Sonntag, 15. Februar 2015

Konzert – Räucherkammer Wiesbaden – 13.2.2015 – Rising Anger, Burning down Alaska, Shattered Lions, Awake the Mutes, These Days Remain

Eines der letzten Konzerte in dieser schönen, kleinen aber feinen Location war der Hammer, zumindest wenn man den Abend zusammen betrachtet. Es war ein mächtig kalter Tag in Wiesbaden gewesen und so freute ich mich auf den Abend in der Räucherkammer, wo es mit Sicherheit heiß hergehen würde, traten doch immerhin 4 der Bands in unmittelbarer Nähe ihrer Heimat auf.
Das der Freitag gerade ein 13, war störte offensichtlich keinen und so war der kleine Veranstaltungsraum schon gegen 19 Uhr gut gefüllt. Und als gegen 19:30 Uhr die erste Band auf die Bühne trat, wurde es schnell noch ein wenig voller.

Die Hardcore Band These Days Remain aus Wiesbaden lassen von der ersten Minute nicht die Energie vermissen, die man bei einem solchen Heimspiel erwarten kann. Leider sind die Songs der wirklich jungen Musiker zwar teilweise recht interessant, aber im weiteren Verlauf verflachen sie doch deutlich. Nicht, das man von so jungen Musikern viel mehr erwarten kann, aber leider passen meiner Meinung nach Verhalten, geweckte Erwartung und Realität hier nicht zusammen. Vor allem der Gesang lässt sehr zu wünschen übrig, wie ich leider sagen muss.
Trotz allem haben die Songs Potential, denke ich, und je nach dem, wie gut der Sänger seine Stimme noch zu beherrschen lernt, kann auch das etwas werden. Denn immerhin, so deute ich den Eintrag auf der Facebook Seite der Jungs, existiert die Gruppe erst sein etwa einem Jahr.
Also Leute, bleibt dran und entwickelt euch weiter!

Als nächstes kam einer Mainzer Combo auf die Bühne. Awake the Mutes sind wohl schon etwas länger zusammen und das merkt man auch, denn erstens scheinen sie eine wesentlich größere Fanbase zu haben und auch ihre Musik klingt deutlich komplexer und ausgefeilter. Ich muss zugeben, das die Tatsache, das sie Metalcore spielen, dessen Hauptaugenmerk auf den Rhythmus liegt, die Musik für mich wesentlich interessanter macht.
Und obwohl die Musik schon deutlich reifer klingt, bin ich der Meinung, das auch hier noch Luft ist, was das Songwriting angeht. Aber was man den Mainzern auf jeden Fall bescheinigen kann ist, das sie riesig Spaß an dem haben, was sie da machen und das ist ja schließlich, was man als Fan will.

Als nächstes kam nun die Band, die ich schon seit längerem versuchte, live zu erleben. Shattered Lions spielen originellen, energiegeladenen Melodic Hardcore, der aber auch immer wieder Einstreuungen aus anderen Musikrichtungen hat, vor allem Metal und progressive Elemente. Und das die Frankfurter diesen Auftritt sogar durchgezogen haben, obwohl ihnen wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, kurzfristig ein Mitstreiter ausgefallen ist, finde ich um so beeindruckender. Und obwohl die Stimmung vor der Bühne nicht so ausgelassen war, wie bei den ersten beiden Bands, so war es doch sehr faszinierend, wie die vier verbliebenen Mitglieder es schafften in den nicht allzu langen Songs doch eine Vielfalt zu entwickeln, die ihresgleichen suchen dürfte.
Für mich war das der Höhepunkt des Abends, was die musikalische Seite angeht, aber dafür würde der Rest des Abends ein Wahnsinn an Action auf der Bühne und im Zuschauerraum.

Denn obwohl Burning Down Alaska als einzige Band kein Heimspiel an diesem Abend hatten, so brannten sie doch ein großartiges Feuerwerk ab und sorgten dafür, das der Boden bereitet wurde, für den Headliner des Abends, aber dazu später mehr. Die Musik der Ruhrpottler war aber nicht nur energiegeladen, sondern hatte auch sehr interessante Einflüsse aus dem klassischen Metal, was nicht nur zu ebensolchen Moshpits führte, sondern auch die Köpfe vieler Zuschauer zum Haare schütteln brachte.
Während des Auftritts der Recklinghäuser war mir schon aufgefallen, das der Sound von der Bühne immer lauter wurde und hoffte nur, das sich das nicht noch negativ auf die folgende Band auswirken würde.

Als dann nach dieser Vorbereitung schließlich die Jungs von Rising Anger die kleine Bühne enterten, um nicht nur ihre Show zu starten, sondern wohl auch die Aufnahmen für ein neuen Video zu machen, kochte die Stimmung langsam immer höher. Es war Wahnsinn, wie die Zuschauer die Bühne nicht nur belagerten, sondern auch immer wieder enterten, um sich dann wieder in Publikum zu werfen oder mit der Band zu feiern und mitzusingen. Ich habe so etwas noch nicht erlebt, war aber vor allem davon beeindruckt, das es offensichtlich keine Verletzten gab, obwohl quasi ständig irgendjemand an den Deckenstreben hing oder über das Publikum getragen wurde.
Die Musik wurde zur Nebensache, was ich persönlich ein wenig schade fand, aber scheinbar störte das außer mir nur wenige Leute unter den Zuschauern.
Die Lautstärke während dieses letzten Aktes des Abends hielt sich GottSeiDank noch so im Rahmen, das ich damit leben konnte.

FAZIT: Insgesamt war der Sound an diesem Abend, vor allem wenn man die Anzahl der Bands berücksichtigt, recht gut, auch wenn es leider fast nie gelungen ist, den Gesang, vor allem die Nebensänger, so zur Geltung zu bringen, wie es imho nötig gewesen wäre. Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber die Nebensänger waren immer zu leise, wie man eher für Backgroundsänger erwartet hätte.

Alles in allem aber ein sehr gelungener Abend, der mir persönlich aber auch Hoffnung macht, das die Crew, die diese Location zu etwas besonderem gemacht, das ganze auch am neuen Ort direkt um die Ecke schaffen wird.

Kommentare:

  1. Grims Märchen *eg* wie die Insider sagen

    AntwortenLöschen
  2. Na ja, ist halt nur meine Meinung als Zuhörer.

    AntwortenLöschen