Montag, 3. Juni 2013

CD – Deez Nuts – Bout it

Die Band existiert in dieser Zusammensetzung erst seit 2007, aber mit Bout It bringen die Australier schon ihre vierte Scheibe auf den Markt, und mal wieder zeigen sie, das sie zu den Bands gehören, die weiterhin an der Entwicklung des Hardcore arbeiten, ohne dabei in den Post-Bereich zu kommen. Nicht, das es auch dort interessante Bands und Musiker gibt, aber nach der Schwemme an HC Bands um die Jahrtausendwende, ist es doch erfrischend zu sehen, das es noch Leute gibt, die den ursprünglichen Geist der Musik hochhalten, sowohl musikalisch, als auch textuell.

Ob man die Musik mag, hängt natürlich vom persönlichen Geschmack ab, aber mit ihren, immer wieder von Rap beeinflussten „Gesangs“-Einlagen, sind die Jungs Deez Nuts im Jahr 2013 doch eher eine Seltenheit geworden, was ihre Musik wieder interessanter macht. Immerhin hört man nicht mehr an jeder Ecke eine Band, die immer und immer wieder dasselbe wiederholt.

Und da die Jungs um JJ Peters auch nicht vergessen, immer mal wieder ihre Metalwurzeln zu zelebrieren, ergibt sich auch auf der neuen Scheibe wieder ein explosiver Mix. Zwar ist die Scheibe mit knapp 30 Minuten relativ kurz geraten, aber erstens ist das natürlich nicht ganz genreuntypisch und die Musik, die in dieser Zeit aus dem Kopfhörer dröhnt ist energetisch kaum zu überbieten und man fragt sich, wie man glauben konnte, das der Hardcore nicht nur seine Zenit überschritten hat, sondern eben sogar auf dem aussterbenden Ast sein würde.

Deez Nuts zeigen mit dem vorliegenden Album mal wieder, das ihr Musikstil zwar nicht mehr zum sogenannten Mainstream gehört, aber mit einer solchen Intensität, wie ihn die Australier zelebrieren, durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Man darf gespannt sein, wie die Jungs mit ihrem erweiterten Katalog wieder die Bühnen dieser Welt einreißen werden. Denn dafür, und das merkt man auf der Platte von Anfang bis Ende, wurde diese Musik offensichtlich geschrieben.

FAZIT: Eine der letzten großen, klassischen NY Hardcore Kapellen macht das, was sie am Besten kann, und beweist, das eine Musik nicht nur zu ihrer jeweiligen Hoch-Zeit gespielt werden kann, sondern das man sich auch gegen eine Totsagung erfolgreich (und laut) zur Wehr setzen kann.
STAY HEAVY!

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