Samstag, 7. März 2015

CD – Blind Guardian - Beyond the Red Mirror (Review)

Eine der Platten der letzten Jahre, sie ich am sehnlichsten erwartet habe und um es gleich vorweg zu nehmen:
Dieses Album hat keine Höhepunkte!

Denn nachdem ich die Scheibe seit nun mehr über einem Monat in Dauerrotation laufen habe, habe ich kein Stück gefunden, das ich nicht als Highlight würde bezeichnen wollen.
Ich habe schon einige Platten gehört, die kaum Schwachstellen hatten, aber der eine oder andere Durchhänger oder Schwachpunkt war auf jeder Scheibe zu finden, die ich bisher hören durfte (natürlich abgesehen von Best-of-Sammlungen).Aber diesmal haben die Jungs um Hansi Kürsch es geschafft etwas abzuliefern, das ich als „perfektes Album“ bezeichnen würde.

Und wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt an diesem Album, dann die Tatsache, das die Platte ein Ende hat. Das ist zwar (bei der von mir gekauften Earbook Edition) erst nach 76 Minuten und 42 Sekunden erreicht, aber trotzdem will man, oder zumindest ich, eigentlich selbst dann nicht, das die Scheibe zu Ende ist.
Andererseits kann man dann endlich anfangen, sich in jeden einzelnen Song im Detail hineinzuhören. Das man, wie in meinem Fall, dabei noch absolut gelungenes grafisches und textuelles Zusatzmaterial geboten bekommt, steigert den Effekt noch und man möchte gar nicht entscheiden, ob man nun denselben Song wieder und wieder hören möchte, oder ob man doch schnell zu nächsten Meisterwerk kommen will.

Wie immer ist es Blind Guardian gelungen, eine Platte aufzunehmen, die eindeutig nach Blind Guardian klingt, und das merkt man an der einen oder anderen Stelle echt mehr als deutlich. Auf der anderen Seite ist jedes einzelne Stück so gestaltet, das einem nicht langweilig wird, oder man das Gefühl bekommt, etwas zu hören, das man schon kennt.
Und obwohl der Power Metal weiterhin das Genre ist, dem ich die Krefelder zuordnen würde, schaffen sie es doch, viele andere Stile mit zu integrieren. Die Symphonic Metal Elemente sind ja jedem Fan vertraut und gehören dazu genau wie die epischen Elemnet, sowohl im Gesamtwerk, als auch in einzelnen Stücken. So hievt die Band das Genre mit einem wahnsinnigen Aufwand (3 Chöre und 2 volle Orchester sind Teil der Aufnahme) auf ein neues Level, das allerdings ein paar Befürchtungen aufkommen lässt, wie diese Stücke in einem Live Set klingen werden.

Aber damit natürlich nicht genug. Klassische Heavy Metal Elemente fehlen genau so wenig, wie progressive Elemente. Diese waren zwar auf den beiden letzten Platten etwas deutlicher, aber die Mischung der Elemente ist fantastisch gelungen und wirkt etwas runder. Natürlich wird das nicht jedem gefallen, aber mir persönlich (und mehr kann ich ja nicht beurteilen) gefällt jeder Song, wenn ich ihn höre, besser als die anderen und auch derselbe Song beim letzten Durchlauf. Denn je öfter ich die Stücke nun gehört habe und immer noch höre, desto mehr Details fallen mir auf und desto besser gefallen mit die Songs.
Ich kann es jetzt kaum noch abwarten, das die Band demnächst auf Tour geht. Normalerweise kaufe ich Karten nicht so frühzeitig, aber mein Ticket für den April habe ich schon seit vier Monaten und mit Orphaned Land befindet sich gleich ein zweites Schwergewicht seines Genres mit im Boot.

Aber die Scheibe hat eben nicht nur musikalisch einiges zu bieten, sondern auch eine Geschichte kommt nicht zu kurz, die in den sehr guten und prägnanten Texten von Hansi Kürsch erzählt wird. Und besonders die Tatsache, das man sich thematisch an einer 20 Jahre alten Scheibe Imaginations From The Other Side anlehnt deutet auch hier wieder an, das sich Blind Guardian, so viel sie auch experimentiert haben und es immer noch tun und bestimmt immer wieder tun werden, doch wissen, wo ihre Stärken liegen und diese sehr wohl wissen auszuspielen.


FAZIT: Eine Platte ohne Stärken. Gelungen von Anfang bis Ende, und obwohl es noch sehr früh im Jahr veröffentlicht wurde, denke ich, es wird meinen persönlichen Top5 des Jahres 2015 landen. Und wenn ich ein Stück heraus heben möchte, damit man sich ein Bild machen kann, würde ich empfehlen, direkt den Opener The Ninth Wave anzuhören. Er hat bereits alles, was die Platte ausmacht.

Nachtrag: Hier findet ihr noch eine Track-by-Track Betrachtung der Platte!

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