Sonntag, 10. Mai 2015

Konzert - NEWMEN im Saas-Fee Pavillon, Frankfurt, 2.5.2015

Saas Fee

Ja, das hatte ich schon mal gehört, und dort bin ich sogar schon mal gewesen, aber damals zum Ski fahren. Aber einen Pavillon mit dem Namen hatte ich bis zu diesem Abend noch nicht gekannt. Und das war, wie sich zeigte, schade, denn die Location liegt nicht nur extrem verkehrsgünstig, sondern sie ist auch wunderschön gelegen auf der Rückseite eines der Hochhäuser im Herzen von Frankfurt. Für Konzerte vielleicht nicht unbedingt so super gut geeignet, denn es gibt keinerlei Bühne oder auch nur Erhöhung, auf der die Musiker sich etwas von den Zuschauern abheben können. Aber vor allem fehlt natürlich damit die Möglichkeit, der nicht ganz vorne stehenden Zuschauer viel von der Band mitzubekommen.

Aber nichts desto trotz wie gesagt ein schöner und (ich nehme das jetzt mal vorweg) auch Sound-technisch einwandfreier Veranstaltungsort. Eigentlich hätte das Konzert direkt vor den Toren des Hauptbahnhofs stattfinden sollen, aber die Location (Mosel 45) war wohl ob der ganzen Interessenbekundungen als zu klein beurteile worden. Und in Anbetracht der Tatsache, das selbst diese, ja offensichtlich größere, Location gut gefüllt war, gab den Musikern und Veranstaltern schließlich ja auch recht.

Ich hatte nur durch Zufall von diesem Konzert überhaupt gehört und war  lange nicht sicher gewesen, ob ich überhaupt hingehen würde. Aber im Nachhinein muss ich sagen, das ich froh bin, das ich es gemacht habe. Ich weiß gar nicht, bei wem ich  mich bedanken muss für den Hinweis, aber wahrscheinlich wird derjenige auch selber den Abend hier genossen haben.
Der Veranstaltungsort fällt, wenn man ihn dann betreten hat, vor allem durch viele interessante Möglichkeiten der Kunstinstallation auf, und auch die aufgehängten und ausgestellten Kunstgegenstände machen die Räume interessant. Und ehrlich gesagt erinnerte die Bühne selber auch, die man sich zu Beginn noch in aller Ruhe anschauen konnte, ein wenig an eine Kunstausstellung. Einige  echte Klassiker aus dem Bereich Tonerzeugung standen dort, die auch gut in ein Museum gepasst hätten.

Der Beginn des Konzerts war für 21 Uhr angekündigt, aber wie üblich, schien das eher eine Orientierung zu sein. Schlussendlich war es so, das sich gegen 21:15 eine recht große Menge in dem Veranstaltungsraum eingefunden hatte, die sich dann aber wieder zerstreute, als es dann scheinbar doch nicht losgehen wollte. Während der gesamten Zeit lief eine angenehme Musik, die zwischen sphärisch und psychedelisch wechselte und als gute Untermalung der Wartezeit diente.

Es wurde schließlich fast 10 Uhr, bis es mit der Live Musik los ging. So wirklich verstanden habe ich das nicht, aber man kann natürlich verstehen, das die Musiker, vor so vielen Zuschauern wie möglich spielen wollten. Aber 2 Stunden zwischen Einlass und Konzert war dann doch schon ziemlich lang.
Als es dann schließlich los ging, wurde der Raum auch schnell wieder mit Besuchern gefüllt und es waren bestimmt 150 davon in dem Raum vor der "Bühne" versammelt. Da ich, wie üblich, direkt vor dem Mischpult Stellung bezogen hatte, sah ich während des ganzen Abends kaum etwas von der Band, aber dafür muss ich zugeben, das der Sound dort echt sehr gut war.
Die Musik, und das war ja der eigentlich Grund für meine Anwesenheit an diesem Abend, war so vielseitig, wie ich es schon lange nicht mehr gehört hatte. Indie Rock und Alternative beherrschte zwar jeden Song, aber immer wieder gab es kleine oder größere Überraschungen durch Einwürfe anderer Musikrichtungen, so das man hier vielleicht von Genreübergreifender progressiver Musik reden kann.
Es gab Elemente aus dem Post-Rock, genauso wie Elemente die an klassischen Rock der 80er Jahre erinnerte, also quasi so etwas wie Retro-Rock. Aber auch ganz ungewöhnlich  Elemente fanden ihren Weg in die Musik der Musiker. Als da, soweit ich das gehört habe und zuordnen kann, gewesen wären Einwürfe aus den Elementen der neuen deutschen Welle der 80er aber auch elektronische Elemente wurden stilsicher eingebaut und verarbeitet.
Diese Auflistung mag subjektiv und unvollständig sein, immerhin bin ich ja nur ein einfacher Musikkonsument, aber es war immer wieder interessant bei jedem neuen Stück abzuwarten, was passieren würde. Und die Musiker sind sogar (soweit ich das richtig gesehen habe) so flexibel, mitten im Stück das Instrument zu wechseln.

Als sie Band dann schließlich zum Ende kommen wollte, wurde sie vom Publikum noch einmal dazu motiviert, eine Zugabe zu spielen, wobei ich ehrlich sagen muss, in dieser Zugabe war mein persönliches Highlight des Abends. Der erste Song der Zugabe war ein echtes Kleinod, selbst in dem sonst schon großartigen Set der Band. Allerdings folgte dem dann auch meine persönliche Enttäuschung des Abends, denn der Abschluss war ein Stück, das ich persönlich als zwar tanzbar, aber leider auch uninspiriert, langweilig zu viel zu lang empfand. Vielleicht waren hier aber auch nur die elektronischen Elemente einfach zu sehr vorherrschend.

FAZIT: Trotz allem ein sehr gelungener Abend und eine Band, die man sich mal vormerken kann, wenn man sie mal wieder hören und sehen kann. Ich glaube ich werde mir auch noch ein paar Aufnahmen von NEWMEN besorgen, bin aber noch nicht sicher, was genau. Ach ja, besonders begeistert war ich auch von der Technik, denn obwohl jederzeit genug Druck da war, wurde die Musik doch nur so laut gemischt, wie ich es für sinnvoll hielt. Das mag dem einen oder anderen dann etwas zu leise gewesen sein, aber ich fand, dieser Umstand hat der Musik sehr geholfen.

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