Donnerstag, 25. Juli 2013

Konzert - Parian, Tusk und Bad Appel - 22.6.2013 - Fillis in Hanau

Nach längerer Zeit hatte es mich mal wieder ins Fillis in Hanau verschlagen, aber da einer guter Bekannter mit ein paar anderen Newcomern die Location mal wieder besuchte, dachte ich mir, das sei ein gute Gelegenheit. Immerhin ist die Kneipe nicht weit weg, schön klein für Leute, die sich mal versuchen wollen und man hat als Zuhörer die Chance, sich auch in den Pausen mal mit einen kühlen Getränk in Ruhe hinzusetzen und das Gehörte wirken zu lassen.

Und das sich drei Bands den Abend teilten, war zu hoffen, das es einiges zu hören  und zu verarbeiten geben würde. Bei unbekannten Musikern ist es zwar immer schwer zu sagen, ob das Erlebnis denn nun positiv oder negativ sein würde, aber das Risiko muss man eben eingehen, wenn man die Szene (wenn es so was denn überhaupt gibt) unterstützen und etwas neues erleben will.
Und oft genug ist man ja dann doch eher positiv überrascht, als negativ bestätigt, wie ich aus persönlicher Erfahrung sagen kann.

Wie immer in diesem sogenannten Sommer war ich  unsicher, was ich anziehen sollte, entscheid mich dann aber eher für die bevorzugte, wasser- und wetterdichte Kleidung. Eigentlich schade, aber man muss wohl schon froh sein, das es zumindest an diesem Abend trocken blieb.
Im Fillis angekommen, erst mal überrascht worden, von der großen Menge an Publikum, was man aber wohl ein bisschen relativieren muss, war es doch, zumindest bei zwei der drei Bands der erste bzw. zweite Auftritt überhaupt und der erste in der direkten Nachbarschaft.

So kamen dann also neben einigen Freunden, auch Teile der Familien, was den Raum doch ganz ansehnlich füllte. Und wenn die gebotene Musik mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack war, so harrten doch die meisten auch bis zum Schluss aus, was man ihnen hoch anrechnen muss.

Als dann also schließlich, pünktlich um 9 die erste Band (Bad Appel und ja, die schreiben sich wirklich so) die Bühne (insoweit man in der Loccation davon reden kann) betrat, war der Raum doch recht gut gefüllt, allerdings stellte sich schnell heraus, das es durchaus andere Probleme gab. Der Gesang war leider nur sehr schwer zu hören, was ich persönlich aber nicht zu traurig fand, denn gegen die recht interessanten Intrumentalteile hatte der Sänger nicht nur lautstärkemäßig, sondern leider auch qualitativ nicht viel zu melden.

Trotzdem schaffte es die Band, die auch kurzfristig ihren Drummer hatten ersetzen müssen, einen interessanten Stil an den Tag zu legen. Man merkte zwar, das sie noch wenig Erfahrung auf der Bühne hatten, aber was sie musikalisch boten, war durchaus hörenswert, wenn auch verbesserungsfähig. Neben den Schwächen im Gesang fiel mir auch auf, das die Übergänge zwischen den verschiedenen Teilen (Respekt hierfür) noch etwas Aufmerksamkeit erfordern. Bei ihrem Vorletzten Stück "Live" zeigten sie dann, was sie können und auch, das der Sänger wohl eher in Richtung Klargesang üben sollte, auch wenn das in der heutigen Zeit  nicht mehr IN zu sein scheint.
Alles in Allem ein gelungener Auftakt des Abends, der die Hoffnung nährte, das es noch besser werden könnte.

Die Umbauphase wurde unter Einsatz beider Bands erstaunlich kurz gehalten, und so ging es schon bald mit Tusk als nächste Kapelle weiter, die wohl schon etwas mehr Erfahrung auf der Bühne mitbrachte und das auch sofort zeigte. Feiner Heavy Metal wurde da in den Raum geblasen, allerdings war auch hier der Gesang ein wenig zu leise und hatte nicht die nötige Präsenz. Wer die Location kennt, weiß, was ich meine, für alle anderen; Lediglich der Gesang wird hier über eine PA geschickt, was immer wieder zu Balanceproblemen führt.

Schade, aber bei diesem Auftritt der einzige Wehrmutstropfen, sieht man mal von dem angekündigten Rammstein Tribute ab. Aber das ist ein persönliches Problem mit dieser Band meinerseits. Ich fragte mich immer wieder "Warum machen die so was?" und "Was war daran denn nun ein Tribut an Rammstein?".
Auch dieser Auftritt dauerte nicht wesentlich länger als der erste, was ich schon ein bisschen Schade fand, aber es sollte ja noch eine dritte Band folgen. Und da der Umbau diesmal, aus welchen Gründen auch immer, ein wenig länger dauerte, war das vielleicht ganz gut so.

Eben diese dritte Band, Parian mit Namen, betrat schließlich zu ihrem erst zweiten Konzert die Bühne, aber das konnten die Mitglieder ganz ordentlich überspielen und routiniert spielten sie ihr, zum Großteil aus Covern bestehendes Repertoire, herunter. Der Bassist und Sänger und seine Mitstreiter schaffen es aber, und das finde ich recht beeindruckend, trotz der Nachspielerei, den Stücken ihren eigenen Stempel aufzudrücken, wobei ich sagen muss, die Version von "Islander" von "Nightwish" fand ich nicht sonderlich gelungen. Sorry Jungs!
Um so gelungener haben mir dafür "Maniac" und "Sweet Dreams" gefallen, die als genrefremde Stücke sehr gut umgesetzt wurden.

Zusätzlich, und das finde ich viel wichtiger, haben die Jungs auch drei eigene Stücke im Angebot, die allerdings alle (noch?) ohne Gesang auskomme müssen. Diese Stücke allerdings, haben durchaus Potential, wobei es sein kann, das auch hier der Vorteil der Stimmlosigkeit vorliegt weil die Vocals sonst nicht sonderlich gut IN der Musik untergebracht waren, sondern dieser meistens  unterlagen.

Ich persönlich, hätte auf den albernen Teil der Musiker verzichten können, nachdem die ihr komplettes Programm durchgespielt hatten, aber die anderen Gäste schienen das recht interessant zu finden.

FAZIT: Ein gelungener Abend, mit drei interessanten Bands, deren Entwicklung man mal im Auge behalten kann, wenn sie denn weiter machen und sich demnächst vielleicht mehr trauen. Und mit Tusk waren dann sogar schon echte Könner dabei, die auf jeden Fall einen weiteren Konzertbesuch wert sind, wenn sie denn mal wieder auftreten.

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