Freitag, 29. März 2013

Konzert - Serenity-Vision of Atlantis- Souldrinker - ColosSaal, Aschaffenburg - 27.3.2013


Erst wollte ich unbedingt hin, dann war es mir dann doch fast noch zu stressig gewesen und ich bin dann doch hingefahren und habe es nicht eine Note lang bereut. Und dann ging es noch weiter. Direkt nach dem Konzert wollte ich einen Review schreiben und hatte dann doch plötzlich irgendwie keine Lust mehr jetzt habe ich mich offensichtlich doch durchgerungen, was zu schreiben. Also jede Menge hin und her um dieses Konzert für mich, aber ich hoffe mal, ich bereue diesen Review dann nicht doch noch.

Nach den üblichen Wirren bei der Anreise (an dieser Stelle noch mal Dank an die Bahn und ihre Helfershelfer) war ich schließlich sogar früher als geplant am Ort des Geschehens, aber so konnte man dann wenigstens in Ruhe schon mal das eine oder andere Getränk zu sich nehmen und etwas fachsimpeln über das, was einen erwarten würde. Dem Himmel sei dank haben es die Hessen ja mittlerweile geschafft, ihren Hang zum Apfelwein (oder Eppelwoi, wie er ja richtig heißt) auch in das benachbarte Bayern zu transportieren, so das man sich im Colos-Saal jederzeit rundum wohl fühlt.
Das liegt natürlich nicht nur an der Getränkekarte, sondern auch an der Location und dem eigentlich immer guten Sound und Publikum hier.

Und so begann die Veranstaltung also gut getränkt und informiert pünktlich um 20 Uhr mit der ersten Gruppe des Abends. Zwar hatte man teilweise von den Bands, in denen die Musiker von Souldrinker früher tätig waren, schon mal gehört, aber was uns da nun alle genau erwartete, war bei weitem nicht klar.
Trotzdem herrschte, wie ich das aus dem Colos-Saal nicht anders kenne, eine gute gelaunte, angenehm angespannte Stimmung, die allerdings während des ersten Songs auf eine harte Probegestellt wurde. Entweder war die Sängerin noch nicht warm oder aber die Technik hatte der Band einen Streich gespielt.

Wie dem auch sei, eine Augenweide ist die Frontrau von Souldrinker allemal. Für mich ist sie die zweitheißeste Frau, die ich je auch einer Bühne habe stehen sehen. :-) Und so konnte man das erste Stück nutzen, sich damit zu befassen, diese Frau zu bestaunen, wie sie, trotz ihrer geringen Größe, die gesamte Bühne von rechts nach links und von vorne nach hinten in Beschlag nahm. Trotzdem blieb noch genug Platz für den Rest der Band, der auch nicht gerade still vor sich hin spielte.
Man merkt der Kombo jahrelange Bühnenerfahrung an und als dann der zweite Song aus der Anlage drang, war auch der Sound deutlich besser. Respekt an Band und Techniker, das sie das so schnell und unspektakulär hinbekommen haben.

Bemerkenswert ist im übrigen vor allem die Stimme der Sängerin, die ungewöhnlich tief angesiedelt ist, wo ich aber auch ein kleines Problem der Band sehe, denn neben einem Bass und einer tiefer gestimmten Gitarre fehlt den Vocals leider, zumindest ist das meine Meinung, etwas der Raum, sich zu entfalten. Außerdem scheint die Sängerin hin und wieder ihren stimmlichen Wohlfühlraum zu verlassen, was man, wieder nur meine ungeschulten Meinung nach, dann auch merkt. Der Gesang wird dann etwas weniger durchsetzungsfähig (gibt es das Wort überhaupt), aber insgesamt eine Sicher und gute Performance, der kleinen blonden Frontfrau.

Ab diesem Zeitpunkt hatten die 4 Musiker auf der Bühne das Publikum fest im Griff und zogen ihre Show ab. Wie ich mittlerweile weiß, haben die Jungs und Mädels noch nicht viel Material und so verzeiht man ihnen auch ein individuelles Cover am Ende des Sets, das auch die Stimmung noch mal massiv anheizte.
Das ist auf jeden Fall eine Band, die man sich mal vormerken kann. Gute Show, nicht zu komplexe aber auch nicht zu einfache Songstrukturen paaren sich mit einer Technik, die man gerne sieht und hört.

Nach einer guten halben Stunde erfolgte dann die erste Umbauphase und wieder wurde viel geredet und getrunken. Durch die Bank würde ich sagen, die Zuschauer waren der Performance von Souldrinker durchaus positiv gegenüber eingestellt, aber es folgten natürlich noch zwei echte Schwergewichte des Symphonic Metal und das machte es für die Newcomer nicht unbedingt einfach.

Wie üblich ging der Umbau, wenn auch recht umfangreich, recht zügig über die Bühne und so konnten Vision of Atlantis schon bald eben diese betreten, um ihren zwei Sängern ein vollkommen anderes Niveau zu erklimmen. Und obwohl, nicht unüblich für die Band, mal wieder einige Gastmusiker mit an Bord waren, boten sie doch eine Leistung, wie aus einem Guss ab.
Es macht Spaß dem Wechselspiel der Stimmen und Instrumente zu lauschen, und auch wenn mir ein Großteil der Lieder bekannt waren gelingt es den Musikern immer wieder, so einen Auftritt zu einem Erlebnis zu machen, indem dort auch immer wieder unerwartete Dinge passieren.

Eher ungewöhnlich dürfte es gewesen sein, zumindest für mich und meine Erfahrungen, das die gerade erst veröffentlichte Platte sehr stark im Set vertreten war, aber das hat natürlich auch seinen Reiz und ist letztendlich auch der Grund, warum die Musiker den ganzen Stress einer Tour auf sich nehmen: Um das neue Album bekannt zu machen und die Zuhörer davon zu überzeugen, das sie es haben müssen. Ich denke, das ist Vision of Atlantis sehr gut gelungen und so dürfte die eine oder andere Kopie von Ethera an dem Abend über den Merchtisch gegangen sein.

Wieder einmal faszinierte mich, wie viel Spaß es solchen echten Künstlern auch macht, vor einem kaum halb vollen Haus zu speilen. Das gilt übrigens für alle drei Bands des Abends. Der Grund für den doch recht geringen Zuspruch wie ich fand, dürfte wohl am Wochentag (Mittwoch) gelegen haben, aber auch der Tatsache geschuldet gewesen sein, das Osterferien waren. Die anwesenden Zuschauer allerdings waren, wie man das hier nicht anders kennt, voll mit dabei und sorgten dafür, das sich die Musiker wohl fühlten, was man deutlich sehen konnte.

Aber der Höhepunkt des Abends, sowohl musikalisch, als auch stimmungsmäßig war noch nicht erreicht, selbst als Vision of Atlantis unter tosendem Applaus in den Backstage erreicht entlassen wurde. Die folgende Umbaupause war auch kürzer, als ich erwartet hätte, führte aber dazu, das einige Zuschauerden Anfang der Show verpassten, den der Headliner des Abends nun abbrennen würde.

Serentity ist kein unbekannter Name mehr im europäischen Symphonic Metal Bereich und die Österreicher zeigten auch von der ersten Note an, warum dem so ist, als sie ein überragendes Konzert auf die Bühne brachten, das alle Highlights ihrer bisherigen Karriere in sich vereinte aber auch das neue Album nicht zu kurz kommen ließ. Allerdings lag die Frequenz der neuen Lieder, vor allem im Vergleich mit ihren Landleuten von Vision of Atlantis, im eher üblichen Rahmen, machte aber deutlich, was für ein Brett man dort wieder an den Start gebracht hatte.

Da das neue Werk noch nicht einmal eine ganze Woche auf dem Markt war, waren die Lieder von der Scheibe für die meisten Zuhörer noch neu, aber da sie genau dem Stil entsprechen den man erwartet und erhofft hatte, war die Stimmung auch während dieser Songs einfach umwerfend. Und entweder sind die Musiker allesamt gute Schauspieler, oder aber sie waren ehrlich davon beeindruckt, was dort im Colos-Saal passierte. Ich denke, an das Heimspiel einige Tage vorher konnte man bestimmt nicht anschließen, aber die wiederholten Beteuerung von Sänger Georg Neuhauser, bald wieder ins bayrische Nachbarland zu kommen, sprechen Bände.

Und die Tatsache das der Band am Ende sogar die Zugaben ausgingen, aber man gekonnt auf eine Wiederholung des hörenswerten Fairytales zurückkam, um es mit dem Publikum wieder abzufeiern, zeigt wohl doch, wie überwältigend der Zuspruch war.

Aber die Performance, die die Band an den Tag legte, war auch enorm und beschränkte sich nicht nur auf den perfekt aufeinander abgestimmten Gesang, sondern bezog eben auch den Rest der spielfreudigen Band mit ein, die sich auch von einer gerissenen Seite des Gitarristen stoppen ließ. Kurzerhand wurde die Setlist umgestellt, um die Reparatur des Instruments zu ermöglichen, was dann auch in Rekordzeit passierte, wie ich den Eindruck hatte.

Und schon konnte man zum geplanten Set zurückkehren und zeigen, das eben nicht nur die klassischen Frontsäue es echt drauf haben, sondern eben auch Bassist und Gitarrist in der Lage sind, das Publikum zu animieren. Das bei diesen vier Frontern der Schlagzeuger und Keyboarder etwas untergehen ist vollkommen klar, aber auch sie lieferten eine echt reife Leitung an diesem Abend ab und sorgten dafür das ihre Kollegen vorne glänzen konnten. So macht Musik Spaß, auch wenn man, wie ich, eben nur Konsument ist.

Alles in allem also ein gelungener Abend, der mir mal wieder zeigte, wie interessant Vorbands sein können, findet man hier doch immer wieder echte Perlen, auf die man ansonsten vielleicht gar nicht erst geschaut hätte. Aber natürlich war auch die Show des Doppelpacks an österreichischen Gäste maßgeblich für den Abend verantwortlich, wie auch der perfekte Sound, die gute Organisation in der Location, die Location selber und natürlich auch die Fans.

FAZIT: Mal wieder ein runder Abend in Aschaffenburg, der alle Mühen und die kurze folgende Nacht wert war. Danke, hope2seeUsoon und
KEEP ROCKING \m/
Der Grim

Mittwoch, 27. März 2013

Konzert - Beyond the Bridge, Dante, Effloresce - Das Rind, Rüsselsheim - 22.3.2013

Endlich mal wieder ein Konzert im Rind in Rüsselsheim, eine der geilsten Locations, die ich kenne. Es macht immer wieder Spaß, sich dort aufzuhalten und zwar egal, welche Art von Musik und welche Art von Veranstaltung man dort hat.

Und wenn dann eine Band wie Beyond the Bridge endlich mal wieder in der Region ist, dann ist es schon fast Pflicht, wenn man auf Progressiven Metal steht, anwesend zu sein. Und so fiel die Entscheidung, eine Karte zu kaufen und sich einen Freitag Abend Zeit zu nehmen. Was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen konnte, war die Tatsache, wie toll der Abend tatsächlich werden würde, denn von den beiden anderen Bands der Veranstaltung hatte ich zwar zum Teil schon gehört, konnte mir aber unter deren Liveauftritten noch nichts vorstellen.

Effloresce, die Band die den Abend eröffnen sollte, war mir vollkommen unbekannt, aber das wollte ich ja ändern. Die Band stammt aus Nürnberg und macht einen recht komplexen Prog-Metal mit einem klassischen 2-Gitarren Setup. Leider hatte die Sängerin wohl bis kurz vor dem Auftritt noch ernsthafte Probleme mit einer Stimmbandentzündung, was man auch noch ein wenig hörte, waren die komplizierten Gesangssätze wohl etwas viel für sie und ihre angegriffenen Gesangsorgane.
Trotzdem muss man sagen, das große Teile der Musik recht ansprechend sind, wenn auch etwas arg unstet, wie ich zugeben muss, zumindest für meinen Geschmack. Auch bei progressiver Musik erhoffe ich mir immer ein wenig Konstanz, um mit der Musik mitgehen zu können, bevor der nächste Wechsel in Tempo oder Rhythmus wieder alles über den Haufen wirft.
Und an dieser Stelle wechselt Effloresce, so finde ich, ein wenig zu oft und schnell das Tempo oder den Takt. Das mag interessant sein, wenn man in Ruhe zu Hause sitzt und die Musik in Ruhe auf sich wirken lassen kann, ein Versuch, den ich auf jeden Fall auch noch machen werde. Aber bei einer Live Veranstaltung ist es für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Zumal durch die ständigen Brüche oft keine richtige Stimmung aufkommen kann, oder die gerade aufgebaute, schnell wieder dahinbröckelt.
Trotzdem liefern Efforence einen interessanten Auftakt in einen Abend voll progressiver Möglichkeiten.

Die zweite Band des Abends, Dante aus Augsburg, wie sie stolz erzählen, schlagen in eine vollkommen andere Kerbe der metallisch-progressiven Musik. Sie kommen über Härte und Geschwindigkeit. Und das mit einer Vehemenz, die faszinierend ist. Nach eigener Ansicht, sind die Jungs der erfolgreichste Export, den ihre Heimatstadt zu bieten hat, mal abgesehen von der Puppenkiste, und auf jeden Fall machen sie eine Musik, die man sonst nicht oft erlebt. Härte, Geschwindigkeit und Progressivität sind Dinge die man nicht oft zusammen erlebt und schon gar nicht in dieser Intensität.
Ich persönlich finde die Lautstärke dieses Auftritts schon grenzwertig, aber gerade eben noch ok, wobei ich mit dieser Meinung, wenn ich mich ein wenig umgehört hatte, wohl alleine da stand. Trotz allem ist du Musik authentisch, das wichtigste Merkmal für mich, originell und mitreißend. Und obwohl das Publikum überschaubar bleibt, steigt die Stimmung doch deutlich und man merkt, das mit dieser Musik, das Publikum eher etwas anfangen kann, was den Bewegungsdrang angeht.

Nachdem auch Dante, unter großem Applaus, die Bühne verlassen haben, wird diese nun vorbereitet für Beyond the Bridge, die man wohl als Headliner dieses Abends bezeichnen kann. Jetzt füllte sich der Saal auch ein wenig mehr und die Stimmung wurde besser und besser, zumal die Bandmitglieder ja bis kurz vor ihrem Auftritt auch noch im Zuschauerraum mit dem einen oder anderen Besucher ein Wort wechselten. Eine sehr coole Stimmung also und die wurde noch besser, als es endlich mit Musik auf der Bühne losging.
Und sofort erobern die Frankfurter die Herzen und Köpfe und Beine der Zuhörer, was zu deutlich mehr Bewegung führt, als noch während der ersten beiden Bands. Das größte Interesse allerdings galt, zumindest bei den meisten der Zuschauer, auf der Frage danach, wie sich die "Ersatzsängerin" schlagen würde. Nachdem Effloresce mit einer angeschlagenen Sängerin hatten auftreten müssen, hofften natürlich alle, das die Berichte sich bewahrheiten würden, wonach sie ein guter Ersatz sein würde.

Ich persönlich muss sagen, das ich mir sicher war, das die Jungs sich nicht mit jemandem auf die Bühne stellen würden, die nicht ganz in ihre Musik passen würde. Und so sollte es dann auch sein. Ich persönlich war nach den ersten paar Zeilen schon davon überzeugt, das Nastassja ein mehr als adäquater Ersatz sein würde. Das bestätigte sich weiter, als die Duette mit Sänger Herbie Langhans, meiner unmassgeblichen Meinung nach, noch besser klangen als mit der Originalbesetzung. Das kann aber auch daran liegen, das mein erstes und einziges Konzert mit BtB schon mehrer Monate zurücklag und ich grundsätzlich CDs und Live ungern vergleiche.
Aber wie dem auch sei, alle Anwesenden schienen die Ersatzfrau auf jeden Fall zu mögen und so endete das Konzert schließlich in einem tosenden Applaus (betrachtet man mal Location und Zuschauerzahl) und alle hatten, denke ich mal, ihren Spaß.
Besonders schön fand ich übrigens das Lied zum Andenken an ihren Freund, Bandmitglied und Produzenten, Simon Oberender, mit dem die Band ihrem ehemaligen Gitarristen und Keyboarder alle Ehre machte.

Ein sehr emotionaler Höhepunkt, wobei ich persönlich ihren Disney Mix als musikalischen Höhepunkt bezeichnen möchte. Nicht, das es komplexere und vielleicht auch bessere Songs gibt, aber die Selbstironie finde ich echt super und kann mir vorstellen, wie viel Spaß es gemacht haben muss, diesen Song zu schreiben.
Ich hoffe, es gibt auch mal wieder neues Material, damit die Jungs auch noch Stoff für eine Zugabe bekommen. :-)

Danke an alle Beteiligten für einen Rundum gelungenen Abend: Die Bands, die Techniker, die Veranstalter, die Location und natürlich nicht zuletzt die Fans.

Keep Rocking
Grim

P.S: Bilder gibt es jede Menge auf der Facebook Seite der band zu bewundern.

Montag, 25. März 2013

CD vs CD - Heavatar-All my Kingdons vs Stratovarius-Nemesis


Hoffe mal, außer Google und seinen Anwendungen hat keiner was gegen meine Blogs, das ihn dazu bringt, die Daten, trotz speichern, einfach mal zu löschen, weil die Synchronisierung nicht klappt.
Ich entschuldige mich schon mal für diesen Review, denn ich habe echt mehrere Stunden beim ersten Versuch reingesteckt, und die Idee fand ich so gut, das ich ihn jetzt sogar noch mal schreibe, aber ich fürchte mal, ich werde das eine oder andere schneller versuchen zu schreiben, als es Sinn macht und verständlich ist.

Nun also mal ein Review  mit zwei Platten auf einmal. Warum das? werden bestimmt einige fragen, aber ich denke, die beiden Scheiben haben es verdient beachtet zu werden, aber ich denke, sie haben die selbe Hörerschaft und werden von dem her auch hier die selben Leser anziehen (wenn überhaupt). Also dachte ich mir, ein Review mit Vergleich ist mal was nettes und wie gesagt, die beiden Scheiben finde ich, bieten sich dafür echt an.

Dann also mal rein in das Thema. PowerMetal, das ist, was die beiden hier verglichenen Bands und Scheiben verbindet. Aber dem Himmel sei dank haben sie auch genug Unterschiede um vielleicht auch einigen Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen die in dieser Musikrichtung immer nur dasselbe sehen und hören wollen.

Denn die Unterschiede der beiden Bands fangen nach dem Namen, den sie ihrer Musik gegeben haben, dann auch schon an. Stratovarius ist eine Band, die seit (ich musste extra nachschauen) fast 30 Jahren Musik macht und dabei hier das mittlerweile 15. Studioalbum vorlegt. Natürlich hat sich die Besetzung und Ausprägung der Musik immer mal wieder geändert, aber die Finnen sind ihren Standards treu geblieben, dazu aber später mehr.
Auf der anderen Seite Heavatar, eine Band, die es erst seit dem Sommer 2012 gibt, und die als Projekt von Stefan Schmidt wohl vor allem in Deutschland den ersten Anklang finden wird. Stefan ist niemand anders als einer der Gründer und die treibende Kraft hinter einem der interessantesten Projekte im Metal unserer Zeit, nämlich Van Canto. Und alleine das hätte mir schon gereicht, mir diese Scheibe anzuhören, aber als ich dann auch noch hörte, das Jörg Michael das Schlagzeug bei der Gruppe bediente, war mir klar, das ich die Scheibe brauchte.
Und das nicht nur wegen der Namen, sondern eben auch, weil genau jener Jörg Michael bis vor Jahresfrist noch beim "Konkurrenten" Stratovarius die Kessel rührte.

Nun aber wieder zu ein paar Gemeinsamkeiten. Beide Scheiben, also Nemesis und All my Kingdoms, sind sauber, druckvoll und mit viel Liebe zum Detail produziert, unterscheiden sich dann aber schon in der, zugegebenermaßen nicht sonderlich viel beachteten, Lautheit meiner Meinung nach deutlich. So ist das Werk der Finnen in dieser Hinsicht wesentlich besser für den massenkompatiblen Geschmack, also Laut, gemischt, während sich die Scheibe aus Deutschland herrlich transparent daher kommt und auch nach mehrmaligen Durchläufen nicht unangenehm klingt.
Das ist, das muss ich leider zugeben, bei Nemesis der Fall, bei der ich nach einigen Umläufen eine Pause brauchte. Also nicht vollkommen überproduziert, aber doch hörbar Lauter.

Zu dieser "Übersättigung" mag auch die klassisch hohe Stimme des Sängers von Stratovarius beitragen, die allerdings, das muss man zugeben, eines ihrer Markenzeichen ist und ein sehr gutes Alleinstellungsmerkmal der Jungs aus Finnland. Dagegen ist die Stimme des Vokalartisten Schmidt sehr viel tiefer und ruhiger, wie ich finde, so das selbst die schnelleren Passagen der Songs nicht hektisch klingen sondern auch dann eine getragene Ruhe ausstrahlen, die in diesem Genre schon eher untypisch ist.

Ebenfalls untypisch dürfte der Verzicht von Heavatar auf ständige Keyboardbegleitung anzusehen sein. Allerdings wird dieses Fehlen mehr als ausgeglichen durch sehr detaillierte Chorarrangements. Diese wurden nicht nur teilweise von den Van Canto Kollegen eingesungen, sondern auch von den Spezialisten geschrieben, die bereits bei Blind Guardian in dieser Hinsicht unbestreitbar großartige Arbeit geleitet haben. Das gilt natürlich nur für die Leser/Hörer, denen diese Art der Musik überhaupt liegt.

Stratovarius hingegen nutzt, und auch das ist wieder typisch für die Band, das Keyboard dazu, klassische Sounds in ihre Songs einzubauen, was natürlich auch immer wieder für Abwechslung sorgt und die Stücke positiv von der Masse der mittlerweile auf dem Markt befindlichen PowerMetal Bands und deren Musik abhebt.

Womit wir bei einer weiteren Gemeinsamkeit der beiden Bands sind, nämlich deren  Anleihen, die sie in der klassischen Musik machen, allerdings auf sehr unterschiedliche Arten.
Wie üblich setzen Stratovarius auf einen Songaufbau, der sehr stark an die sogenannten alten Meister erinnert, und sie umspielen diese Strukturen mit einem PowerMetal der neuen Schule, wie es kaum eine andere Kapelle mit solcher Konstanz kann.
Heavatar setzt auch auf "klassische" Strukturen, greift dabei aber wesentlich direkter zu den bewährten Rock- und Metalmöglichkeiten.
Aber wirklich klassisch wird es bei den Deutschen auch, denn in jedem Ihrer Songs verarbeiten sie, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich dem Schlußstück, ein Thema eines klassischen Musikstücks. Bei dieser ersten Runde haben sie sich auf Stücke konzentriert, die durchaus als "bekannt" bezeichnet werden können.

So werden Stücke von Paganini, Bach und Beethoven in ein neues Kleid gepackt und zu Ehren gebracht. Denn immerhin dürfte das vielleicht der erste Kontakt des einen oder anderen Hörers solcher CDs mit diesen Klassikern sein. Sehr stimmig werden die Themen passend in Szene gesetzt, ohne das einer der beiden Aspekte, Klassik oder Moderne, dabei zu kurz kommt.

Wobei ich ehrlich sagen muss, das ich die Qualität der Musik von Heavatar mit gemischten  Gefühlen betrachte, immerhin stellt sich die Frage, ob großer Erfolg an dieser Stelle vielleicht den Weiterbestand von Van Canto gefährden könnte. Oder aber doch zumindest deren kreativen Prozess verzögern könnte. Trotzdem wünsche ich Stefan und seinen Mannen alles Gute und hoffe auch auf weitere Meisterstücke aus dieser neuen Musikschmiede.
Und auch bei Stratovarius ist anzunehmen, das sie sich mit dieser starken Scheibe in ihr Jubiläumsjahr 2014 touren werden. Dann sind es tatsächlich 30 Jahre und das sit dann schon etwas besonderes, denn so eine lange Lebensdauer haben nur wenige Bands. Und auch die Besetzungswechsel sollten diesen Erfolg nicht schmälern, finde ich.

FAZIT: Alles in alle also zwei echt starke Vertreter ihrer Zunft, wobei ich persönlich etwas mehr zu Heavatar tendiere, was aber auch an meiner unverhohlenen Bewunderung für Van Canto und ihrer Musik liegen dürfte. Denn auch Nemesis ist wieder einmal ein Album, das sich an die Spitze des europäischen PowerMetal setzen dürfte, dessen bin ich mir sicher.
Ach ja, das Thema Lieblingsstücke auf den Scheiben ist nicht ganz einfach, aber ich denke, Replica von Heavatar und Unbreakable von Stratovarius sind die Stücke, die man sich auf jeden Fall anhören sollte.

Also für beiden Platten ein klares STAY HEAVY!!!
Grim

Mittwoch, 20. März 2013

CD - Kvelertak - Meir

Ich hatte die Band von einer Bekannten vor einer Weile mal empfohlen bekommen und seit dem immer darauf gehofft, sie mal live erleben zu dürfen. Natürlich hat das, als es in meiner Gegend möglich war, mal wieder nicht geklappt, aber immerhin haben die Norwegen ein neues Album aufgenommen und das musste ich mir selbstverständlich schnellstmöglich besorgen und so höre ich es jetzt sogar schon zum x-ten mal im Stream, weil ich nicht wieder der letzte sein wollte, der es hört.

Alleine das zeigt, das die die Jungs von Kvelertak irgendetwas richtig gemacht haben müssen, und das bezieht sich auf der einen Seite auf die Musik, die abwechslungsreich, originell und kraft- sowie gefühlvoll ist, aber auch auf den Sound, also die Produktion, die druckvoll klingt, ohne das Ohr zu sehr zu beanspruchen, und somit auch nach mehrmaligem hören weder langweilig noch ermüdend klingt.
Und das, und das muss man natürlich berücksichtigen, obwohl die Musiker sich auf die Fahnen geschrieben haben auch die Fans des extremen Metals für ihre Musik begeistern zu können. Also von daher auf jeden Fall eine gelungene Platte.

Die Mischung aus klassischen Hardrock und HeavyMetal Elementen, gepaart mit Death- und Blackmetal Einflüssen ihrer Heimat ist eine gelungene Kombination und wird in dieser Form nur von wenigen anderen Bands zelebriert. Also haben die Norweger schon mal ein Alleinstellungsmerkmal auf ihrer Seite, aber damit nicht genug, ebenfalls der Gesang ist etwas besonderes. Nicht nur, das der Sänger ständig und stilsicher zwischen Klargesang, Shouts und Growls hin und her wechselt, sondern auch und vor allem die Tatsache, das alle Songs in der norwegischen Sprache gesungen werden macht die Scheibe interessant.

Und wenn satte, fette Rockriffs auf Screams und Shouts treffen sollte jedem ernsthaften Liebhaber dieser Musik das Herz aufgehen, und bei den klassischen Solos der Gitarren werden auch noch die Leute überrascht, die so  etwas vielleicht nicht bei einer Band erwartet haben, die gerne in den Bereich des extremen Metals einsortiert wird. Aber damit wäre dann ein weiteres mal der Beweis erbracht, das diese Einteilung in Kategorien der Musik weder gerecht wird, noch Sinn macht. Kvelertak zeigen auf Meir, das der moderen Metal nicht unbedingt von Neuerfindungen lebt, sondern eben doch eher als Crossover zu bezeichnen ist. Es bleibt nur die Frage, wer denn nun was mit wem mischt, um sich von der breiten Masse abzuheben und eben nicht einfach nur alles wieder zu käuen.

FAZIT: Die Scheibe aus Norwegen ist auf jeden Fall etwas für Leute, die bereit sind, über Grenzen hinweg Musik zu hören und zu beurteilen. Nicht, das es auch andere Wege in der Musik und auch im Metal gibt, aber der von Kvelertak führt hoffentlich ganz nach oben, alleine schon, damit ich sie vielleicht noch einmal live erleben kann.

Ach ja, absolutes Highlight meiner Besichtigung der neuen Platte ist das fast 9 minütige Tordenbrak, das diese Länge auch gut ausnutzt und sogar einige Post-Metal Ansätze zeigt. Außerdem sollte man sich Nekrokosmos zu Gemüte führen, das alle Elemente der Musik der Band in sich vereint.

Dienstag, 19. März 2013

CD - Audrey Horne - Youngblood

Audrey Horne
Ich hatte von den Jungs noch nichts gehört, aber als ich erfuhr, das sie mit Long Distance Calling auf Tour gehen würden interessierte es mich schon, mal zu hören, was die so machen.
Zumal sie auch im letzten Jahr bereits auf einigen Festivals aufgetaucht waren. Natürlich auf keinem, wo ich gewesen war, und so bot die neue Platte wohl eine gute Chance beurteilen zu können, ob mir gefallen würde, was sich die Jungs so einfallen lassen.

Und es ist faszinierend, wie sich die CD nicht erst entwickelt, sondern sofort da ist und den Hörer mit ihren Stärken bombardiert, wenn man den Startknopf drückt. Allerdings fällt es recht schwer genau zu definieren, was für eine Musik Norweger nun genau machen. Hard Rock bildet die Basis, soviel ist für mich klar, aber die weiteren Einflüsse sind enorm. Melodic Rock, Alternative, Grunge, Viking Metal sind nur einige, die mir aufgefallen sind.

Die Band mischt klassische Elemente, die an AC/DC und Black Sabath erinnern, mit moderner Technik und einem gehörigen Schuss frischem Sound. Man hat das Gefühl, so würden die großen Vorbilder der Gruppe Musik machen, wenn sie in der heutigen Zeit aktiv wären.

Aber das faszinierendste an Youngblood, so der Titel der Scheibe, ist die Tatsache, das ich finde, das es keinen Song gibt, der gegenüber seinem Vorgänger an Niveau und Energie verliert. Und da das auch über den Neustart des Albums hinaus geht, kann ich nur sagen, das es sich bei dieser Scheibe um eine der wenigen "einfach nur guten Scheiben" handelt.

Ob die Songs nun richtig Tempo aufnehmen, wie bei Straight into your Grave oder etwas ruhiger dahin fließen, wie bei There goes a Lady, immer merkt man die Originialität und Energie der Norweger. Es ärgert mich nach dem Hören dieses Albums, das ich die Band aus Bergen nicht live mit Long Distance Calling erleben kann, aber vielleicht ergibt sich die Chance ja irgendwann einmal, wenn ich sie definitiv ergreifen werde.

FAZIT: Ungewöhnliche, aber sehr gelungene Musik aus Norwegen, die man mit gutem Gewissens jedem empfehlen kann, der klassischen HardRock im modernen Gewand und ohne große Schnörkel mag.

Freitag, 8. März 2013

CD - Neaera - Ours is the Storm

Neaera, ein echter deutscher Exportschlager und ein absoluter Trendsetter in der Welt zwischen Metal(core) und (Melodic) Death Metal. Wo viele Bands schon zerschellt sind, manövrieren die Münsteraner zielsicher und stilbewußt und unbeirrt sämtlicher Kritik durch die Untiefen des modernen Metal.

Präzises und treibendes Drumming sowie geniales und hartes Riffing wird ergänzt durch schöne, sich nicht aufdrängende und starke Melodien. Alle Instrumente haben ihren Platz in der Musik und finden sich zu einem organischen Ganzen zusammen.
Ergänzt werden die Stücke noch durch die obligatorischen Hard- und Metalcoretypischen Elemente Breaks und Blastbeats und durch eine sehr starke Gesangslinie. Diese weist teilweise auch Elemente auf, die man eher bei Bands wie Slipknot erwartet hätte, die also dem New-Metal entliehen sind.

Und genau diese Vielzahl an Komponenten macht die neue Scheibe so interessant und hörenswert, denn im Gegensatz zu vielen anderen Bands verzetteln sich die Musiker nicht in einem klein-klein, sondern schaffen es, der Platte ein rundes Bild zu geben und das nicht nur im Bezug auf das Medium sondern eben auch im Bezug auf die Musik. Kompromisslos donnern die Jungs einen Song nach dem anderen aus den Lautsprechern und kein einziger davon schwächelt auch nur ein kleines bisschen.

So kündigt sich im obligatorischen und atmosphärisch sehr schönen Intro bereits der Sturm an, der dann, beginnend mit dem Titeltrack, über die Zuhörer hereinbricht. Welches der folgenden 13 Stücke ein Hörer zu seinem Liebling erklärt, dürfte auch bei dieser Platte sehr unterschiedlich sein, so vielfältig sind die einzelnen Songs.
Ich persönlich würde Guardian of Ashes zu meinem Favoriten eines starken Albums benennen. Aber jedes Stück hat seine eigene Charakteristik und Stärken und zusammen ergeben sie die düsterste und härteste Platte des Fünfers aus Münster. Wer also gedacht hat, das Metalcore Bands nicht in der Lage sind, eine Evolution durchzumachen, der sieht in Neaera eines der besten Gegenbeispiele. Bereits der Vorgänger Forging The Eclipse war ein Schritt in die hiermit konsequent weiter gegangene Richtung.

Es bleibt zu hoffen, das die Jungs ihre eigene Messlatte nicht zu hoch gelegt haben, sondern in der Lage sind, ihren Weg weiter zu gehen.

Mal wieder ein kurzes Wort zum Thema Lautheit: Mixer und vor allem wohl Masterstudio haben es geschafft, trotz der extremen Musik, eine Mischung vorzulegen, die eine gute Balance bietet zwischen den verschiedenen Bedürfnissen.

FAZIT: Trotz des frühen Erscheinungsdatums im Jahr lege ich mich fest, das diese Scheibe ganz oben landen wird in einer Jahresabrechnung. Ein absolutes Muss für alle Fans von modernem Deatmetal, finde ich.

Dienstag, 5. März 2013

In eigener Sache ...

Hallo Leute,
wer hier mit liest, kann auch gerne seine Meinung schreiben und die veröffentliche ich dann auch gerne, aber:

- Bitte schreibt dabei, wer ihr seit!

- Bitte bemüht euch um einen vernünftigen und fairen Umgang mit den anderen Schreibern, denn auch das sind nur Menschen!

Danke
Der Grim

CD - Long Distance Calling - The Flood Inside


POST-METAL

Ein Genre, das ich bis vor einigen Jahren weder kannte, noch mir hätte vorstellen können, es zu mögen. Allein der Name wirkt sperrig und wenig aussagekräftig, aber mein erster Kontakt mit den Jungs von Long Distance Calling im Vorprogramm von Katatonia belehrte mich eines Besseren. Diese Musik ist zwar alles andere als leicht verdaulich, aber sie bietet dem geneigten Hörer so viele Möglichkeiten, wie man es sich nur schwer vorstellen kann, wenn man es nicht persönlich erlebt hat.

Damals beeindruckte mich, und damit war ich wohl nicht alleine, vor allem die Tatsache, das die Münsteraner vollkommen auf Gesang verzichteten ohne das der Musik etwas fehlte. Nun ja, auf ihren bisherigen Platten hatten sie immer den Gastauftritt eines Sängers, aber auf The Flood Inside agieren sie erstmals mit eine regulären Sänger, der auch Mitglied der Band ist.
Ja, richtig gelesen, Long Distance Calling haben jetzt eine Sänger. Aber dafür haben sie die Band nicht vergrößert, sondern den bisherigen Zuständigen für die Ambient Teile durch einen Keyboarder ersetzt, der auch singen kann.

Meine größte Befürchtung bei dieser Neuorientierung war, das sich die bisher sehr schön offene Struktur der Songs an die Bedürfnisse einer Gesangsstimme anpassen würde und sie in klassischen Mustern versinken würde. Aber es ist der Band gelungen, was mit Sicherheit eine der schwersten Aufgaben in der Musik ist, die Vocals als weiteres Instrument mit unglaublicher Bandbreite in ihre Musik so zu integrieren, das sie zwar eine herausragende Stellung besitzt, ohne sich aber das restliche Instrumentarium unterzuordnen. Einfach brillant, was die Jungs da geschafft haben.

Und auch die Tatsache, das nicht jedes Stück mit Gesang daher kommt zeigt, das die Band weiß, wie sie mit dieser Neuerungen umgehen muss und was sie ihren Fans schuldig ist. Ich weiß nicht, ob die Tatsache, das es nur Gesang gibt, neue Hörerschichten anspricht, aber auch jeden Fall wird, wer Long Distance Calling bisher mochte, sie auch weiterhin mögen und vielleicht sogar mehr, wie ich es von mir behaupten kann.

Jedes einzelne Stück der neuen Scheibe entfaltet wie gewohnt seine ganze Magie nicht sofort, sondern lässt sich die Zeit, die es eben braucht, bis sich die Ideen entwickeln. Und die Ideen sind mal wieder genauso vielfältig wie großartig, wie man es von den Westfalen nicht anders gewohnt ist. Und die Stücke, in denen Martin Fischer (dem einen oder anderen bekannt von seiner anderen Band Pigeon Toe) nicht nur das Keyboard bedient, sondern auch den Gesang übernimmt schaffen es, den guten Gesamteindruck sogar noch zu verbessern.

Allerdings denke ich, das sich an dem Gesang und dessen Integration in das Gesamtbild, noch einiges tun lässt, was für mich bedeutet, zu hoffe das die Jungs den eingeschlagenen Weg weiter gehen und sich weiter Möglichkeiten erarbeiten, mit denen sie ihre alten und neuen Fans begeistern können.

Es fällt schwer, aus diesem homogenen Gesamtkunstwerk ein Stück hervorzuheben, aber The Man Within zeigt, so finde ich, am deutlichsten, wie sich der Gesang in die Stücke einfindet ohne sie in ihrer Struktur zu verändern. Die Spiel- und Experimentierfreude zeigen sich sehr schön in Waves wieder, so wie jedes Stück auf der Platte seine Stärken hat, so das mit Sicherheit jeder SEIN Lieblingsstück finden kann und wird.

Long Distance Calling haben mich übrigens seit langem wieder mal dazu gezwungen, eine echte CD zu kaufen. Normal nutze ich mittlerweile lieber Downloadangebote, wegen der Platzersparnis. Aber der Bonustrack der Limited Edition war so leider nicht zu bekommen, so das ich mal wieder einen Plattenhändler aufsuchte, um den Pappkarton zu erwerben, denn bei 8(!!!) Songs in der Standard Edition war mir ein Bonustrack diesen Aufwand wert. Aber trotz der überschaubaren Anzahl an Songs liefert die Limited Edition immerhin fast 60 Minuten Musik vom Feinsten.

FAZIT: Wer bereit ist, sich einer mindestens einstündigen Entdeckungsreise in die Weiten der Musik jenseits von Rock und Metal zu begeben, der kommt an dieser Platte nicht vorbei und das wird sich auch bis zum Ende des Jahres und darüber hinaus wohl nicht ändern.

(Bei mir läuft die Platte, seitdem ich sie habe in Dauerrotation, allerdings mit einigen anderen Platten ähnlicher Qualität aber vollkommen anderer Genres. Für weitere Details einfach das Blog mal gesamt anschauen und abonnieren.)

Freitag, 1. März 2013

Konzert - Long Distance Calling - Colos Saal Aschaffenburg - 15.2.2013

An evening with Long Distance Calling,

das war der Titel des Abends. Und genau das sollte es werden. Eine coole Location, eine geile Band und ein Publikum, das sich tierisch auf die neuen Stücke der Münsteraner freute, aber natürlich auch auf die, mittlerweile recht zahlreichen, Klassiker.

Leider fand die Veranstaltung an einem Freitag statt, das heisst sie startete erst gegen 9, musste aber bereits gegen 11 beendet sein, wegen der anschließenden Disko. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, als es pünktlich um 21 Uhr los ging war das Publikum sofort voll da und feierte die Band, die immer noch zu recht als Speerspitze des deutschen Post-Metal gilt, bei jeden Lied ab.
Selbst die neuen Songs von der noch unveröffentlichten Platte konnten teilweise text sicher mitgesungen werden. Ja, richtig gelesen, Long Distance Calling haben sich einen Sänger gegönnt  und haben ihre Musik dahin gehend erweitert.
Und obwohl die erste Veröffentlichung von der neuen Scheibe das Gegenteil bewies war ich doch skeptisch, ob die Band wirklich noch sein würden, was sie waren, wo sie doch jetzt ein klassisches Setup besaßen. Würde, das war meine Befürchtung, der Aufbau der Stücke den Anforderungen der Stimme zu sehr angepasst? Aber bereits das erste Stück von "The Flood Inside", so der Name der neuen Scheibe, fegte diese Bedenken geradezu hinweg.

Mit schon erschreckender Leichtigkeit gelingt es den Musikern die Stimme und Linie des Keyboarders und Sängers Martin Fischer in ihre Kompositionen zu integrieren, ohne dabei in klassische Songstrukturen zu verfallen. Die Vocals passen sich, wie es sein soll, nahtlos in den Fluss der Musik ein und erweitern den Sound nicht nur um ein weiteres, sehr variables, Instrument, sondern bieten der Band vollkommen neue Möglichkeiten.
Diese werden dann auch prompt genutzt, so das ich, nach diesem einen Auftritt, sagen möchte, das die Komplexität nicht nur nicht ab-, sondern sogar zugenommen hat.
Die Tatsache, das sie an diesem Abend alleine auf der Bühne stehen, nutzt die Band dann auch, um zwei Sets à jeweils fast 60 Minuten zu spielen, so das am Ende nicht nur ein guter Teil der neuen Platte aufgeführt ist, sondern auch kein Klassiker zu kurz gekommen ist.

Das Publikum geht während des gesamten Konzertes super mit, was sich positiv auf die Performance auf der Bühne auswirkt, könnte ich mir vorstellen. Auf jeden Fall werden die Musiker um kurz nach 23 Uhr unter Beifallsstürmen von der Bühne gelassen, immerhin muss ja der Auf-/Umbau für die Disco noch gemacht werden.

FAZIT: Neben allen anderen Konzerten mit Long Distance Calling, warauch dies mal wieder ein Highlight. Ein mal wieder ein extrem gelungener Abend. Danke an die Band, den Veranstalter und die Besucher. So machen Konzerte Spaß.