Montag, 11. Mai 2015

Konzert - Mein Kopf ist ein brutaler Ort / PZZL - Final Destination - 5.5.2015

Das erste Mal seit langer Zeit, das ich mal wieder im Final Destination war. Und diesmal nicht wegen Brettspielen, sondern wegen Musik. Allerdings nicht das, was man von der Location kennt und erwartet, sondern zum 10-jährigen hatten die Verantwortlichen mal wieder Live Musik besorgt. Und obwohl es, ob des in der Woche stattfinden Streiks bei der Deutschen Bahn nicht ganz einfach sein würde, hin und wieder weg zu kommen, entschied ich mich, das Risiko auf mich zu nehmen.
Der Grund hierfür war in erster Linie die zweite Band des Abends. Wer die Jungs von Mein Kopf ist ein brutaler Ort schon mal live erleben durfte, kann verstehen, das man die auch mal in dieser Kultlocation im Herzen Frankfurts erleben will. Zumal das Konzert 2 Tage vorher im Nachtleben (also quasi direkt um die Ecke) kurzfristig ausgefallen war. Ein Ersatz wurde mittlerweile zwar angesetzt, aber ich wollte definitiv nicht so lange warten, wo ich mich so auf die neu deutsche Schnell gefreut hatte.

Also habe ich mch direkt nach der Arbet auf den Weg Richtung Frankfurt gemacht, immerhin war ja für 19 Uhr der Einlass angekündugt und für 20 Uhr der Beginn des Konzerts. Klang natürlich recht früh, aber immerhin fand an dem Abend ja auch noch das normale Diskoprogramm dort statt. Alos dachte ich mir "Das wird schon abgesprochen sein" auch wenn ich es eigentlich hätte besser wissen sollen. Und prompt war ich, als ich gegen viertel vor acht die Katakomben des Final betrat wohl der erste Gast, der nicht zu einer der beiden Bands gehörte.

Nun ja, so konnte ich mich dann noch ein bisschen mit dem Soundcheck beschäftigen und anschließend ein wenig mit den Musikern reden. Interessant ohne Zweifel, aber als sich abzeichnete, das es wohl doch nicht vor 21 Uhr mit der Live Action los gehen würde, war ich doch etwas verärgert und machte mir Gedanken, ob ich beide Bands bis zum Ende würde anhören können, denn der ausgedünnte Fahrplan setzte dort ziemlich klare Grenzen an diesem Tag.

Um kurz vor 9 Uhr ging es dann schließlich doch los, wenn der Raum auch noch nicht wirklich gut gefüllt erschien. Das änderte sich dann aber doch GotseiDank ein bisschen, als PZZL loslegten. Ich hatte mich schon gefragt, wie man den Namen aussprechen würde, aber es handelt sich wohl um die heutzutage nicht ganz unübliche Weglassung von Konsonanten und der Name wird also PuZZLe ausgesprochen. Gute Idee, wenn auch natürlich etwas gewöhnungsbedürftig.

Ich hatte vorher nicht nachgeschaut, was für eine Musik mich erwarten würde und ließ mich also überraschen. Und überrascht wurde ich. Die Musiker, alle miteinander noch recht jung, machten einen doch recht ruhigen Eindruck, als sie die Bühne betraten (na ja, genau genommen nur ein kleiner Sockel an einem Ende des tunnelartigen Floors) legten sie sofort los und machten richtig Stimmung. Die Musik bewegt sich zwischen Rock, Punk und Alternative, wobei die Stimme der Sängerin recht variabel eingesetzt wird und die Unterstützung durch die anderen Musiker beim Hintergrundgesang ziemlich gut arrangiert ist. Die Stimmungen der Stücke variierten zwischen tanzbar, emotional und rockig/rotzig. Und obwohl man den 5en ansieht, das sie noch keine großartige Lebenserfahrung haben können, so nimmt man ihnen die besungenen Themen doch jederzeit ab.

Es wirkt nicht, wie ich es schon öfters erleben musste, als wenn die Band über etwas singen würde, zu und hinter dem sie nicht vollkommen stehen. Auch die Tatsache, das die Sägerin ständig den Raum vor der Bühne nutzte, um sich ihren Bewegungsfreiraum zu nehmen, machte den Auftritt zu einem faszinierenden Ereignis. Einzig die Tatsache, das die Performance nach 40 Minuten bereits zu Ende ging, war ein Wermutstropfen, aber so kann man sich die Band wenigstens mal auf die Liste der Gruppen setzen, die man mal wieder hören und sehen will.

Der Umbau der Bühne erinnerte anschließend eher an ein Happening als an ernsthafte Arbeit, so viel Spaß hatten beide Bands dabei scheinbar. Und mit einer Dauer von 20 Minuten wurde es auch nicht wirklich langweilig, zumal man die Theke ja auch direkt um die Ecke hatte, und sich das Publikum (und auch die Bands) mit frischen Getränken versorgen konnten.

Und so kam es, das ziemlich genau 1 Stunde nach der ersten Band dann die zweite Gruppe des Abends die Bühne betrat, oder besser gesagt, mit ihrem Konzert begann. Und das, wie ich es persönlich nicht anders erwartet hatte, direkt mit Vollgas. Wie immer gaben die 6 Musiker von Mein Kopf ist ein brutaler Ort von Anfang an alles und es ging "voll in die Fresse" von der ersten Note an. Man merkt den Musikern auch immer und zu jeder Zeit an, das sie schon lange Musik machen und trotzdem noch bei jedem Auftritt Spaß haben.

Gute Musiker sind es alle, aber was die Band für mich zu etwas besonderem macht ist das Zusammenspiel dieser Individualisten und natürlich der zweistimmige Gesang. Die beiden Sänger ergänzen sich ideal und jeder hat seinen Platz in der Arrangements und füllt diesen aus, ohne den anderen oder die Instrumente zu übertönen. Und obwohl ich normalerweise kein Freund von deutschen Texten bin, muss ich zugeben, das diese Band es schafft, intelligente Texte zu schreiben, die man gut mitsingen kann, ohne ständig das Gefühl der Beklemmung zu spüren. Das ist nämlich, was mir sonst immer wieder bei deutschen Texten passiert.

Und obwohl ich alle Stücke schon mindestens einmal gehört hatte, war es nicht langweilig an diesem Abend. Neben den schon beschriebenen Qualitäten der Band und Musiker finde ich auch die Integration der Solos in den Fluss der Musik und Stücke sehr faszinierend. Ob es nun mehrstimmige Elemente sind, oder sogar Mischungen aus Gesang und Gitarren, immer wieder wirkt es originell, was dort abgeht. Und abgehen, das ist so ziemlich das, was über jedem Auftritt der Frankfurter steht. von Anfang bis Ende geht es nach vorne, ohne Pause. Die Ansagen sind kurz, lustig und interessant ohne die Stimmung zu unterbrechen und so wundert es nicht, das mittlerweile bestimmt 30 - 40 Leute vor der Bühne mit den Musikern feiern.

Aber auch dieses Konzert hat natürlich ein Ende, und das ist nach 50 Minuten (inklusive einer Zugabe) erreicht, so das ich dann doch froh bin, einen geplanten Zug noch zu bekommen und problemlos nach hause zu kommen.
Ich muss aber noch etwas erwähnen. Denn wenn man die Location und ihre räumliche Enge kennt, dann macht man sich (und ich natürlich auch, ich bin ja in der Beziehung richtig pingelig) Gedanken um die Qualität des Sound und natürlich auch die Lautstärke. Aber ich muss zugeben, beides war an diesem Abend wirklich richtig gut, wozu man dem Techniker natürlich nur gratulieren kann, denn das war bestimmt alles andere als einfach. RESPEKT! \m/

FAZIT: Es war mal wieder ein geiler Abend und den Aufwand wert. Allerdings (aber dafür können ja weder Veranstalter, noch Bands irgendetwas) zog sich der Abend durch den Streik dann doch etwas, so das ich mich entschied, die beiden folgenden Abende, an denen weitere Live Konzerte in der Location stattfanden, nicht damit zu verbringen, nach Frankfurt zu pendeln, sondern mich anderen Vergnügungen zu widmen. Immerhin liegen zu hause noch einige neue Patten, die gehört werden wollen.

Sonntag, 10. Mai 2015

Konzert - NEWMEN im Saas-Fee Pavillon, Frankfurt, 2.5.2015

Saas Fee

Ja, das hatte ich schon mal gehört, und dort bin ich sogar schon mal gewesen, aber damals zum Ski fahren. Aber einen Pavillon mit dem Namen hatte ich bis zu diesem Abend noch nicht gekannt. Und das war, wie sich zeigte, schade, denn die Location liegt nicht nur extrem verkehrsgünstig, sondern sie ist auch wunderschön gelegen auf der Rückseite eines der Hochhäuser im Herzen von Frankfurt. Für Konzerte vielleicht nicht unbedingt so super gut geeignet, denn es gibt keinerlei Bühne oder auch nur Erhöhung, auf der die Musiker sich etwas von den Zuschauern abheben können. Aber vor allem fehlt natürlich damit die Möglichkeit, der nicht ganz vorne stehenden Zuschauer viel von der Band mitzubekommen.

Aber nichts desto trotz wie gesagt ein schöner und (ich nehme das jetzt mal vorweg) auch Sound-technisch einwandfreier Veranstaltungsort. Eigentlich hätte das Konzert direkt vor den Toren des Hauptbahnhofs stattfinden sollen, aber die Location (Mosel 45) war wohl ob der ganzen Interessenbekundungen als zu klein beurteile worden. Und in Anbetracht der Tatsache, das selbst diese, ja offensichtlich größere, Location gut gefüllt war, gab den Musikern und Veranstaltern schließlich ja auch recht.

Ich hatte nur durch Zufall von diesem Konzert überhaupt gehört und war  lange nicht sicher gewesen, ob ich überhaupt hingehen würde. Aber im Nachhinein muss ich sagen, das ich froh bin, das ich es gemacht habe. Ich weiß gar nicht, bei wem ich  mich bedanken muss für den Hinweis, aber wahrscheinlich wird derjenige auch selber den Abend hier genossen haben.
Der Veranstaltungsort fällt, wenn man ihn dann betreten hat, vor allem durch viele interessante Möglichkeiten der Kunstinstallation auf, und auch die aufgehängten und ausgestellten Kunstgegenstände machen die Räume interessant. Und ehrlich gesagt erinnerte die Bühne selber auch, die man sich zu Beginn noch in aller Ruhe anschauen konnte, ein wenig an eine Kunstausstellung. Einige  echte Klassiker aus dem Bereich Tonerzeugung standen dort, die auch gut in ein Museum gepasst hätten.

Der Beginn des Konzerts war für 21 Uhr angekündigt, aber wie üblich, schien das eher eine Orientierung zu sein. Schlussendlich war es so, das sich gegen 21:15 eine recht große Menge in dem Veranstaltungsraum eingefunden hatte, die sich dann aber wieder zerstreute, als es dann scheinbar doch nicht losgehen wollte. Während der gesamten Zeit lief eine angenehme Musik, die zwischen sphärisch und psychedelisch wechselte und als gute Untermalung der Wartezeit diente.

Es wurde schließlich fast 10 Uhr, bis es mit der Live Musik los ging. So wirklich verstanden habe ich das nicht, aber man kann natürlich verstehen, das die Musiker, vor so vielen Zuschauern wie möglich spielen wollten. Aber 2 Stunden zwischen Einlass und Konzert war dann doch schon ziemlich lang.
Als es dann schließlich los ging, wurde der Raum auch schnell wieder mit Besuchern gefüllt und es waren bestimmt 150 davon in dem Raum vor der "Bühne" versammelt. Da ich, wie üblich, direkt vor dem Mischpult Stellung bezogen hatte, sah ich während des ganzen Abends kaum etwas von der Band, aber dafür muss ich zugeben, das der Sound dort echt sehr gut war.
Die Musik, und das war ja der eigentlich Grund für meine Anwesenheit an diesem Abend, war so vielseitig, wie ich es schon lange nicht mehr gehört hatte. Indie Rock und Alternative beherrschte zwar jeden Song, aber immer wieder gab es kleine oder größere Überraschungen durch Einwürfe anderer Musikrichtungen, so das man hier vielleicht von Genreübergreifender progressiver Musik reden kann.
Es gab Elemente aus dem Post-Rock, genauso wie Elemente die an klassischen Rock der 80er Jahre erinnerte, also quasi so etwas wie Retro-Rock. Aber auch ganz ungewöhnlich  Elemente fanden ihren Weg in die Musik der Musiker. Als da, soweit ich das gehört habe und zuordnen kann, gewesen wären Einwürfe aus den Elementen der neuen deutschen Welle der 80er aber auch elektronische Elemente wurden stilsicher eingebaut und verarbeitet.
Diese Auflistung mag subjektiv und unvollständig sein, immerhin bin ich ja nur ein einfacher Musikkonsument, aber es war immer wieder interessant bei jedem neuen Stück abzuwarten, was passieren würde. Und die Musiker sind sogar (soweit ich das richtig gesehen habe) so flexibel, mitten im Stück das Instrument zu wechseln.

Als sie Band dann schließlich zum Ende kommen wollte, wurde sie vom Publikum noch einmal dazu motiviert, eine Zugabe zu spielen, wobei ich ehrlich sagen muss, in dieser Zugabe war mein persönliches Highlight des Abends. Der erste Song der Zugabe war ein echtes Kleinod, selbst in dem sonst schon großartigen Set der Band. Allerdings folgte dem dann auch meine persönliche Enttäuschung des Abends, denn der Abschluss war ein Stück, das ich persönlich als zwar tanzbar, aber leider auch uninspiriert, langweilig zu viel zu lang empfand. Vielleicht waren hier aber auch nur die elektronischen Elemente einfach zu sehr vorherrschend.

FAZIT: Trotz allem ein sehr gelungener Abend und eine Band, die man sich mal vormerken kann, wenn man sie mal wieder hören und sehen kann. Ich glaube ich werde mir auch noch ein paar Aufnahmen von NEWMEN besorgen, bin aber noch nicht sicher, was genau. Ach ja, besonders begeistert war ich auch von der Technik, denn obwohl jederzeit genug Druck da war, wurde die Musik doch nur so laut gemischt, wie ich es für sinnvoll hielt. Das mag dem einen oder anderen dann etwas zu leise gewesen sein, aber ich fand, dieser Umstand hat der Musik sehr geholfen.