Freitag, 21. Juni 2013

CD - Driven by Entropy - Driven by Entropy

Modern Metal aus Deutschland, und dann auch noch aus Frankfurt, dem Herzen der Rhein-Main Region. Da sich unter diesem Begriff mittlerweile sehr viele Bands und Musiker tummeln ist mir die Definition etwas zu allgemein, aber bereits das erste durch hören des Albums macht klar, wo es bei den Jungs von Driven by Entropy lang gehen soll. Allerdings, und das macht, so finde ich, den Unterschied zwischen Durchschnitt und Gut aus, ist es mit dem einmaligen hören der Platte nicht getan.
Zu vielschichtig ist die Musik, als das man sie beim ersten, zweiten oder dritten Hören in all ihren Feinheiten gehört hätte. Aber fangen wir am Anfang an, oder besser gesagt im Basement.

Variables, präzises Drumming stellt die Grundlage der Musik dar, die auf diesem Debüt geboten wird. Der Bass verbreitert, unspektakulär aber allzeit präsent, diese Basis dann noch, so das das ganze zu einem guten Fundament wird. Gitarren und Gesang haben dann darauf die Möglichkeit, sich zu entfalten und ihrem Spiel freien Lauf zu lassen. Und manchmal gelingt es auch eine gewisse Leichtigkeit aufzubauen, wobei ich vor allem die Wandlungsfähigkeit des Sängers bewundere.

Ob er nun Deathmetal typische Grunts oder Growls nutzt, um seine Emotionen zu artikulieren, oder aber den Text einfach aber routiniert heraus rotzt, wie man es vom Thrash Metal erwarten würde, ist egal. Immer glänzt die Stimme präzise und präsent im Vordergrund, geführt und begleitet von sehr präzise gespielten und gemischten Gitarren, die auch immer wieder die Chance bekommen und nutzen, zu glänzen.
Allerdings kann der Sänger der Frankfurter durchaus auch überzeugen, wenn es in die Passagen geht, in denen Klargesang gefordert ist. Verständlich, überzeugend und jederzeit treffgenau formuliert er den Gesang und auch plötzliche Wechsel zwischen den verschiedenen Gesangsstilen stellen keine Problem dar.

Wobei das bei einer Aufnahme natürlich durchaus durch mehrfache Takes erledigt werden kann, so das ich einmal persönlich erleben würde, wie diese abrupten Wechsel in einer Live Situation umgesetzt werden.
Allerdings stehen die Gitarristen ihrem singenden Kollegen kaum in etwas nach und prügeln ein Riff nach dem anderen runter, das es nur  so eine Freude ist. Und trotz der direkten Art ihrer Musik gelingt es den Bandmitgliedern immer wieder auch progressive und extrem melodiöse Elemente einzubauen, ohne dabei ihren Faden zu verlieren. Nicht zuletzt machen aber auch die ausgefeilten Solos die Stücke immer wieder interessant, die auch immer wieder überraschendes hervorbringen.

Dieses interessante Gitarrenspiel könnte nicht zuletzt an einem weiteren Einfluss liegen, den Driven by Entropy in ihre Musik einfließen lassen, nämlich den Djent. Ich muss zugeben, das ich erst nachschauen musste, was diese Musik genau ausmacht aber ich denke, vor allem das harte dämpfen der Saiten mit dem Handballen macht die Musik sehr viel direkter, weil es weniger, vielleicht ungewollte, Tonverläufe gibt, was das wahrnehmen der gemeinten Musiklinie wohl noch ein bisschen verbessert.

Alles in Allem ein  extrem interessantes, vielseitiges und originelles Album, mit dem die Frankfurter, so denke ich, ihre eigene Musik geschaffen haben, die sie hoffentlich von einem Geheimtipp wegbringt und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich macht. Man sollte dabei aber nie vergessen, das es moderner, aggressiver, harter und lauter Metal ist, den die Jungs da machen, es also mit Sicherheit keine Musik für jedermann ist, aber innerhalb  der Metal-Fans sollte man sich die Scheibe ruhig mal zu Gemüt führen.

FAZIT: Ein gelungenes Debüt, dem man  nur wünschen kann, das es nicht der einzige Stern in der Geschichte der Band bleiben wird. Klar und sauber produziert, kraftvoll und variabel gespielt und gesungen.
Anspieltip: Escaping, sehr schönes Midtempo Stück, das viel der erwähnten Elemente beinhaltet.

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