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten, und so muss ich, nach längerer Pause, mal wieder bemängeln, das es offensichtlich immer noch den Lautheitskrieg gibt, der auch dieser Platte leider bis fast zur Spitze getrieben wird, so das eine Dauerrotation der Scheibe nicht ohne weiteres möglich ist. Natürlich macht das die Musik nicht schlechter, aber es macht sie, zumindest empfinde ich das so, schlechter hörbar. Immer wieder merkte ich beim Hören, das ich „müde“ wurde und eine Pause brauchte. Nicht, das es genug andere, gute Musik in meiner Sammlung gibt, aber ein kleiner Wermutstropfen ist es für mich auf jeden Fall.


FAZIT: Eine wunderschöne, originelle, abwechslungsreiche Platte, die die Besten Seiten des Heavy Metal vereint, ohne den Blick über den Tellerrand zu vergessen. Thrash-, Death-, Melodic-Metal, alles das verarbeitet Battle Beast erfolgreich in ihrer zweiten Platte und es bleibt zu hoffen, das wir auch weiterhin von den Finnen hören.
Mein Favorit auf einer starken Platte ist eindeutig Kingdom und das nicht nur wegen der Länge, sondern auch, weil es viel Elemente in einem Song zusammenbringt, die Battle Beast von der Masse abheben.

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