Montag, 10. Juni 2013

CD – Dark Tranquility – Construct

Ganz sicher nicht so sperrig wie der Titel (Construct) ist dieses Album, wenn der seinerseits auch kurz und knackig herüberkommt. Aber was man darunter dann alles verstehen will und kann, kann dann doch recht umfangreich sein. Bei dem Begriff und dem Zusammenhang mit Dark Tranquility kam mir als erstes ein Gedankengebäude in den Sinn, ein sehr theoretisches Ding, aber dann eben auch Gebäude an und für sich. Und als Frankfurter denkt man dann natürlich sofort an Hochhäuser, mit Sicherheit etwas großes und sperriges.

Aber der Titel der neuen Scheibe der Schweden (ja, auch dieser Vertreter der melodischen Death Metal kommt aus dem Norden Europas) soll hier nur als Aufhänger dienen. Mir geht es um die Musik auf der neuen CD und die ist, so einfach kann man das zusammenfassen, mal wieder absolut genial. Vielseitig und vielschichtig, mal aggressiv mal sanft. Alleine die Flexibilität von Sänger Mikael Stanne ist immer wieder faszinierend. Die Band lässt sich ungern in ein Genre einstufen, aber zumindest die Umwelt hat ihnen (mit anderen) die Schaffung eines eigenen Genres zugeschrieben.

Und dieses Genre füllen sie mit jeder Scheibe mit neuem Leben, oder die Grundzüge ihrer Musik zu vergessen oder zu verraten. Dark Tranquility sind mal wieder in der Lage, eine Scheibe zu präsentieren, die von allem etwas hat. Melancholische Low-Tempo Stücke (None Becoming) getragene, hymnische Werke (Uniformity) und wahre Knaller mit Tempo und Gefühl (The Science of Noise). Also eine Scheibe für jeden, der die Jungs schon immer mochte, aber durchaus auch etwas für jemanden, der wissen will, das diese Musikrichtung, Made in Northern Europe, denn so ausmacht.

Und da ich mir mal wieder nicht die Standard Version der CD gekauft habe, sondern mir, guten Gewissens, die Extended Version gegönnt habe, habe also nicht nur den Genuss der 10 neuen Stücke, sondern auch noch einige Liveaufnahmen der Band. Hierbei muss man ehrlich sagen, das die Aufnahmen aus Mailand echt hörenswert sind (13 Stücke), sowohl von der Qualität, als auch von Songauswahl und der Stimmung. Das Konzert erinnert schon fast an ein Best-of-Album. Einfach großartig!
Dann allerdings folgen zwei Stücke, die auf dem With Full Force Festival aufgenommen wurden und man fragt sich ernsthaft, ob man hier die Aufnahme einer Handykamera benutzt hat, denn ehrlich gesagt haben viele Aufnahmen mit solchen Geräten auf YouTube mittlerweile eine bessere Qualität.

FAZIT: Eine, mal wieder, rund rum gelungene Platte aus Schweden, deren einziger Schwachpunkt ist, das sie enden muss und natürlich (und da muss mal schon lange suchen) die extrem schlechten Live Aufnahmen ganz am Ende.
Mit anderen Worten, Dark Tranquility hat die Messlatte mal wieder ein Stück nach ober verschoben, was „ihr“ Genre betrifft.


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