Montag, 11. Mai 2015

Konzert - Mein Kopf ist ein brutaler Ort / PZZL - Final Destination - 5.5.2015

Das erste Mal seit langer Zeit, das ich mal wieder im Final Destination war. Und diesmal nicht wegen Brettspielen, sondern wegen Musik. Allerdings nicht das, was man von der Location kennt und erwartet, sondern zum 10-jährigen hatten die Verantwortlichen mal wieder Live Musik besorgt. Und obwohl es, ob des in der Woche stattfinden Streiks bei der Deutschen Bahn nicht ganz einfach sein würde, hin und wieder weg zu kommen, entschied ich mich, das Risiko auf mich zu nehmen.
Der Grund hierfür war in erster Linie die zweite Band des Abends. Wer die Jungs von Mein Kopf ist ein brutaler Ort schon mal live erleben durfte, kann verstehen, das man die auch mal in dieser Kultlocation im Herzen Frankfurts erleben will. Zumal das Konzert 2 Tage vorher im Nachtleben (also quasi direkt um die Ecke) kurzfristig ausgefallen war. Ein Ersatz wurde mittlerweile zwar angesetzt, aber ich wollte definitiv nicht so lange warten, wo ich mich so auf die neu deutsche Schnell gefreut hatte.

Also habe ich mch direkt nach der Arbet auf den Weg Richtung Frankfurt gemacht, immerhin war ja für 19 Uhr der Einlass angekündugt und für 20 Uhr der Beginn des Konzerts. Klang natürlich recht früh, aber immerhin fand an dem Abend ja auch noch das normale Diskoprogramm dort statt. Alos dachte ich mir "Das wird schon abgesprochen sein" auch wenn ich es eigentlich hätte besser wissen sollen. Und prompt war ich, als ich gegen viertel vor acht die Katakomben des Final betrat wohl der erste Gast, der nicht zu einer der beiden Bands gehörte.

Nun ja, so konnte ich mich dann noch ein bisschen mit dem Soundcheck beschäftigen und anschließend ein wenig mit den Musikern reden. Interessant ohne Zweifel, aber als sich abzeichnete, das es wohl doch nicht vor 21 Uhr mit der Live Action los gehen würde, war ich doch etwas verärgert und machte mir Gedanken, ob ich beide Bands bis zum Ende würde anhören können, denn der ausgedünnte Fahrplan setzte dort ziemlich klare Grenzen an diesem Tag.

Um kurz vor 9 Uhr ging es dann schließlich doch los, wenn der Raum auch noch nicht wirklich gut gefüllt erschien. Das änderte sich dann aber doch GotseiDank ein bisschen, als PZZL loslegten. Ich hatte mich schon gefragt, wie man den Namen aussprechen würde, aber es handelt sich wohl um die heutzutage nicht ganz unübliche Weglassung von Konsonanten und der Name wird also PuZZLe ausgesprochen. Gute Idee, wenn auch natürlich etwas gewöhnungsbedürftig.

Ich hatte vorher nicht nachgeschaut, was für eine Musik mich erwarten würde und ließ mich also überraschen. Und überrascht wurde ich. Die Musiker, alle miteinander noch recht jung, machten einen doch recht ruhigen Eindruck, als sie die Bühne betraten (na ja, genau genommen nur ein kleiner Sockel an einem Ende des tunnelartigen Floors) legten sie sofort los und machten richtig Stimmung. Die Musik bewegt sich zwischen Rock, Punk und Alternative, wobei die Stimme der Sängerin recht variabel eingesetzt wird und die Unterstützung durch die anderen Musiker beim Hintergrundgesang ziemlich gut arrangiert ist. Die Stimmungen der Stücke variierten zwischen tanzbar, emotional und rockig/rotzig. Und obwohl man den 5en ansieht, das sie noch keine großartige Lebenserfahrung haben können, so nimmt man ihnen die besungenen Themen doch jederzeit ab.

Es wirkt nicht, wie ich es schon öfters erleben musste, als wenn die Band über etwas singen würde, zu und hinter dem sie nicht vollkommen stehen. Auch die Tatsache, das die Sägerin ständig den Raum vor der Bühne nutzte, um sich ihren Bewegungsfreiraum zu nehmen, machte den Auftritt zu einem faszinierenden Ereignis. Einzig die Tatsache, das die Performance nach 40 Minuten bereits zu Ende ging, war ein Wermutstropfen, aber so kann man sich die Band wenigstens mal auf die Liste der Gruppen setzen, die man mal wieder hören und sehen will.

Der Umbau der Bühne erinnerte anschließend eher an ein Happening als an ernsthafte Arbeit, so viel Spaß hatten beide Bands dabei scheinbar. Und mit einer Dauer von 20 Minuten wurde es auch nicht wirklich langweilig, zumal man die Theke ja auch direkt um die Ecke hatte, und sich das Publikum (und auch die Bands) mit frischen Getränken versorgen konnten.

Und so kam es, das ziemlich genau 1 Stunde nach der ersten Band dann die zweite Gruppe des Abends die Bühne betrat, oder besser gesagt, mit ihrem Konzert begann. Und das, wie ich es persönlich nicht anders erwartet hatte, direkt mit Vollgas. Wie immer gaben die 6 Musiker von Mein Kopf ist ein brutaler Ort von Anfang an alles und es ging "voll in die Fresse" von der ersten Note an. Man merkt den Musikern auch immer und zu jeder Zeit an, das sie schon lange Musik machen und trotzdem noch bei jedem Auftritt Spaß haben.

Gute Musiker sind es alle, aber was die Band für mich zu etwas besonderem macht ist das Zusammenspiel dieser Individualisten und natürlich der zweistimmige Gesang. Die beiden Sänger ergänzen sich ideal und jeder hat seinen Platz in der Arrangements und füllt diesen aus, ohne den anderen oder die Instrumente zu übertönen. Und obwohl ich normalerweise kein Freund von deutschen Texten bin, muss ich zugeben, das diese Band es schafft, intelligente Texte zu schreiben, die man gut mitsingen kann, ohne ständig das Gefühl der Beklemmung zu spüren. Das ist nämlich, was mir sonst immer wieder bei deutschen Texten passiert.

Und obwohl ich alle Stücke schon mindestens einmal gehört hatte, war es nicht langweilig an diesem Abend. Neben den schon beschriebenen Qualitäten der Band und Musiker finde ich auch die Integration der Solos in den Fluss der Musik und Stücke sehr faszinierend. Ob es nun mehrstimmige Elemente sind, oder sogar Mischungen aus Gesang und Gitarren, immer wieder wirkt es originell, was dort abgeht. Und abgehen, das ist so ziemlich das, was über jedem Auftritt der Frankfurter steht. von Anfang bis Ende geht es nach vorne, ohne Pause. Die Ansagen sind kurz, lustig und interessant ohne die Stimmung zu unterbrechen und so wundert es nicht, das mittlerweile bestimmt 30 - 40 Leute vor der Bühne mit den Musikern feiern.

Aber auch dieses Konzert hat natürlich ein Ende, und das ist nach 50 Minuten (inklusive einer Zugabe) erreicht, so das ich dann doch froh bin, einen geplanten Zug noch zu bekommen und problemlos nach hause zu kommen.
Ich muss aber noch etwas erwähnen. Denn wenn man die Location und ihre räumliche Enge kennt, dann macht man sich (und ich natürlich auch, ich bin ja in der Beziehung richtig pingelig) Gedanken um die Qualität des Sound und natürlich auch die Lautstärke. Aber ich muss zugeben, beides war an diesem Abend wirklich richtig gut, wozu man dem Techniker natürlich nur gratulieren kann, denn das war bestimmt alles andere als einfach. RESPEKT! \m/

FAZIT: Es war mal wieder ein geiler Abend und den Aufwand wert. Allerdings (aber dafür können ja weder Veranstalter, noch Bands irgendetwas) zog sich der Abend durch den Streik dann doch etwas, so das ich mich entschied, die beiden folgenden Abende, an denen weitere Live Konzerte in der Location stattfanden, nicht damit zu verbringen, nach Frankfurt zu pendeln, sondern mich anderen Vergnügungen zu widmen. Immerhin liegen zu hause noch einige neue Patten, die gehört werden wollen.

Sonntag, 10. Mai 2015

Konzert - NEWMEN im Saas-Fee Pavillon, Frankfurt, 2.5.2015

Saas Fee

Ja, das hatte ich schon mal gehört, und dort bin ich sogar schon mal gewesen, aber damals zum Ski fahren. Aber einen Pavillon mit dem Namen hatte ich bis zu diesem Abend noch nicht gekannt. Und das war, wie sich zeigte, schade, denn die Location liegt nicht nur extrem verkehrsgünstig, sondern sie ist auch wunderschön gelegen auf der Rückseite eines der Hochhäuser im Herzen von Frankfurt. Für Konzerte vielleicht nicht unbedingt so super gut geeignet, denn es gibt keinerlei Bühne oder auch nur Erhöhung, auf der die Musiker sich etwas von den Zuschauern abheben können. Aber vor allem fehlt natürlich damit die Möglichkeit, der nicht ganz vorne stehenden Zuschauer viel von der Band mitzubekommen.

Aber nichts desto trotz wie gesagt ein schöner und (ich nehme das jetzt mal vorweg) auch Sound-technisch einwandfreier Veranstaltungsort. Eigentlich hätte das Konzert direkt vor den Toren des Hauptbahnhofs stattfinden sollen, aber die Location (Mosel 45) war wohl ob der ganzen Interessenbekundungen als zu klein beurteile worden. Und in Anbetracht der Tatsache, das selbst diese, ja offensichtlich größere, Location gut gefüllt war, gab den Musikern und Veranstaltern schließlich ja auch recht.

Ich hatte nur durch Zufall von diesem Konzert überhaupt gehört und war  lange nicht sicher gewesen, ob ich überhaupt hingehen würde. Aber im Nachhinein muss ich sagen, das ich froh bin, das ich es gemacht habe. Ich weiß gar nicht, bei wem ich  mich bedanken muss für den Hinweis, aber wahrscheinlich wird derjenige auch selber den Abend hier genossen haben.
Der Veranstaltungsort fällt, wenn man ihn dann betreten hat, vor allem durch viele interessante Möglichkeiten der Kunstinstallation auf, und auch die aufgehängten und ausgestellten Kunstgegenstände machen die Räume interessant. Und ehrlich gesagt erinnerte die Bühne selber auch, die man sich zu Beginn noch in aller Ruhe anschauen konnte, ein wenig an eine Kunstausstellung. Einige  echte Klassiker aus dem Bereich Tonerzeugung standen dort, die auch gut in ein Museum gepasst hätten.

Der Beginn des Konzerts war für 21 Uhr angekündigt, aber wie üblich, schien das eher eine Orientierung zu sein. Schlussendlich war es so, das sich gegen 21:15 eine recht große Menge in dem Veranstaltungsraum eingefunden hatte, die sich dann aber wieder zerstreute, als es dann scheinbar doch nicht losgehen wollte. Während der gesamten Zeit lief eine angenehme Musik, die zwischen sphärisch und psychedelisch wechselte und als gute Untermalung der Wartezeit diente.

Es wurde schließlich fast 10 Uhr, bis es mit der Live Musik los ging. So wirklich verstanden habe ich das nicht, aber man kann natürlich verstehen, das die Musiker, vor so vielen Zuschauern wie möglich spielen wollten. Aber 2 Stunden zwischen Einlass und Konzert war dann doch schon ziemlich lang.
Als es dann schließlich los ging, wurde der Raum auch schnell wieder mit Besuchern gefüllt und es waren bestimmt 150 davon in dem Raum vor der "Bühne" versammelt. Da ich, wie üblich, direkt vor dem Mischpult Stellung bezogen hatte, sah ich während des ganzen Abends kaum etwas von der Band, aber dafür muss ich zugeben, das der Sound dort echt sehr gut war.
Die Musik, und das war ja der eigentlich Grund für meine Anwesenheit an diesem Abend, war so vielseitig, wie ich es schon lange nicht mehr gehört hatte. Indie Rock und Alternative beherrschte zwar jeden Song, aber immer wieder gab es kleine oder größere Überraschungen durch Einwürfe anderer Musikrichtungen, so das man hier vielleicht von Genreübergreifender progressiver Musik reden kann.
Es gab Elemente aus dem Post-Rock, genauso wie Elemente die an klassischen Rock der 80er Jahre erinnerte, also quasi so etwas wie Retro-Rock. Aber auch ganz ungewöhnlich  Elemente fanden ihren Weg in die Musik der Musiker. Als da, soweit ich das gehört habe und zuordnen kann, gewesen wären Einwürfe aus den Elementen der neuen deutschen Welle der 80er aber auch elektronische Elemente wurden stilsicher eingebaut und verarbeitet.
Diese Auflistung mag subjektiv und unvollständig sein, immerhin bin ich ja nur ein einfacher Musikkonsument, aber es war immer wieder interessant bei jedem neuen Stück abzuwarten, was passieren würde. Und die Musiker sind sogar (soweit ich das richtig gesehen habe) so flexibel, mitten im Stück das Instrument zu wechseln.

Als sie Band dann schließlich zum Ende kommen wollte, wurde sie vom Publikum noch einmal dazu motiviert, eine Zugabe zu spielen, wobei ich ehrlich sagen muss, in dieser Zugabe war mein persönliches Highlight des Abends. Der erste Song der Zugabe war ein echtes Kleinod, selbst in dem sonst schon großartigen Set der Band. Allerdings folgte dem dann auch meine persönliche Enttäuschung des Abends, denn der Abschluss war ein Stück, das ich persönlich als zwar tanzbar, aber leider auch uninspiriert, langweilig zu viel zu lang empfand. Vielleicht waren hier aber auch nur die elektronischen Elemente einfach zu sehr vorherrschend.

FAZIT: Trotz allem ein sehr gelungener Abend und eine Band, die man sich mal vormerken kann, wenn man sie mal wieder hören und sehen kann. Ich glaube ich werde mir auch noch ein paar Aufnahmen von NEWMEN besorgen, bin aber noch nicht sicher, was genau. Ach ja, besonders begeistert war ich auch von der Technik, denn obwohl jederzeit genug Druck da war, wurde die Musik doch nur so laut gemischt, wie ich es für sinnvoll hielt. Das mag dem einen oder anderen dann etwas zu leise gewesen sein, aber ich fand, dieser Umstand hat der Musik sehr geholfen.

Mittwoch, 22. April 2015

Konzert - 18.4.2015 - Atrium Schwalbach - Sindustry und Skullboogey

Atrium! Das klingt irgendwie groß, aber das ist die Location nicht. Andererseits ist sie auch nicht klein, was dem Sound, so hoffte ich, als ich kurz nach dem offiziellen Konzertbeginn endlich angekommen war.
Google hatte mich vollkommen in die Irre geleitet (und ich habe mich voll darauf verlassen :-( ) und so war ich, entgegen meines sonstigen Habitus, tatsächlich zu spät. Zum Glück waren die Musiker, wie man das ja kennt, auch der Meinung, eine angekündigte Startzeit wäre eher sowas wie eine Empfehlung und hatten noch nicht begonnen. Grundsätzlich ist es ja nicht so schlimm, wenn es etwas später losgeht, gibt man doch einigen mehr Leuten die Chance anwesend zu sein. Aber wenn man ein Verlierer ist, so wie ich, der sich auf den ÖPNV verlassen muss, dann macht man sich dann schon wieder Gedanken, ob man denn alle Bands bis zum Ende wird sehen und hören können, weil die Züge und Busse ja nun mal nicht warten.

Wie dem auch sei, ich war rechtzeitig, weil die Musiker zu spät waren. Auch ok, so konnte ich die Location ein wenig anschauen. Ich stellte fest, das sie von einem Verein betrieben wird, ein Umstand, der jedes Getränk um so schmackhafter macht, unterstützt man doch den Verein (hoffe ich zumindest immer, wenn das auch vielleicht naiv sein mag). Der Raum wirkt wie ein Klassenzimmer, weckt also nicht nur positive Assoziationen, aber immerhin hat er eine schöne Höhe, um zu hoffen, das der Sound entsprechend gut sein wird.
Ein wenig verwirrt hat mich der Käfig, der um das Mischpult/FOH aufgebaut ist, macht man sich doch Gedanken, wie es dort hergehen mag. Aber wahrscheinlich dient das nur der Sicherung der Technik gegen unachtsame Zuschauer und ihre Getränke.
Die längliche Form des Raums und die Möglichkeit, sich an Stehtischen oder gar seitlichen Bänken zu platzieren gefällt mir sehr gut, bin ich ja nun auch nicht mehr einer der Jüngsten Zuhörer solcher Konzerte.

Diesbezüglich allerdings war ich positiv überrascht, das dieser Verein scheinbar auch Mitglieder hat, die nicht mehr studieren oder zur Schule gehen. Natürlich wir das eine oder andere Elternteil (vor allem wohl der ersten Band) dagewesen sein, aber auch die sind bis zum Schluss geblieben, was ich echt gut fand.

Nun aber zum Konzert, das dann gegen 20:30 begann. Natürlich hätten die Jungs von Sindustry mehr als die 50 anwesenden Zuschauer verdient (welche Band hat das nicht), aber dafür war die Stimmung sofort da, auch wenn es draußen noch nicht einmal ganz dunkel war.
Die Lautstärke war (und das überraschte mich, weil ich damit ehrlich nicht gerechnet hatte) war sehr gut, so das sogar ich, mit meinen empfindlichen Ohren keine Probleme hatte, dem Konzert ohne Ohrenstöpsel zu folgen. Ich vermute mal, das dieser Umstand dazu führte, das einige Leute das Konzert als zu leise bezeichnen würden, aber ich fand es sehr angenehm.

Und nicht nur war die Lautstärke ideal, sondern mir persönlich gefiel der gesamte Sound auch extrem gut. Ein Lob hier schon mal an die Technik des Abends! Als erste enterten, wie schon gesagt, Sindustry die Bühne und zeigten von Beginn an, wo es lang gehen sollte. Vom klassischen Rock, über Thrash-Metal Einflüsse, progressive Elemente bis hin zu doomigen Teilen, war vieles vertreten. Manchmal, vor allem wenn es in der Doom Bereich ging, fehlte mir allerdings ein bisschen die klare Linie in den einzelnen Songs. Da diese nicht die Länge haben, wie bei progressiven Bands, ist dann manchmal mehr nicht immer besser.

Aber die Variabilität von Musik und Gesang ist schon bemerkenswert. Außerdem hatte ich das Gefühl, aber ich bin ja nur Zuhörer und kein Fachmann, das es in der schnellen Passagen noch etwas Übung bedarf, um die Synchronisierung zwischen den Instrumenten etwas zu verbessern. Ich finde, dort könnten die Musiker etwas "tighter" spielen.
Ansonsten war es ein echt Super Auftritt und es hat sich gelohnt, nach Schwalbach zu fahren. Und als dann Schlussendlich sogar eine Zugabe verlangt und gegeben wurde, waren, denke ich, alle (also Band und Zuschauer) zufrieden, als nach einer knappen Stunde dieser erste Teil des Abends vorbei war.

Ach ja, zur Zugabe wollte ich auch noch was sagen: Geile Idee, sich dafür ein Instrumentalstück auszusuchen und mutig wie ich finde. Aber leider muss ich sagen, das ich an diesem Song zwei Dinge fand, die ich hier bemängeln möchte:
Die zu Beginn angedeuteten asiatischen Einflüsse gingen im Laufe des Songs verloren, was ich schade fand, weil es echt interessant klang.
Dieser Song hatte, fand ich, ein wenig Längen. Mit anderen Worten, ich hätte an der einen oder anderen Stelle noch ein wenig Innovation erwartet oder besser erhofft.

Alles in allem aber ein guter Auftritt, der Lust darauf macht, die Jungs mal wieder anzuhören, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Im Anschluss folgte nun die obligatorische Umbaupause, die mit 20 Minuten Dauer durchaus im üblichen Rahmen lag. Es war auch schön zu sehen, wie beide Bands dabei halfen und es so auch immer etwas zu sehen gab.

Während ich die erste Band des Abends an diesem Tag zum ersten mal sehen und hören durfte, kannte ich Skullboogey schon von zwei vorhergehenden Auftritten. Man merkt den Musiker, sobald sie die Bühne betreten an, das sie schon eine ganze Weile Musik machen. Sie wirken konzentriert und fokussiert, aber trotz allem immer so, als wenn ihnen das alles wirklich Spaß machen würde. Ich vermute mal, der Grund liegt darin, das es ihnen tatsächlich Spaß macht, denn sonst würden sie das bestimmt nicht weiter machen.

Nichtsdestotrotz finde ich das immer wieder faszinierend und beruhigend und es macht es auch sehr angenehm für die Zuschauer, die ja auch da sind, um ihren Spaß zu haben. Von eben diesen Zuschauern sind dann zum, etwas überraschenden Beginn des Konzerts, etwa 60 im Raum, deren Zahl sich dann aber noch um 10 bis 20 erhöht, so das Raum locker aber gut gefüllt wirkt.

Auch Skullboogey legen sofort mit Vollgas los und dank der zwei vorherigen Auftritte, erkenne ich sogar den einen oder anderen Song wieder. Der Sound ist, wie schon zuvor, einwandfrei und gut, und auch die erhöhte Lautstärke übersteigt die Schmerzgrenze nicht, eine sehr angenehme Erfahrung, wenn man andere Venues kennt, in denen die Lautstärke ein Qualitätsmerkmal zu sein scheint.

Und obwohl ich Skullboogey wie gesagt schon ein paar mal vorher gehört hatte, fielen mir diesmal zum ersten mal auch einige Einflüsse klassischer Country Musik auf. Zusammen mit dem sehr treibenden Sound, der markanten Stimme und der unbestreitbaren Showfähigkeiten des Sängers ergibt sich hieraus ein immer wieder interessanter Mix. Und obwohl die Jungs ihre Songs, vor allem die älteren, bestimmt schon einige male gespielt haben, hat man immer das Gefühl, sie leben noch jeden einzelnen.

Schön zu sehen, das so etwas geht und man merkt so als Zuschauer (oder hat zumindest das Gefühl) das sich die Musiker für genau dieses Publikum, von dem man ein Teil ist, alle Arme ausreißen. Besonders gelungen fand ich auch, wie die neuen Songs der noch zu erscheinenden Platte ins Programm aufgenommen wurden und mit den entsprechenden Hinweisen auch jeder wusste, das man nun etwas ganz neues zu hören bekommen würde.

Auch diese neuen Songs spiegeln die Bandbreite der Band wieder und sind, wenn auch noch nicht ganz so routiniert, doch stilsicher und konsequent in die bestehende Musik eingebettet. Blues, Rock'n'Roll und harte Riffs nun noch ergänzt (oder besser erst jetzt von mir erkennt) um Country Elemente. Das gibt einen treibenden Mix, bei dem kaum jemand im Publikum ruhig dastehen kann.
Besonders gelungen finde ich persönlich übrigens den Einsatz der Talkbox, was vor allem daran liegt, das der Gitarrist diese sehr gezielt und gut einsetzt und ich andererseits den Sound dieses Gerätes extrem mag. Danke dafür!

Alles in allem ein sehr gelungener Abend. Schöne Location, gutes und freundliches Publikum, gute Getränke und gute Musik von coolen Bands.
Hoffe es ergibt sich mal wieder eine Möglichkeit, die Bands zu sehen oder die Location zu besuchen.

Freitag, 13. März 2015

Konzert - Jazzkeller Hofheim - 7.3.2015 - Hank Lizard, Mother Engine

Mal wieder Samstag.
Mal wieder Hofheim.
Mal wieder der Jazzkeller.
Mal wieder Spacedelic Odyssey.
Mal wieder Stoner/Dessert-Rock.
… und mal wieder ein geiler Abend!

Soviel also gleich vorweg. Die Spacedelic Odyssey Reihe des Jazzkellers wird fortgesetzt, und diesmal mit Gruppen aus Hattersheim und Plauen. Aber bevor es mit der Musik los ging, blieb noch etwas Zeit, um sich mal wieder die schöne Location anzuschauen und die Projektionen des VJs Mars Red Moll zu genießen, die dieser zu einstimmender Musik zum Besten gab. Es ist zwar nichts Besonderes aber macht immer wieder gute Laune, nicht auf eine  leere Bühne zu gucken.

Wovon ich aber immer wieder beeindruckt bin in dem kleinen Keller direkt am Bahnhof, ist die Tatsache, das immer wieder dieselben Leute dort erscheinen. Es ist also eine sehr eingefleischte Fangemeinde, die dort immer wieder zusammen kommt. Schade an der Sache ist eigentlich nur, das es in der Region zwar jede Menge Bands gibt, die Musik machen, die sie ähnlicher Musikrichtungen zuordnen, es aber trotzdem immer sehr überschaubar ist im Zuschauerraum solcher Veranstaltungen.

Nun aber zu diesem Abend und den beteiligten Bands. Den Anfang machte Hank Lizard aus der direkten Nachbarschaft sozusagen. Die drei Jungs begannen zwar erst gegen 21:25 Uhr mit ihrer Show aber bei lediglich zwei Bands kann man das wohl verkraften. Mit ihrem schleppenden Rhythmus, gepaart mit einer alles in allem recht dunklen, doomigen Atmosphäre nahmen sie die Zuschauer schnell in die Stimmung mit, die sie zu verbreiten angetreten waren.

Insbesondere der zweistimmige Gesang hat mich an hierbei fasziniert. In dieser Form hatte ich so etwas bei dieser Art der Musik noch nicht gehört aber es zeigte sich, fand ich, das es gut passte und vor allem natürlich gut umgesetzt war, weil man natürlich eine größere Vielfalt an Möglichkeiten hat. Außerdem nutzten Bassist und Gittarist durchaus interessante und ausgefallene Effekte. Einziger Wermutstropfen des Auftritts war die Lautstärke, die offensichtlich nicht nur ich für grenzwertig hielt.

Dieses Manko wurde dann aber, entgegen der sonstigen Gewohnheiten bei Auftritten mehrerer Bands hintereinander, wieder behoben. Mother Engine aus Plauen konnten also auf einen etwas ausgewogeneres Lautstärkeverhältnis zurück greifen. Auch hier standen drei Musiker auf der Bühne, allerdings gab es bei dieser Kombo gar keinen Gesang, sondern die Jungs bauten vollkommen auf die Dichte Stimmung ihrer Instrumente.

Ihre Musik ist auch deutlich eher treibend und die Länge der Stücke sowie eben der fehlende Gesang rücken die Musik durchaus in die Nähe des Postrock mit solchen Größen wie Long Distance Calling, wobei es natürlich um so beeindruckender ist, das lediglich drei Instrumente zur Verfügung stehen.

Und trotz der Länge der Stücke werden die Songs nicht langweilig, geschehen doch immer wieder neue Sachen, so das es mal wieder schade zu nennen ist, das das Konzert gegen Mitternacht schon vorbei ist.


ALLES in allem mal wieder ein gelungener Abend in dieser Reihe, der sein Fortsetzung im April finden wird, wenn dann aber hoffentlich ein paar mehr Zuschauer und Zuhörer sich in den kleinen Keller verlaufen und sich mit heftigem Kopfschütteln und grooven den Abend vertreiben.

Donnerstag, 12. März 2015

Concert - The Agonist, Ferium and Selfmachine - 11.3.2015 - Das Rind, Rüsselsheim

Short announcement in advance:
I am going to try to write an concert review in English language for the first time now and hope, this works as well. Maybe, if someone reads this, and has some advice, critics or even compliments, this would be very appreciated by the author. Just comment, please.


But now, straight to the concert. It was, once more, at one of the nicest places I know: Das Rind in Rüsselsheim. A small, but always well-sounding and great organized venue. I especially like them for their progressive music events, which are hard to find in such a quality location in the area. This time, it was not mainly progressive music, but straight to the face metal, that brought me there.

Otep was planned as a headliner, but had to cancel the tour, which was very sad news, but with The Agonist, Ferium and Selfmachine, the show still promised to be big. And happily I was not alone with this thought and the venue got filled with, I would guess, some 70-80 people in the end. But the atmosphere, as far as I can say, was really great and it was real fun.

To be honest, I only learned about The Agonist (which was the band, I wanted to hear most on the lineup) when they parted ways with their former singer, Alissa White-Gluz. She joined one of my favorite bands in Arch Enemy, and was replaced by Vicky Psarakis. And this is, how I first listened to the old material of the band from Canada. And since it really sounded great, I wanted to see and hear them live some time.

That it was in Das Rind, to get that chance was really luck, since I like that place and I saw the chance to listen to the versatile singing style of Vicky in there.

Joining the team from Montreal was a really international package. Openers on this day was Selfmachine, a band from the Netherlands, playing a really modern kind of metal. What I found especially interesting about their music was that variety of voices they use with three people singing. And even though the audience was not very big at this time, they where able to deliver a great performance and bring the people to follow them on their trip through thrash, death and heavy metal.

Following this already great performance was a short break for changing the setup on stage. But I was really impressed, how fast this new setup was up and the next band entered the stage.

And this was Ferium from Israel. Since there are so many great bands from this region, I was really looking forward to what these guys would be bringing on stage. And it showed, that the expectations where not too high, even though it took a while for them to really convince me. They started with some really strong death metal songs. But what I was waiting for was the influence of local music and culture.

And since I do not listen to texts on first concerts I see bands at, I can´t say if they might have references to their regional background in there. In the music itself it took 2 or 3 songs for me to get what I wanted to have, but then the mixture of death metal, multi voices and oriental (strange to European ears, but very interesting) influence really flashed me in the end and so the time of this performance also ended too quick.

To end too quick is also the first thing I will remember of The Agonists appearance on stage on this evening. The singer, as she told us during the show, had to recover from a whole week of sickness and was only able to perform a shortened set. Taking this into account the performance she and her bandmates delivered was impressive.

It was power on stage from the very first minute and even with her health issues I was not able to say, that Vicky was not giving her very best. The music is beyond critics anyway and as well her growling and clear vocals did not show any weaknesses. Supported by her great backing vocalists, a very energetic overall appearance and a very versatile instrumentation this was, as short as it was, the highlight of the evening.

The only thing I would think about complaining would be the following. As Vicky announced, her colleagues played some instrumental sets during her medical pause. I was hoping, that this would also happen on that day, at least to give the audience some more time with a really great band. But it looks as if it was decided to stay with a shortened vocal set, which is of course, completely to the band.


FINALY, I want to thank (once more) the members of the team of Das Rind for their really good organization, the bands for their passion and power and the audience for their, as I think, good support of the whole evening.

Samstag, 7. März 2015

CD – Blind Guardian - Beyond the Red Mirror (Track by Track)

Hier eine Stück für Stück Betrachtung der Earbook Edition (ohne Vinyl) von Blind Guardians neuer Platte Beyond the Red Mirror von 2015.
Diese Betrachtung dient als Ergänzung meines Reviews hier!

The Ninth Wave – Wie gesagt, ein starkes erstes Stück, das bereits alles hat, was die Platte und die Band zu dem machen, was sie sind. Und mit über 9 Minten auch gleich eines der beiden längsten Stücke des Albums. Trotzdem wird es nicht langweilig. Immer wieder passiert etwas neues oder etwas Bekanntes und lieb gewonnenes kehrt zurück.

Twilight of the Gods – Deutlich kürzer (aber mit fast 5 Minuten wirklich kein Schnellschuss) und knackiger, wurde dieses Stück bereits als Single ausgekoppelt. Es hat mit seinem hymnischen Refrain durchaus das Potential zu einem der Klassiker der grandiosen Liveauftritte von Blind Guardian zu werden.

Prophecies – Es scheint jetzt erst mal ruhiger zu werden, aber schon kurz nach Beginn wird klar, das es einfach nur etwas mehr in Richtung Heavy Metal geht, der treibend durch das Stück peitscht. Fünfeinhalb Minuten, die sich bestimmt auch gut auf der Bühne machen.

At The Edge Of Time – Nicht nur der Titel der letzten Schiebe der Krefelder, ondern einfach nur EPISCH. Das ist wohl das Stichwort, unter dem dieses Stück steht. Allerdings auch eines der Stücke, von dem man echt gespannt sein darf, ob es die Livebühne je erleben wird.

Ashes of Eternity – Ein vor allem filigranes Stück Gitarrenarbeit, das hier vorgeführt wird. Bestimmt wird das den einen oder anderen stören, aber ab und zu ist es doch geil zu hören, was Virtuosen wie André Olbrich zu leisten im Standen sind.

Distant Memories – Der Bonus Track der Limited Edition und eine wunderschöne Ballade bildet die Mitte des Albums, wobei auch hier nicht mit Pomp und Breite in der Instrumentalisierung gespart wird, was es leider wieder schwer vorstellbar macht, ob dieses Stück jemals Live Atmosphäre erleben wird.

The Holy Grail – Direkt und kraftvoll! So einfach kann man geile Musik machen und so sämtliche Tugenden des Musk der letzten 20 Jahre auf den Punkt bringen. Ein Stück, das alles hat, was man sich vom Power Metal wünschen kann und von dem man hofft, es Live erleben zu dürfen.

The Throne – Geschichten erzählen, das ist, was Hansi Kürsch am liebsten macht, wie er auch immer wieder beweist. Unter das sehr beeindrucken mit diesem Stück, das nicht nur textuell, sondern alleine die Musik liefert mehr Emotionen und Ideen, als so manches Machwerk literarischer Natur aus dem Bereich Science Fiction oder Fantasy.

Sacred Mind – Es wird wieder etwas ruhiger und die Gitarren treten etwas mehr in den Vordergrund. Teilweise verspielt, teilweise hart führen sie den Song in ruhigem Gewässer zu seinem Ziel, in den Ohren und Köpfen seiner Zuhörer.

Miracle Mashine – Das kürzelste Stück der Platte, aber keineswegs eines, das man missen möchte. Wobei ich vor allem den Text interessant finde. Wer mag, sollte sich den ruhig mal zu Gemüte führen. Andererseits ein Beweis, das die Band sich auch kurz fassen kann, aber ganz ehrlich, wer will das bei so großartigen Songschreibern und Musikern. ;-)

Grand Parade – Das letzte Stück des regulären Albums und der Limited Edition und es bildet mit dem ersten Track eine echt beeindruckende Klammer des Albums. Sowohl von der Länge her sind das die beiden Stücke beeindrucken (jeweils 9:29 Minten) sondern auch musikalisch wird hier noch einmal alles heraus geholt, was Album und Band ausmachen.

Doom – Ein Zusatztitel, der nur auf dem Earbook zu finden ist, und sich nahtlos in die Qualität und Stimmung des restlichen Albums einfügt. Ein weiterer Song, der für sich nicht den Preis des Earbooks rechtfertigt, der aber das Album verlängert und damit auch verbessert.



Verpackung – Der eigentliche Grund für meine Entscheidung für das Earbook ist allerdings die sehr schöne und gelungene Verpackung in Buchform. Durch die Größe von 28x28 cm kommen die Grafiken auch sehr gut zur Geltung und die erzählte Geschichte wird nicht nur grafisch sondern auch textuell weiter ausgebaut und unterstützt.

CD – Blind Guardian - Beyond the Red Mirror (Review)

Eine der Platten der letzten Jahre, sie ich am sehnlichsten erwartet habe und um es gleich vorweg zu nehmen:
Dieses Album hat keine Höhepunkte!

Denn nachdem ich die Scheibe seit nun mehr über einem Monat in Dauerrotation laufen habe, habe ich kein Stück gefunden, das ich nicht als Highlight würde bezeichnen wollen.
Ich habe schon einige Platten gehört, die kaum Schwachstellen hatten, aber der eine oder andere Durchhänger oder Schwachpunkt war auf jeder Scheibe zu finden, die ich bisher hören durfte (natürlich abgesehen von Best-of-Sammlungen).Aber diesmal haben die Jungs um Hansi Kürsch es geschafft etwas abzuliefern, das ich als „perfektes Album“ bezeichnen würde.

Und wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt an diesem Album, dann die Tatsache, das die Platte ein Ende hat. Das ist zwar (bei der von mir gekauften Earbook Edition) erst nach 76 Minuten und 42 Sekunden erreicht, aber trotzdem will man, oder zumindest ich, eigentlich selbst dann nicht, das die Scheibe zu Ende ist.
Andererseits kann man dann endlich anfangen, sich in jeden einzelnen Song im Detail hineinzuhören. Das man, wie in meinem Fall, dabei noch absolut gelungenes grafisches und textuelles Zusatzmaterial geboten bekommt, steigert den Effekt noch und man möchte gar nicht entscheiden, ob man nun denselben Song wieder und wieder hören möchte, oder ob man doch schnell zu nächsten Meisterwerk kommen will.

Wie immer ist es Blind Guardian gelungen, eine Platte aufzunehmen, die eindeutig nach Blind Guardian klingt, und das merkt man an der einen oder anderen Stelle echt mehr als deutlich. Auf der anderen Seite ist jedes einzelne Stück so gestaltet, das einem nicht langweilig wird, oder man das Gefühl bekommt, etwas zu hören, das man schon kennt.
Und obwohl der Power Metal weiterhin das Genre ist, dem ich die Krefelder zuordnen würde, schaffen sie es doch, viele andere Stile mit zu integrieren. Die Symphonic Metal Elemente sind ja jedem Fan vertraut und gehören dazu genau wie die epischen Elemnet, sowohl im Gesamtwerk, als auch in einzelnen Stücken. So hievt die Band das Genre mit einem wahnsinnigen Aufwand (3 Chöre und 2 volle Orchester sind Teil der Aufnahme) auf ein neues Level, das allerdings ein paar Befürchtungen aufkommen lässt, wie diese Stücke in einem Live Set klingen werden.

Aber damit natürlich nicht genug. Klassische Heavy Metal Elemente fehlen genau so wenig, wie progressive Elemente. Diese waren zwar auf den beiden letzten Platten etwas deutlicher, aber die Mischung der Elemente ist fantastisch gelungen und wirkt etwas runder. Natürlich wird das nicht jedem gefallen, aber mir persönlich (und mehr kann ich ja nicht beurteilen) gefällt jeder Song, wenn ich ihn höre, besser als die anderen und auch derselbe Song beim letzten Durchlauf. Denn je öfter ich die Stücke nun gehört habe und immer noch höre, desto mehr Details fallen mir auf und desto besser gefallen mit die Songs.
Ich kann es jetzt kaum noch abwarten, das die Band demnächst auf Tour geht. Normalerweise kaufe ich Karten nicht so frühzeitig, aber mein Ticket für den April habe ich schon seit vier Monaten und mit Orphaned Land befindet sich gleich ein zweites Schwergewicht seines Genres mit im Boot.

Aber die Scheibe hat eben nicht nur musikalisch einiges zu bieten, sondern auch eine Geschichte kommt nicht zu kurz, die in den sehr guten und prägnanten Texten von Hansi Kürsch erzählt wird. Und besonders die Tatsache, das man sich thematisch an einer 20 Jahre alten Scheibe Imaginations From The Other Side anlehnt deutet auch hier wieder an, das sich Blind Guardian, so viel sie auch experimentiert haben und es immer noch tun und bestimmt immer wieder tun werden, doch wissen, wo ihre Stärken liegen und diese sehr wohl wissen auszuspielen.


FAZIT: Eine Platte ohne Stärken. Gelungen von Anfang bis Ende, und obwohl es noch sehr früh im Jahr veröffentlicht wurde, denke ich, es wird meinen persönlichen Top5 des Jahres 2015 landen. Und wenn ich ein Stück heraus heben möchte, damit man sich ein Bild machen kann, würde ich empfehlen, direkt den Opener The Ninth Wave anzuhören. Er hat bereits alles, was die Platte ausmacht.

Nachtrag: Hier findet ihr noch eine Track-by-Track Betrachtung der Platte!

Dienstag, 24. Februar 2015

Konzert - Bastardo und Stonesphere - 21.2.2015 - Moshpit Flörsheim

Flörsheim? Ja, kenne ich, fahre ich regelmäßig durch.
Moshpit in Flörsheim? Nie gehört.
Ist eine Veranstaltung in der Rangierbar im Bahnhof.
Klingt cool und scheint ja ideal gelegen zu sein.

Und tatsächlich, die Rangierbar ist genau 20 Meter von den Gleisen der Bahn entfernt, auf der die Züge von Frankfurt nach Wiesbaden fahren. Einmal um das Gebäude des Bahnhofs herum und schon steht man an einer kleinen Treppe, die einen in den Veranstaltungsort bringt. Diese geht allerdings, anders als man vielleicht vermuten würde, nach oben und dann betritt man eine schöne, kleine aber feine Kneipe, die links die Bar mit Mischpult und rechts die Bühne offenbart.

Die Größe hat mir beim ersten Betreten etwas zu denken gegeben, immerhin ist es nicht ganz leicht, einen solchen Raum laut aber nicht zu laut zu machen. (Ja, ich weiß, mit der Annahme, das Rock oder Metal auch ZU laut sein kann, stehe ich ziemlich alleine da.) Aber die Verantwortlichen vor Ort verstehen ihren Job in dieser Hinsicht wirklich gut. Denn nicht nur, das sie immer wieder großartige Veranstaltungen durchführen, sondern auch der Sound während eben dieser ist, soweit ich das bisher mitbekommen habe, ist super.

An diesem Abend also sollte es mal wieder tief, schleppend und trocken zur Sache gehen. Heavy, Stoner, Dessert, Metal. Das waren die Schlagworte, unter denen der die Veranstaltung lief und die geladenen Bands sollten perfekt dazu passen.


Als erstes enterten (zwar erst gegen 21:15) die Marburger von Bastardo die Bühne. Der Startzeitpunkt schien sehr spät gewählt, aber da leider nur zwei Bands am Start waren, reichte die Zeit auch so noch, um mit der Bahn den Ort in Ruhe verlassen zu können. Die Band schaffte es sehr zügig, die Zuschauer vor der Bühne zu versammeln und wenn es auch nicht zu den geforderten Tänzen reichte, so war doch allenthalben heftiges Kopfnicken zu sehen, das auch nicht nachlassen sollte, bevor der Auftritt zu Ende war.

Ich war am Anfang etwas erstaunt über die Lage des Instruments beim Bassisten, denn es hatte den Anschein, das dieser lediglich in der Lage sein würde, die oberste Saite zu erreichen. Nicht das das bei der Musik, die man erwarten konnte, hinderlich gewesen wäre, aber es wäre wohl ein wenig einsaitig geworden. Es stellte sich aber heraus, das doch alles Saiten zum Einsatz kommen sollten. Und dieses Bassspiel bildet, zusammen mit den extrem trocken klingenden Drums, ja bekanntlich die Basis dieser Dessert-Stoner-Heavy-Metal Mischung.

Die Drums gefielen mir so extrem gut, wenn ich sie auch lange nicht mehr so gehört hatte auf Konzerten. Echt geil. Aber natürlich nutzten die beiden Gitarristen diese fette Basis, um sich mit harten Riffs und verspielten Solos davon abzusetzen und sie genial zu ergänzen. Aber das ganze diente schlussendlich natürlich nur dazu, dem rauen Gesang den Weg von der Bühne in die Ohren der Zuhörer zu ebnen.
Und ich zumindest kann nichts anderes sagen, als das es den Jungs gelungen ist, diesen Weg zu finden und schlussendlich die Füße und Nacken der Zuhörer zu erreichen.

Aber trotz der Erfüllung der Erwartungen der meisten Zuhörer, gelang es den Musikern doch immer wieder mit Elementen zu überraschen. So gab es, nicht vollkommen überraschend, immer wieder Einwürfe bluesiger Natur, also quasi so etwas wie back to the roots. Aber auch die eine oder andere funkige Anleihe meine ich vernommen zu haben.

Auch die Kommunikation mit dem Publikum war, wie der restliche Auftritt, sehr professionell, ohne routiniert zu wirken. Einzig zwei Dinge sind mir negativ aufgefallen. Der Gesang des Bassisten war meiner Meinung nach, ein wenig zu leise genau wie das eine oder andere Solo. Nicht, das es den Gesamteindruck hätte beschädigen können, aber man musste teilweise doch sehr genau hinhören.

Eine knappe Stunde dauerte der Auftritt "der letzten Band vor der letzten Band des Abends" und es war schade, das es schon vorbei war. Aber es sollte ja noch einen weiteren Auftritt geben und so zerstreute sich die Zuschauerschaft zwischen Bar, Toilette und Raucherbereich (draußen), während die Musiker sich um den Umbau auf der Bühne kümmerten.

Ich kann nicht genau sagen, wie lange es gedauert hat, aber ein kurzes Gespräch mit den Jungs von Bastardo verkürzte die Zeit auf jeden Fall noch einmal. Und was mir bei diesem Umbau auffiel, war das minimalistische Bodentreterarsenal des Gitarristen der zweiten Band des Abends. Lediglich 3 oder 4 der kleinen Boxen stellte er auf und verkabelte sie auch direkt vor Ort. Das fand ich auf der einen Seite natürlich angenehm, konnte man doch immerhin hoffen, das Musiker selber spielen zu hören und nicht die übliche Batterie an Effekten.
Andererseits fragte ich mich natürlich, warum andere Musiker seines Fachs sich in wahren Materialschlachten ergeben und ob der Sound dann nicht doch etwas zu anders sein mochte, als man es vielleicht gewohnt ist.

Als dann schließlich Stonesphere aber auf die Bühne traten um ihren Teil zum gelingen des Abends beizutragen, fiel mir nicht wirklich auf, das dort etwa etwas fehlen würde. Druckvoll und variantenreich begannen die drei Musiker. Der Bassist übernimmt auch den Gesang und hat eine angenehme Stimme, die zu der gemachten Musik passt: tief und rau. Heavy Stoner nennen die Mainzer ihre Musik, und ich denke, dieser Titel passt sehr gut.

Heavy Metal und Stoner Rock. Das sind die Hauptzutaten die dort auf die Bühne gebracht werden, und die in einer interessanten Art und Weise zu Gehör gebracht werden. Aber auch doomiger als die Band vor ihr kommt Stonesphere daher.
Im Laufe des Konzerts allerdings fällt mir auf, oder zumindest habe ich das Gefühl, das sich die Musik teilweise wiederholt. Natürlich sind die Stücke und die Musik weiterhin sehr mitreißend, aber es klingt später doch alles so, als hätte man es schon einmal gehört. Aber da die Band, wenn ich das richtig lesen, noch weniger als zwei Jahre existiert, kann das eigentlich nicht verwundern.

Was mich aber dann doch ein wenig wundert, ist mein Gefühl, das es in der Musik einige Brüche gibt, die, imho, nicht künstlerisch erklärbar oder sinnvoll sind. So scheinen die einzelnen Teilstücke der Songs manchmal nicht wirklich zusammen zu passen. Ich denke, das liegt daran, das die Übergänge nicht sauber ausgearbeitet sind. Oder aber, das kann ich nicht genau sagen, das den Musikern noch Erfahrung fehlt, diese Dinge bei einem Live Auftritt entsprechend umzusetzen.

Was auch immer es ist, das Konzert der Jungs aus Mainz macht auf jeden Fall Lust darauf, sie noch einmal live zu erleben. Ich denke, sie haben das vielzitierte Potential aber auch noch Luft nach oben.


Alles in allem ein gelungener Abend mit zwar nur zwei Bands, aber dafür hatte ich persönlich zumindest genug Zeit und Muße, mich mit jeder im Detail auseinander zu setzen. Die Location ist ziemlich cool, die technische Ausstattung gut und das Musikverständnis der Verantwortlichen entspricht dem, wie ich es mir vorstelle. Stimmung war auch super und die Lage ist natürlich einmalig.

Montag, 23. Februar 2015

(Hör)Buch - Die Tor der Welt - Ken Follett (vollständige Lesung)

Vor Jahren hatte ich den ersten Teil dieser kleinen Serie schon gelesen (oder genauer gesagt, gehört). Dieser dürfte wohl auch vielen bekannt sein, immerhin begründet Die Säulen der Erde ja nicht unerheblich den Ruhm des Autors, zeichnete er doch dort schon eine spannende Geschichte persönlicher Probleme und Intrigen vor dem Hintergrund einer historischen Welt, die sich den meisten Menschen doch entzieht.

Da ich mittlerweile wieder etwas mehr Zeit mit Hörbüchern als mit schnöder Musik verbringe, habe ich mir als eines der ersten Werke dieses Mammutwerk vorgenommen. Ich kannte ja Folletts Schreibstil und wusste, das ich damit klar kommen würde und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Denn sowohl beim Lesen, als auch beim Hören ist die Sprache des Briten sehr eingängig und gefällig. Wie ich es kannte, schreibt er in kurzen, einfachen Sätzen ohne das die Geschichte dadurch trivialisiert würde.
Man kann dadurch jederzeit den Gedanken folgen und verliert nicht den Faden der Szene oder der Geschichte aus den Augen. Es mag sein, das es Leute gibt, die diese Sprache zu simpel bezeichnen würden, ich persönlich finde aber, das die Sprache j nur Mittel zum Zweck ist, also vor allem verständlich sein sollte.

Dies gelingt Ken Follett auch in diesem Werk wieder, das mit 50 Stunden Dauer schon zu den längsten Werken zählt, das ich persönlich kenne, sehr gut. Und nicht nur das trägt zum sehr guten ersten Eindruck bei, sondern auch die Tatsache, das der Spreche, Tobias Kluckert, eine angenehme, unaufgeregte Stimme zur Verfügung stellt, um die Geschichte in der angemessenen Form zu tragen. Leider wird einem erst bewusst, wie wichtig der Sprecher bei einem solchen Hörbuch ist, wenn man einmal einen schlechten erlebt hat, so das ein unauffälliger Sprecher also schon auf Qualität hinweist. Schade, aber das ist wohl das Los solcher im Hintergrund wirkender Künstler.


Nun aber zu dem Buch und dessen Inhalt. Die Geschichte spielt an derselben Stelle wie Die Säulen der Erde allerdings etwas mehr als 150 Jahre später und beginnt im Jahr 1327. Kingsbridge hat sich weiter entwickelt, genau so wie es das ganze Land, ja der ganze Kontinent getan hat, aber viele Dinge sind geblieben und ermöglichen es dem treuen Leser sich noch ein wenig zurecht zu finden. Natürlich sind die Charaktere vollkommen neue und nur entfernt mit denen aus Die Säulen der Erde verwandt, wenn überhaupt. Und gerade deswegen ist es nicht erforderlich, den ersten Teil dieser Mini-Serie gelesen zu haben. Alles wird ausreichend genau erklärt, wie man es von Follett gewohnt ist.

Die vier Charaktere um die sich die ganze Geschichte dreht sind zu Beginn des Buches noch Kinder und aus verschiedenen Gründen in der Stadt Kingsbridge. Und wie sich das gehört machen sie natürlich nicht, was ihre Eltern ihnen sagen und erleben dadurch eine Situation, die sie für den Rest ihres Lebens aneinander schweißen wird. Aber nicht nur ihr Leben beeinflusst diese gewaltsame Begegnung, sondern die soll sogar bedeutsam für die große Politik der Zeit werden, wie sich allerdings erst langsam mehr und mehr herausstellt.

Und auch wenn die vier zwangsweise Verbündeten zu Beginn unterschiedlichen Gesellschaftsschichten entstammen, so ist aller Lebensweg doch von jeder Menge Entbehrungen, Enttäuschungen und Rückschlägen gekennzeichnet. Allerdings, und das ist auf der einen Seite eine Stärke des Romans, auf der anderen eine Schwäche, ist die Entwicklung oft sehr absehbar. Denn natürlich ist die Gesellschaft des 14. Jahrhunderts noch geprägt von Aberglaube und Vorurteilen, aber das macht es natürlich auch schwer, glaubwürdige Überraschungen zu erwarte oder zu schreiben.

Ich persönlich finde das Sittengemälde, das in dem Buch von der Zeit gemalt wird, sehr glaubwürdig, wenn einem die eine oder andere Szene auch etwas grausam oder ordinär erscheint. Aber ich denke, das diese Darstellung wohl der Wahrheit der Zeit entspricht und ich finde, sie wird mit dem nötigen Detailreichtum beschrieben, ohne voyeuristisch zu wirken. Natürlich muss so etwas jeder Leser für sich selber entscheiden, aber wer einen historischen Roman liest, darf halt nicht moderne Prüderie erwarten.


Ohne zu sehr auf den Inhalt einzugehen, denn ich will ja keinen Spoileralarm geben müssen, muss ich sagen, das mir die Geschichte bis etwa 80% gut gefallen hat, wenn sie auch eher davon geprägt ist, das in der patriarchalisch Gesellschaft der Gotik derjenige gewinnt, der rücksichtslos seiner Ziele verfolgt. Und zwar, so hat man den Eindruck, je rücksichtsloser und gewalttätiger, desto besser.

Am Ende des Buches (die letzten 20% würde ich gefühlt sagen) kommt ein Teil, der die Geschichte ein wenig in Richtung eines versöhnlichen Ausgangs lenkt. Man könnte auch sagen, der Autor versucht, das Gerechtigkeitsempfinden einer modernen Gesellschaft in die Geschichte einfließen zu lassen, was an und für sich nicht so falsch ist, deprimiert doch der Triumph des Bösen und Schlechten auf Dauer. Allerdings passiert das, meiner Meinung nach, teilweise zu abrupt, als hätte man gemerkt, das das Buch zu einem Ende kommen müsse. Oder aber es passiert ohne die aus dem Verlauf des Buches bekannten teils ausschweifenden Ausführungen und ohne irgendwelche Erklärungen.


FAZIT
Ein über weite Strecken sehr schönes Werk, das einen Einblick in das Lebens einfacher Leute in der Zeit gibt, ohne dabei die große Historie zu vergessen, die der Beginn des 100 jährigen Krieges darstellt. Leider muss ich sagen, das das Ende etwas zu überhastet und angepasst erscheint, als das ich das Buch uneingeschränkt empfehlen könnte.
Wer aber Kenn Follett mag und historische Romane ist hier bestimmt richtig aufgehoben.

Sonntag, 15. Februar 2015

Konzert – Räucherkammer Wiesbaden – 13.2.2015 – Rising Anger, Burning down Alaska, Shattered Lions, Awake the Mutes, These Days Remain

Eines der letzten Konzerte in dieser schönen, kleinen aber feinen Location war der Hammer, zumindest wenn man den Abend zusammen betrachtet. Es war ein mächtig kalter Tag in Wiesbaden gewesen und so freute ich mich auf den Abend in der Räucherkammer, wo es mit Sicherheit heiß hergehen würde, traten doch immerhin 4 der Bands in unmittelbarer Nähe ihrer Heimat auf.
Das der Freitag gerade ein 13, war störte offensichtlich keinen und so war der kleine Veranstaltungsraum schon gegen 19 Uhr gut gefüllt. Und als gegen 19:30 Uhr die erste Band auf die Bühne trat, wurde es schnell noch ein wenig voller.

Die Hardcore Band These Days Remain aus Wiesbaden lassen von der ersten Minute nicht die Energie vermissen, die man bei einem solchen Heimspiel erwarten kann. Leider sind die Songs der wirklich jungen Musiker zwar teilweise recht interessant, aber im weiteren Verlauf verflachen sie doch deutlich. Nicht, das man von so jungen Musikern viel mehr erwarten kann, aber leider passen meiner Meinung nach Verhalten, geweckte Erwartung und Realität hier nicht zusammen. Vor allem der Gesang lässt sehr zu wünschen übrig, wie ich leider sagen muss.
Trotz allem haben die Songs Potential, denke ich, und je nach dem, wie gut der Sänger seine Stimme noch zu beherrschen lernt, kann auch das etwas werden. Denn immerhin, so deute ich den Eintrag auf der Facebook Seite der Jungs, existiert die Gruppe erst sein etwa einem Jahr.
Also Leute, bleibt dran und entwickelt euch weiter!

Als nächstes kam einer Mainzer Combo auf die Bühne. Awake the Mutes sind wohl schon etwas länger zusammen und das merkt man auch, denn erstens scheinen sie eine wesentlich größere Fanbase zu haben und auch ihre Musik klingt deutlich komplexer und ausgefeilter. Ich muss zugeben, das die Tatsache, das sie Metalcore spielen, dessen Hauptaugenmerk auf den Rhythmus liegt, die Musik für mich wesentlich interessanter macht.
Und obwohl die Musik schon deutlich reifer klingt, bin ich der Meinung, das auch hier noch Luft ist, was das Songwriting angeht. Aber was man den Mainzern auf jeden Fall bescheinigen kann ist, das sie riesig Spaß an dem haben, was sie da machen und das ist ja schließlich, was man als Fan will.

Als nächstes kam nun die Band, die ich schon seit längerem versuchte, live zu erleben. Shattered Lions spielen originellen, energiegeladenen Melodic Hardcore, der aber auch immer wieder Einstreuungen aus anderen Musikrichtungen hat, vor allem Metal und progressive Elemente. Und das die Frankfurter diesen Auftritt sogar durchgezogen haben, obwohl ihnen wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, kurzfristig ein Mitstreiter ausgefallen ist, finde ich um so beeindruckender. Und obwohl die Stimmung vor der Bühne nicht so ausgelassen war, wie bei den ersten beiden Bands, so war es doch sehr faszinierend, wie die vier verbliebenen Mitglieder es schafften in den nicht allzu langen Songs doch eine Vielfalt zu entwickeln, die ihresgleichen suchen dürfte.
Für mich war das der Höhepunkt des Abends, was die musikalische Seite angeht, aber dafür würde der Rest des Abends ein Wahnsinn an Action auf der Bühne und im Zuschauerraum.

Denn obwohl Burning Down Alaska als einzige Band kein Heimspiel an diesem Abend hatten, so brannten sie doch ein großartiges Feuerwerk ab und sorgten dafür, das der Boden bereitet wurde, für den Headliner des Abends, aber dazu später mehr. Die Musik der Ruhrpottler war aber nicht nur energiegeladen, sondern hatte auch sehr interessante Einflüsse aus dem klassischen Metal, was nicht nur zu ebensolchen Moshpits führte, sondern auch die Köpfe vieler Zuschauer zum Haare schütteln brachte.
Während des Auftritts der Recklinghäuser war mir schon aufgefallen, das der Sound von der Bühne immer lauter wurde und hoffte nur, das sich das nicht noch negativ auf die folgende Band auswirken würde.

Als dann nach dieser Vorbereitung schließlich die Jungs von Rising Anger die kleine Bühne enterten, um nicht nur ihre Show zu starten, sondern wohl auch die Aufnahmen für ein neuen Video zu machen, kochte die Stimmung langsam immer höher. Es war Wahnsinn, wie die Zuschauer die Bühne nicht nur belagerten, sondern auch immer wieder enterten, um sich dann wieder in Publikum zu werfen oder mit der Band zu feiern und mitzusingen. Ich habe so etwas noch nicht erlebt, war aber vor allem davon beeindruckt, das es offensichtlich keine Verletzten gab, obwohl quasi ständig irgendjemand an den Deckenstreben hing oder über das Publikum getragen wurde.
Die Musik wurde zur Nebensache, was ich persönlich ein wenig schade fand, aber scheinbar störte das außer mir nur wenige Leute unter den Zuschauern.
Die Lautstärke während dieses letzten Aktes des Abends hielt sich GottSeiDank noch so im Rahmen, das ich damit leben konnte.

FAZIT: Insgesamt war der Sound an diesem Abend, vor allem wenn man die Anzahl der Bands berücksichtigt, recht gut, auch wenn es leider fast nie gelungen ist, den Gesang, vor allem die Nebensänger, so zur Geltung zu bringen, wie es imho nötig gewesen wäre. Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber die Nebensänger waren immer zu leise, wie man eher für Backgroundsänger erwartet hätte.

Alles in allem aber ein sehr gelungener Abend, der mir persönlich aber auch Hoffnung macht, das die Crew, die diese Location zu etwas besonderem gemacht, das ganze auch am neuen Ort direkt um die Ecke schaffen wird.

Montag, 9. Februar 2015

Film - Interstellar - 2014

Habe selten einen Film gesehen, der fast 3 Stunden lang ist und so kurzweilig. Natürlich wird hier einiges an "Science" mit sehr viel "Fiction" gemischt und nicht immer zu Ende erklärt, aber ich finde die Story rund, wenn es auch immer wieder Szenen gibt, deren Sinn (für den Film und die Geschichte) ich immer noch nicht so ganz verstehe.

Aber ich finde das trägt zur Atmosphäre bei, der eben normale Menschen in eine Situation schmeißt, die sie wohl selber nicht wirklich wollen, sich aber denen dann doch stellen.

Die Mischung aus Weltende-Drama, Weltraumabenteuer, Zeitreise und der Frage nach der Zukunft der Menschheit gefällt mir persönlich sehr gut, zumal es keinen erhobenen Zeigefinger gibt, sondern man schon selber erkennen muss, wo die Probleme sind. An dieser Stelle besonders gelungen, und in der Rolle des Dr. Mann personifiziert, der Widerstreit zwischen „Mensch(en) retten“ und „Menschheit retten“.

Eines meiner persönlichen Highlights sind die Unglücksszenen im Weltraum, die durch vollkommen Stille die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – genial und irgendwie realistisch. Im Vergleich dazu ist der Soundtrack dann teilweise doch etwas zu bombastisch und zu sehr darauf bedacht, die vorhandene und brillant gespielte und in Szene gesetzte Spannung noch zu untermauern. Ich fände an dieser Stelle dann, das weniger mehr gewesen wäre.

Das Ende, das muss ich zugeben, ist etwas seltsam, aber nach etwas „wirken lassen“ dann doch nicht vollkommen unlogisch, zumal es schwer fällt, sich in die Situation zu versetzen. Dies gilt allerdings für die gesamte Zeitreise Problematik, deren Möglichkeiten, Risiken und Folgen sich wohl kein Mensch vollständig und realistisch bewusst sein kann.


FAZIT: Alles in allem ein sehenswerter, kurzweiliger Film mit großartigen Schauspielern und vielen komplexen Themen.