Dienstag, 18. Juni 2013

CD – Panteón Rococó – Panteón Rococó

Jetzt, wo ich das erste mal eine CD dieser Kombo in die Hände bekommen habe, ärgere ich mich tierisch, sie auf dem Open Flair letztes Jahr verpasst zu haben, denn was die Jungs alleine auf ihren Platten an Energie rüberbringen, das muss live wohl noch mal getoppt werden. Dank Youtube habe ich zwar einige Auftritte mittlerweile sehen können, aber offensichtlich ist das etwas vollkommen anderes, als wirklich Live dabei z u sein.

Die Mexikaner machen, für allem die es nicht wissen, eine Mischung aus Jazz, Salsa, Rumba, Reggea Cumbia, Jazz, Elektro, Rock und Pop. Mit anderen Worten, sie mischen die Musik ihrer Heimat mit den westlichen Einflüssen und machen daraus eine extrem mitreißende und tanzbare Musik, die jeden, der Rhythmus im Körper hat fast zwangsläufig zum mitmachen bewegt. Ich war selber überrascht, wie toll die mexikanischen Texte sich in die Musik einfügen und diese wunderbar ergänzen. Und auch, wenn man kaum etwas von den Texten versteht, reißt einen die Musik sofort mit und bringt jede Zuschauermenge innerhalb von ein paar Takten dazu, sich dem Rhythmus zu unterwerfen.

Die Musik hat immer, egal worum es im Text geht, einen extrem gute Laune Effekt, weswegen ich einige der Platten der Mexikaner ab sofort zu meinem Standard Repertoire hinzugefügt habe. Aber in den Texten geht es nicht immer so lustig zu, wie es die Musik vermuten lässt, die Musiker verarbeiten natürlich ihre Gefühle, setzen sich aber auch, wie viele ihrer Freunde aus der  Region, für die Rechte der Entrechteten Ureinwohner ihrer Länder ein. Sie nutzen also, so wie es ursprünglich ja auch mal im Punk gedacht war, die Musik dazu, eine politische Botschaft zu vermitteln.

In Europa haben das leider sehr viele Bands dieses Genres vergessen und nennen ihre Musik nur noch so, weil sie dem Dilettantismus nacheifern, ob aus Unfähigkeit oder aus Prinzip ist wohl sehr unterschiedlich.
Aber zurück zu Panteón Rococó, die in Europa und vor allem in Deutschland ein gerne gesehener Gast sind, garantieren sie doch massive Bewegung im Publikum und extreme Action auf der Bühne. Auf den Platten merkt man aber auch, das jedes Instrument das ist, wonach es klingt. So gibt es natürlich E-Gitarre, E-Bass und Drums, aber eben auch Akkordeon, Trompeten, Posaunen, Saxophon und auch einen eigenen DJ bringen die Jungs mit, der zusammen mit dem Percussionisten eine immer wieder überraschende Wendung in der Musik schafft.

Und auch, wenn man die Sprach der Band in keiner Weise versteht, fühlt man sich nach einigen Durchläufen animiert, mitzusingen, was wahrscheinlich zu einigen lustigen Effekten führen würde, wenn man denn verstehen würde, was man da singt. Aber das stört wahrscheinlich kaum jemanden, weder im eigenen Wohnzimmer noch auf einem Konzert. Und das ist, so denke ich mir, die echte Domäne der Mexikaner, denn langsame Stücke oder schlechte Stimmung scheinen sie nicht zu kennen.


FAZIT: Musik, die zum Mitmachen schon fast zwingt. Ich jedenfalls kann nur sagen, das ich nicht ruhig 
halten kann, egal wann und wo ich diese Scheibe gehört habe. Und mal wider eine Scheibe, bei der ich kein Stück herausheben möchte. Einfach  mal die Scheibe anhören und selber entscheiden.

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